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Peter
Gingold in Aschaffenburg
Am
Donnerstag, den 24. November 2005 findet ab 19 Uhr ein
Vortragsabend, veranstaltet vom Bündnis gegen Rechts
Aschaffenburg statt. Thema wird sein: Gegen das
Vergessen - Widerstand war möglich! Der NS-Widerstandskämpfer
Peter Gingold erzählt aus seinem Leben und stellt sich
den Fragen des Publikums. Peter Gingold wurde
am 8. März 1916 in Aschaffenburg geboren. Er ist
kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den
Nationalsozialismus. Gingold wuchs in einem jüdischen
Elternhaus in Aschaffenburg und Frankfurt am Main auf.
In Frankfurt besuchte er die Jüdische Volksschule,
begann 1930 eine kaufmännische Lehre in einer Musikgroßhandlung
und trat in die Gewerkschaftsjugend des Zentralverbandes
Deutscher Angestellter (ZDA) ein.
1931
trat er in den Kommunistischen Jugendverband Deutschland
(KJVD) ein. 1933 wurde er im illegalen Widerstand tätig
- im Mai emigrierten die Eltern und Geschwister von
Peter nach Frankreich. Gingold wurde im Juni bei einer
Razzia der SA verhaftet und bekam nach mehreren Monaten
Gefängnis die Anordnung, Deutschland zu verlassen. Er
emigrierte im Herbst nach Frankreich, arbeitete bei der
deutschsprachigen antifaschistischen Tageszeitung
"Pariser Tageblatt" und war in einer kleinen
Gruppe des KJVD in Paris politisch tätig. 1936 gründete
er im Juni in Paris mit anderen jungen deutschen
Antifaschisten die "Freie Deutsche Jugend"
(FDJ) und lernte dort Ettie Stein-Haller, seine spätere
Frau, kennen.1937 trat er in die Kommunistische Partei
Deutschlands (KPD) ein. Im Januar 1940 heiratet er Ettie
und wurde im Mai als "deutschstämmiger
Staatenloser" von den Franzosen interniert. Im Juni
wurde ihre Tochter Alice geboren. Er kehrte im Oktober
nach Paris zurück und war im deutschen
antifaschistischen Widerstand aktiv. Im Frühjahr
1941 gab er die Tätigkeit auf, da die Gestapo nach ihm
fahndete. Er ging im April nach Dijon und wurde in der
Travail Allemand (TA), einer Gruppe in der Résistance,
tätig, die antifaschistische Flugblätter unter den
deutschen Soldaten verbreitete. Seine Aufgabe war unter
anderem, den Kontakt zu den Soldaten der deutschen
Wehrmacht herzustellen, um Hitler-Gegner herauszufinden
und für die Zusammenarbeit in der Résistance zu
gewinnen. Im Juli 1942 wurden zwei Geschwister von Peter
in Paris verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert.
Im
Februar 1943 wurde er in Dijon von der Gestapo verhaftet
und mehrere Wochen lang verhört und gefoltert. Er wurde
nach Paris überführt, dort gelang ihm im April die
Flucht und nach ein paar Wochen war er wieder in der
Resistance tätig. Im August 1944 beteiligte er sich am
Aufstand zur Befreiung von Paris und ging als
Frontbeauftragter des Komitees Freies Deutschland mit
dem 1. Pariser Regiment nach Lothringen. 1945 wurde er
von der US-Armee inhaftiert und kam wegen falschen
Verdachtes für kurze Zeit in ein französisches
Kriegsgefangenlager. Ende April war er als
Frontbeauftragter bei den Partisanen in Norditalien und
erlebte dort die Befreiung vom Faschismus. Er kehrte im
August 1945 nach Frankfurt am Main zurück und wurde
wieder zusammen mit seiner Frau Ettie in der KPD aktiv.
Seit der Gründung der DKP 1968 ist er dort Mitglied. Er
lebt heute in Frankfurt am Main und ist unter anderem
politisch aktiv in der Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und
Antifaschisten (VVN/BdA), in dem Verband Deutscher in
der Résistance, in den Streitkräften der Anti Hitlerkoalition
und der Bewegung "Freies Deutschland" e.V. (DRAFD)
und im Auschwitzkomitee. Er ist als Zeitzeuge bei den
verschiedensten Gelegenheiten und Veranstaltungen in der
gesamten BRD aktiv. Am 12. Dezember 2004 wurde ihm in
Berlin gemeinsam mit Esther Bejarano, Percy McLean und
Martin Löwenberg die Carl-von-Ossietzky-Medaille
verliehen.
Quelle:
nah, wikipedia
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