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Nazis mit Strafanzeige
gegen Pfarrer
Die Aschaffenburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen
den Miltenberger Pfarrer Ulrich Boom. Während einer
Nazikundgebung in Miltenberg ließ der Geistliche am 22.
Juli 2006 jede Glocke der Jakobuskirche mindestens 20
Minuten lang läuten. Das hat die rund fünfzig
versammelten Nazis in der unterfränkischen Stadt so
gestört, dass diese ihre Veranstaltung vorzeitig
abbrachen. Strafanzeige gegen den Pfarrer stellte
unlängst das Berliner NPD Büro. Mit der Strafanzeige ist
Oberstaatsanwalt Ernst Wich-Knoten beschäftigt. Der will
dem Vernehmen nach nicht ausschließen, dass der
Miltenberger Pfarrer gegen das Versammlungsgesetz
verstoßen hat, weil er durch das Glockenleuten die
Zusammenkunft der Nazis störte. Momentan werden die
genauen Umstände des Glockenläutens vom Kommissariat für
politische Delikte der Kriminalpolizei aufgeklärt.
Der 22. Juli in Miltenberg
Im der nordbayerischen Kleinstadt waren die Rechten
trotz zweifacher Aufforderung nicht beim Landratsamt
erschienen, um den Ablauf der angemeldeten Kundgebung zu
besprechen. Somit war das Erstellen einer
Gefahrenprognose nicht möglich, was ein Verbot durch die
Behörden zur Folge hatte. Dann aber zog die NPD-Jugend
JN vor das Verwaltungsgericht, bekam Recht und
durfte mit insgesamt 30 Auflagen die Kundgebung
durchführen.
Ab 12.30 Uhr führten dann annähernd 50 Nazis, die von
einer vorhergehenden Veranstaltung in Buchen
(Baden-Württemberg) kamen, ihre Kundgebung durch und
eine Gruppe jüngerer Antifaschistinnen und
Antifaschisten versuchte, diese durch Sprechchöre und
Trillerpfeifen zu stören. Dieser Gruppe kamen
Miltenberger Bürger zu Hilfe, was zu einer erstaunlichen
Geräuschkulisse führte. Als dann aber die Glocken der
direkt am Kundgebungsort liegenden Jakobuskirche ohne
erkennbaren Grund für 20 Minuten zu läuten begannen, war
es um die Veranstaltung der Nazis geschehen. Diese an
Don Camillo erinnernde Protestaktion der katholischen
Kirche machte jedes Wort der Redner unhörbar. Und als
die Glocken schwiegen, begannen wieder die
Trillerpfeifen und Sprechchöre. Den Nazis und den
Kameradschaftsmitgliedern ging es wie schon früher den
Republikanern an gleicher Stelle, dem Miltenberger
Marktplatz: Sie mussten ihre Veranstaltung abbrechen,
ohne ein verständliches Wort über das Megafon verbreitet
zu haben.
Quelle: nah
Nachrichten aus Hassfurt
berichtet auch hier
und hier.
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