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NPD
plant Aufmarsch am 1. Mai
Die
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) kündigt
für den 1. Mai 2005 einen Aufmarsch unter dem Motto
„Das Volk sind wir - weg mit Hartz IV" in
Nürnberg an. Ein zweiter Aufmarsch der Partei soll an
diesem Tag in Magdeburg stattfinden. Als Redner für die
Veranstaltung in Nürnberg sind Ralf Ollert,
Landesvorsitzender der bayerischen NPD und Stadtrat für
die Bürgerinitiative Ausländerstopp Nürnberg, und
Holger Apfel angekündigt. Holger Apfel ist aktuell
Fraktionschef der NPD im sächsischen Landtag. In den
Jahren 1999 bis 2002 war Apfel, früher auch unter dem
Spitznamen „Der Eiermann von Bayreuth“ bekannt,
Beisitzer im Vorstand der bayerischen NPD. Den Beinamen
erhielt Apfel, nach einer Aktion der
NPD-Jugendorganisation JN, wobei diese während der
Eröffnungsfeier der Bayreuther-Festspiele im Jahr 1993
Edmund Stoiber und Michail Gorbatschow mit Eiern
beworfen hatten. Der Auftritt des mittlerweile doch sehr
bekannten Holger Apfel beim Aufmarsch in Nürnberg
dürfte durchaus auch als Dankeschön zu werten sein,
nachdem die bayerische NPD, und hier insbesondere Ralf
Ollert, über Jahre hinweg dem sächsischen
Landesverband bei dessen Aufbau unter die Arme griff.
Dass
einer der beiden zentralen 1. Mai-Aufmärsche der NPD in
Nürnberg stattfindet zeigt erneut sowohl die Bedeutung
der Stadt als historisches Symbol für die
bundesdeutsche rechtextreme Szene als auch die Relevanz
der hiesigen Neonazi-Strukturen. Rückgrat dieser
regionalen Strukturen ist seit Jahren die NPD. Nachdem
im Januar des letzten Jahres die Kameradschaftsstruktur
Fränkische Aktionsfront (FAF) verboten wurde, die der
NPD als Vorfeldorganisation diente, steht die Partei als
alleinige Organisationsstruktur für rechtsextreme
Aktivitäten bereit. Damit wurde die Strategie,
Vorfeldorganisationen für die NPD zu gründen, um bei
deren Verbot weiter funktionierende Strukturen
gewährleisten zu können, zwar auf den Kopf gestellt
– aber es hat – zumindest hier – offensichtlich
funktioniert. So ist seit Herbst letzten Jahres der
ehemalige Führungskader der FAF, Matthias Fischer,
Beisitzer im Vorstand der bayerischen NPD. Und auch die
Aktivitäten der NPD waren in den letzten Monaten auf
hohem Niveau. Dazu zählten u.a. ein Aufmarsch in
Erlangen, eine Mahnwache in Nürnberg zusammen mit dem Bund
Frankenland, mehrere Infostände und öffentliche
Abendveranstaltungen.
Insofern
muss, so konstatiert Christina Huber, Mitarbeiterin des
antifaschistischen dokumentations- und
informationsprojekt, der Großraum Nürnberg weiterhin
als Zentrum von Aktivitäten der bundesdeutschen
Neonazi-Szene angesehen werden.
Quelle:
adip
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