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350
Antifaschisten demonstrieren in Würzburg
Rund
350 Antifaschisten haben am vergangenen Samstag
(18.03.2006) in der Würzburger Innenstadt gegen Aktivitäten
alter und neuer Nazis in Unterfranken demonstriert. Das
Würzburger Friedensbündnis, die Würzburger
Antifaschistische Aktion, Gewerkschaften und Linke
Gruppen aus der Region haben zu der Demo aufgerufen.
Kritik an der Aktion wiesen die Veranstalter zurück.
Nachdem die NPD trotz verschiedener Ankündigungen
keinen Aufzug veranstaltet hat, wurde im Vorfeld der
Antifaaktion von örtlichen Medien der Verdacht geäußert,
die Antifaschisten wollten mit ihren Aktivitäten in Würzburg
eine rechte Bedrohung herbeireden. Im Verlauf der Demo
wurde von Referenten auf die Naziszene in Unterfranken
hingewiesen. In der Stadt treffen sich alte und neue
Nazis gemeinsam mit dem mehrmals verurteilten Rechten,
Horst Mahler, im sogenannten Deutschen Kolleg. Dort gibt
sich die Naziavantgarde die Klinke in die Hand. Der NPD
Bezirksvorsitzende Uwe Meenen und der Sprecher der
unterfränkischen Nazipartei, Florian Fuchs, betreiben
seit geraumer Zeit ein Antiquariat in der Stadt, wo nach
Angaben von Antifaschisten rechte Literatur vertrieben
wird. Beiden werben hierzu im Internet. Kritisiert wurde
in einem Redebeitrag, dass es unwidersprochen möglich
ist, dass führende Polizeibeamte in der Region für
Rechtsextremisten in kommunalen Parlamenten agieren.
Dem
Demozug schlossen sich in seinem Verlauf etwa fünfzig Bürgerinnen
und Bürger an, die während der Veranstaltung in der
Stadt unterwegs waren. Die Teilnehmer wurden von einem ländlichen
Aufgebot der Polizei und einigen Beamten des
Verfassungsschutzes begleitet. Während der Demo kam es
zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen. Die angekündigte
NPD-Nazidemo hat nicht stattgefunden, nachdem am
gleichen Wochenende auch eine Naziveranstaltung im nahe
liegendem Crailsheim erfolgte. Daran haben nach Aussagen
von Teilnehmern an den antifaschistischen Aktionen in
Crailsheim die unterfränkischen NPD Vertreter Uwe
Meenen und Florian Fuchs teilgenommen. Die Nazistrategie
der Desinformation hat nicht geklappt. Nazis müssen in
Würzburg damit rechnen, dass auch bei gering gehaltenem
Mobilisierungsaufwand Antifaschisten bereit sind,
Widerstand zu leisten.
In
Reden während einer Kundgebung im Anschluss an die Demo
sprachen Gewerkschafter, Vertreter der Linken und örtliche
Antifaschisten die Notwendigkeit an, sich Nazis Überall
in den Weg zu stellen. Erklärt wurde, dass die
Bombardierung Würzburgs durch die Befreier von den
deutschen Nazi-Schergen die Konsequenz aus deren
Barbarei war und dass aus diesem Grund der Tag der
Bombardierung Würzburgs ein Antifaschistischer Tag in
der Stadt sein muss. In aktuellem Zusammenhang verwiesen
Sprecher linker Parteien auf die Diskussion um die
sogenannten Würzburger Sicherheitsverordnung. Wenn
diese nach den Plänen der Stadtverwaltung umgesetzt
wird, wäre Gängelung und Law and Order das
handgreifliche Prinzip in der Stadt. Dem gelte es sich
entgegenzustellen. Gewerkschafter sprachen von der
Notwendigkeit sich gemeinsam gegen Nazis zu
solidarisieren. Vertreter aus Dresden bekundeten ihre
Solidarität mit dem Würzburger antifaschistischen
Widerstand. Die Befreiung von den Nazis war auch in
Dresden durch Luftangriffe unterstützt worden.
Quelle:
indymedia
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