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Nazis mobilisieren nach
Ochsenfurt
Die unterfränkische
Naziszene mobilisiert für kommenden Samstag, den
28.10.2006 zu einer Kundgebung nach Ochsenfurt. Der
Anführer der Nazikameradschaft Main-Spessart, Matthias
Bauerfeind aus Karlstadt, hat die Veranstaltung in der
südlich von Würzburg gelegenen Kleinstadt vorbereitet.
Die Gruppe rund um Bauerfeind gehört zu einer
unterfrankenweiten rechten Kameradschaftsstruktur, deren
Mitgliederzahl zwar bisher überschaubar geblieben ist,
deren Aktivitäten jedoch anhaltend anwachsen. Die
Ochsenfurter Stadtverwaltung vermochte bisher keine
genaueren Angaben zu der Kundgebung zu machen, auch
eine Anmeldung läge der Behörde bisher nicht vor. Man
werde sich jedoch um die Angelegenheit kümmern, hieß es
aus der Verwaltung. Ochsenfurt liegt im südlichen
Maindreieck in Unterfranken zwischen Würzburg und
Kitzingen, wird von Peter Wesselowsky (SPD) regiert und
zählt etwa 12.000 Einwohner.
Die Naziszene in
Unterfranken arbeitet weitgehend informell. Sie besteht
aus der Kameradschaftsszene, Naziversandläden,
Internetpräsenzen und der faschistischen NPD. Zudem
organisiert sich der braune Sumpf in einer Art
fränkischen Landsmannschaft und arbeitet vornehmlich im
Hinterland. Einer der jüngeren Funktionäre in diesem
Verbund ist der genannte Matthias Bauerfeind. Der
kahlgeschorene Karlstädter organisiert die Arbeit der
Nazikameradschaft im Landkreis Main-Spessart.
Selbstverständnis seiner Bande ist das Eintreten für
eine nationale deutsche Gesinnung. Bauerfeind plappert
von einer „volkszerstörenden Multi-Kulti Gesellschaft,
die das deutsche Volk vernichten wird“.
Die Hatecore-Crew um Jens
Rüttiger aus Hohenroth im Landkreis Rhön-Grabfeld ist
weiterer Bestandteil einer lose vernetzten Kooperation
der Szene. Rüttiger hält den Kontakt zu regionalen NPD
Kreisen. Rüttiger und Bauerfeind sind Nachwuchsnazis,
die die beiden prominenteren NPD Aufrührer Uwe Meenen
und Florian Fuchs sich zunutze machen, um Zugang zu der
rechten Subkultur unter Jugendlichen zu erreichen.
Mittlerweile betreibt die Szene mehrere lokale
Internetpräsenzen. Der harte Kern der Naziszene in ganz
Unterfranken umfasst bestenfalls zwanzig fortwährend
Aktive. Daher wird das braune Pack einen
Mobilisierungserfolg bejubeln, wenn am Samstag mehr als
zwanzig Nazis nach Ochsenfurt kommen werden.
Unterfrankens Nazis waren am
14. Oktober in Nürnberg an der verhinderten
Naziveranstaltung beteiligt. Das die Nazis nun
Ochsenfurt als einen Ort ihrer Aktivitäten aussuchen hat
gewissermaßen Kalkül. Bereits im vergangenen Jahr
erzielten die rechten Schergen in Lohr am Main
öffentliche Beachtung. Damals nahmen die Nazis die
Arbeit im örtlichen Jugendzentrum zum Anlass,
Durcheinander zu stiften. Mit verherrlichenden
Informationen über den Naziverbrecher Rudolf Hess,
nervte die rechte Bande die Bevölkerung von Lohr.
Vorwiegend Jugendliche wehrten sich damals gegen die
revisionistische Propaganda. Am Samstag erhofft sich das
braune Gesindel Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung, weil
Ochsenfurt gegenwärtig eine öffentliche Debatte um
Gewalt unter Jugendlichen führt. Betont sanftmütig
zeigen sich die sonst wenig zimperlichen rechten
Schläger angesichts ihres Themas: Sie rufen die
Teilnehmer nämlich vorsorglich dazu auf, auf die
Verherrlichung von Gewalt in Ochsenfurt zu verzichten.
Quelle:
indymedia
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