|
SALI
kritisiert DGB-Chef Sommer
Am
22./23. März 2005 treffen sich in Brüssel die
europäischen Spitzenpolitiker, um die Leitlinien der
zukünftigen EU Wirtschafts- und Sozialpolitik
festzulegen. Es sei zu befürchten, dass dort im Sinne
der „Lissabon-Strategie“, in Deutschland durch die
Agenda 2010 umgesetzt, Privatisierung und weitere
Deregulierungen am Arbeitsmarkt vorangetrieben werden
sollen, so die Schweinfurter Erwerbsloseninitiative SALI.
Deshalb begrüßt die SALI den Aufruf des Europäischen
Gewerkschaftsbundes (EGB) zu einer europaweiten
Großdemonstration am Samstag, 19.03., in Brüssel.
Besonders erfreulich sei, dass, trotz der nach Meinung
der SALI schädlichen öffentlichen Äußerungen des
DGB-Vorsitzenden Michael Sommer, der IG-Metall
Hauptvorstand alle Verwaltungsstellen auffordert, für
die Demonstration zu werben, so SALI-Sprecher Jürgen
Wilk.
Gegenwehr
oder Mitgestalten?
Die
SALI kritisiert, dass Sommer in einem Spiegelinterview
(Nr. 7 vom 14.02.05) vor der nach Meinung der
Erwerbslosen polemischen Behauptung der
Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaften seien
„betonköpfig“ und würden „den Fortschritt
bremsen“ zurückweiche. Für ebenso schädlich hält
sie es, wenn er öffentlich vor der „Agenda 2010“
kapituliere, indem er der Regierung attestiert, sie habe
einen „unumkehrbaren Weg“ eingeschlagen und es seien
bestenfalls noch kleine Korrekturen möglich. Damit
stimme Sommer dem Bundeskanzler letztlich zu, dass
dessen Weg „alternativlos“ sei. Die Gewerkschaften
seien überrumpelt worden, so Sommer. SALI-Sprecher
Wolfgang Günther hält dagegen: „Schröder hat seine
Auffassungen schon vor der Wahl 98 im sog.
Schröder/Blair-Papier niedergelegt und das war auch den
Gewerkschaften zugänglich“.
Inzwischen
konnten aufmerksame Menschen des öfteren falsche
Analysen und Prognosen der Regierung und ihrer Experten
feststellen und erleben (Arbeitsmarkt,
Bruttoinlandsprodukt, usw.), stellt SALI-Sprecher
Michael Dippert fest. Es sei falsch, dass nach Hartz IV
noch eine soziale Grundversorgung gesichert oder die
demografische Entwicklung für die knappen Sozialkassen
verantwortlich sei, wie Politik, Massenmedien und nun
auch Sommer verbreiten. Selbst der offizielle
Armutsbericht der Bundesregierung spreche eine andere
Sprache - und wer sei denn für die
Massenerwerbslosigkeit verantwortlich? - der liebe Gott
oder die großen Konzerne, die täglich Massen
entlassen, obwohl sie Rekordgewinne einfahren und damit
noch prahlen?
Die
SALI als gewerkschaftsnahe Erwerbsloseninitiative
orientiere sich daher an durchaus vorhandenen
alternativen Strategiepapieren der Gewerkschaften, die
die Realität besser widerspiegelten sowie am
offiziellen Aufruf des DGB für die Demonstration in
Brüssel.
Quelle:
SALI-SprecherInnenrat
zurück
|