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Briefe gegen das Vergessen
Amnesty international bittet, wie jeden Monat, auch im März um Unterstützung
für politisch Verfolgte. Die Schweinfurter ai-Gruppe bittet, sich mit dem
Schreiben eines Appell-Briefes zu beteiligen. Im laufenden Monat geht es um
das Schicksal des 40-jährigen Lehrers und Journalisten Abdulghani Memetemin.
Er ist Angehöriger der Uiguren - einer von über 50 ethnischen Minderheiten
in der Volksrepublik China - im Autonomen Gebiet Xinjiang (Sinkiang) im äußersten
Nordwesten Chinas. Abdulghani Memetemin wollte friedlich über
Menschenrechtsverletzungen an der turksprachigen Volksgruppe der Uiguren
informieren und hat Artikel an das ETIC - einer nichtstaatlichen
Exilorganisation der Uiguren in Deutschland - geschickt, in denen über Bauern
berichtet wird, die unbezahlt für staatliche Projekte arbeiten mussten.
Ferner wurde über die Beschlagnahme und Verbrennung uigurischer Geschichtsbücher
und die Einschränkung der islamischen Religionsausübung berichtet. Aufgrund
dieser Berichte wurde Memetemin 2003 durch das Mittlere Volksgericht von
Kaschgar zu neun Jahren Haft wegen „Weitergabe von Staatsgeheimnissen“
verurteilt. Während der Untersuchungshaft und auch im Prozess selbst erhielt
er keinen Rechtsbeistand und auch keinen Kontakt mit seiner Familie. Von
amnesty international wird Memetemin als gewaltloser politischer Gefangener
betrachtet.
ai bittet, höflich formulierte Briefe in Deutsch, gutem Englisch oder in der
Landessprache (Chinesisch) an den Regierungschef des Autonomen Gebiets Xinjing
(Anrede: Sehr geehrter Herr Vorsitzender) zu schreiben, in denen die sofortige
und bedingungslose Freilassung von Abdulghani Memetemin gefordert wird. Außerdem
muss der Kontakt zu seinen Familienangehörigen und zu seinem Anwalt sowie die
erforderliche medizinische Versorgung gewährleistet werden. Fordern Sie auch,
dass den Bürgern bei der Wahrnehmung ihrer Grundrechte keine willkürlichen
Inhaftierung oder andere Repressalien von den Behörden drohen.
Anschrift: Ismail Tiliwaldi Zhuxi, Xinjiang Weiwuer Zizhiqu, Renmin Zhengfu, 2
Zhongshanlu, Wulumuqishi 830041, Xinjiang Weiwuer Zizhiqu, Volksrepublik
China; eine Kopie des Schreibens bitte an: Kanzlei der Botschaft der
Volksrepublik China, S.E. Herrn Ma Canrong, Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin.
Wer eine Antwort erhält, schickt bitte eine Kopie an amnesty international,
Gruppe 1418 Schweinfurt, c/o M.L. Gillert, Wielandstr. 3a, 97464 Niederwerrn,
e-mail: ai-sw@gmx.de ; weitere Fälle und
Informationen: www.amnesty.de;
Spendenkonto: BfS Köln, Kto-Nr.: 8090100, BLZ: 370 205 00, Stichwort: 1418.
Musterbrief liegen in der Buchhandlung Collibri am Marktplatz und bei Tagblatt
und Volkszeitung im Zeughaus.
Quelle:
ai-schweinfurt
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