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Sammelunterkünfte
verhindern - Demo in Würzburg
Unter
dem Motto "Zwangseinweisungen geduldeter Flüchtlinge
in staatliche Sammelunterkünfte verhindern" und
"Asyl ist Menschenrecht", findet am Samstag
den 19. Februar von 13 bis 15 Uhr eine Mahnwache auf dem
Würzburger Domvorplatz statt. Das Bündnis aus
weltlichen und kirchlichen Gruppen und Initiativen
protestiert gemeinsam mit Betroffenen gegen das
Bayerische Aufnahmegesetz, welches Flüchtlinge, die
seit Jahren in unserer Nachbarschaft leben, in
staatliche Sammelunterkünfte zwingt. Ein
Informationsstand bietet die Gelegenheit für Gespräche.
Gleichzeitig
möchten wir mit der Mahnwache daran erinnern, dass die
Menschenwürde und das Recht auf körperliche
Unversehrtheit gesellschaftstragende Grundprinzipien
sind. Die Einschränkung dieser Grundrechte durch die
Zwangseinweisungen in Sammelunterkünfte, versuchte die
Regierung damit zu erklären, dass es sich bei den
Betroffenen um abgelehnte Asylbewerber handelt, deren
Integration nicht erwünscht sei "...weil sie kein
Recht haben, in Unterfranken zu bleiben..." (siehe
Main Post vom 4.02. "Zuwanderungsgesetz wird berücksichtigt"
und Volksblatt vom 7.02. "Gegen Vorurteile und
Ausgrenzung" - weiter unten).
Die
Bezeichnung "abgelehnte Asylbewerber" ist ein
rein juristischer Begriff, der landläufig zum Etikett für
"falsche" Asylbewerber geworden ist. Es
besteht die Gefahr, dass die geduldeten Flüchtlinge -
die ja nur rein juristisch als "abgelehnte
Asylbewerber" bezeichnet werden - als
"Asylbetrüger" etikettiert werden. Es ist
nicht gerechtfertigt, die fliehenden Menschen auf diese
Weise zu Menschen zweiter Klasse zu machen und ihnen die
Lebensgrundlage zu entziehen! Insbesondere Kinder werden
damit für den Aufenthaltsstatus ihrer Eltern regelrecht
"bestraft". Viele der Betroffenen können nach
wie vor nicht in ihr Herkunftsland zurückkehren. Ihre
Einweisung in staatliche Sammelunterkünfte bedeutet für
sie, dass sie dort auf Jahre hinaus den erhöhten
psychischen und gesundheitlichen Belastungen
ausgeliefert sind.
Uns
ist bewusst, dass die Regierung von Unterfranken und
ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als ausführende
Behörde an die Gesetzgebung des Landes gebunden ist.
Unser Protest richtet sich in erster Linie gegen die
Gesetzgebung der Landesregierung. Wir appellieren aber
an die Bezirksregierung, alles Menschenmögliche zu tun
und sich für den Verbleib der Betroffenen in ihren
Wohnungen einzusetzen! Eine Prüfung der persönlichen
Umstände der Betroffenen muss auf jeden Fall von
Amtswegen stattfinden. Es darf nicht sein, dass die
Regierung erst dann die persönlichen Umstände berücksichtigt,
wenn sich die Betroffenen wehren! Insbesondere fordern
wir die Aussetzung aller Umzugsbescheide, bis das
Bundesverfassungsgericht über das Aufnahmegesetz
entschieden hat.
Wir
begrüßen die Ankündigung der Bezirksregierung, das
Zuwanderungsgesetz insofern zu berücksichtigen, dass
Geduldete mit der Aussicht auf eine
Aufenthaltserlaubnis, vorläufig keine
Umzugsaufforderungen erhalten sollen bzw. der Vollzug
solcher Umzugsaufforderungen ausgesetzt werden soll.
(siehe Main Post vom 4.02. "Zuwanderungsgesetz wird
berücksichtigt" - weiter unten in dieser Mail) Für
diese Betroffenen hatte das Bündnis jüngst beschlossen,
einen Fonds einzurichten. Hieraus sollen die Mietkosten
für Flüchtlinge finanziert werden, die allein deshalb
ihre Mietwohnung verlieren würden, weil das Sozialamt
die Zahlung der Miete an den Vermieter einstellt. (siehe
Main Post vom 31.02. "Fonds soll zeitweise die
Miete finanzieren" - weiter unten)
Da
wir bislang nicht feststellen konnten, dass die
Umzugsaufforderungen für diesen Personenkreis
ausgesetzt wurden, müssen wir weiterhin davon ausgehen,
dass Mietzahlungen einfach eingestellt werden. Wir sind
daher auf Unterstützung angewiesen und rufen zu Spenden
auf. Betroffene, die nach dem Zuwanderungsgesetz die
Aussicht auf eine Aufenthaltserlaubnis haben und deren
Mietzahlungen eingestellt werden, können sich an den
Freundeskreis wenden.
Quelle: Freundeskreis für ausländische Flüchtlinge im
Regierungsbezirk Unterfranken e. V.
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