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Nazikonzert
in Wunsiedel
Am
Samstag, den 15.04.06, ist es wieder einmal soweit und
die Freie Kameradschaft Wunsiedel bittet zum Tanz. Um
ganz genau zu sein zum „Rock Against Communism“ in
der Wunsiedler Nazikneipe Lokalbahn. Dies ist
mittlerweilen das sechste Konzert dieser Art, das in
dieser Lokalität stattfindet, die direkt im Wunsiedler
Stadtzentrum gelegen ist. Vorangegangen waren u.a. ein
Liederabend mit den Nazibarden Michael&Anett am
28.10.05, das Debüt der Wunsiedler Rechtsrockband
„Braune Brüder“ am 20.01.06 oder zuletzt ein
Konzert mit DNA, Ostfront und den Braunen Brüdern am
04.03.06. Zu dem Konzert am 15.04.06 werden ca. 150
Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet,
aufgrund der Tatsache, dass solche Konzerte äußerst
konspirativ organisiert werden, können wir zu den
auftretenden Bands, zur Zeit, keine Angaben machen.
Besondere
Beachtung verdient dieses Konzert allerdings durch die,
schon vom Namen gegebene, Nähe zum, in Deutschland seit
September 2000 verbotenen, Neonazinetzwerk „Blood&Honour“.
„Rock Against Communism“, oder auch RAC genannt, ist
der Ursprung der 1977 in England gegründeten Blood&Honour-Bewegung,
deren bewaffneter Arm „Combat 18“ in den der 90er
Jahren, durch mehrere Paketbombenanschläge, traurige
Berühmtheit erlangte. Gegründet wurde sowohl Blood&Honour,
als auch RAC, von dem britischen Neonazi Ian Stewart
Donaldson, Frontmann der Band Skrewdriver.
B&H-Gruppierungen existieren mittlerweilen in fast
ganz Europa. Gegen die deutsche Nachfolgeorganisation
„Division 28“ (28=BH), die die Strukturen
unmittelbar nach dem Verbot aufrechterhielt und weiterführte,
erfolgten erst am 07.03.06 bundesweit 119
Hausdurchsuchungen. 37 davon waren in Bayern
anzusiedeln, wobei in Nürnberg eine funktionsfähige
Handgranate und in Neustadt bei Coburg eine aufgebohrte
6mm Schreckschusspistole gefunden wurde.
Zudem
wird, am gleichen Tag, eine Informations- und
Diskussionsveranstaltung des antifaschistischen
rechercheteams nordbayern in Wunsiedel, ab 18 Uhr unter
dem Thema „Wunsiedel auf dem Weg zur national
befreiten Zone?“, im örtlichen Jugendzentrum (Hornschuchstr.
98) stattfinden. Mehrere Referenten aus verschiedenen
antifaschistischen Initiativen sind hierfür
angefragt. Nazis haben hier keinen Einlass!
Marion Korn, Sprecherin des
art-nb, erklärt: „Es ist nicht hinnehmbar, dass in
Wunsiedel kontinuierlich Rechtsrockkonzerte durchgeführt
werden! Durch diese werden sowohl ohnehin schon
existente faschistische Strukturen in und um Wunsiedel
organisatorisch gestärkt, als auch für Nachwuchs in
den eigenen Reihen gesorgt! Das art-nb wird,
zumindestens an diesem Tag, den Nazis offensiv
entgegentreten und ihnen nicht die Wunsiedler
Abendgestaltung überlassen!“
Sollte
die Wunsiedler Polizei ein ähnliches Verhalten wie bei
vorangegangenen Konzerten an den Tag legen, wird ihr das
braune Treiben am Wunsiedler Busbahnhof nicht einmal
eine Pressemitteilung wert sein und beim Konzert selber,
wird sie über die Rolle der kostenlosen
Parkplatzbewachung nicht hinauskommen.
Quelle:
antifaschistisches rechercheteam nordbayern
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