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Nazis hatten keine Chance
Am vergangenen Samstag
(28.10.2006) wehrten sich mindestens eintausend Menschen
ich Ochsenfurt gegen den Aufmarsch einer Nazigruppe von
etwa 30 Beteiligten. Nachrichten aus Hassfurt
dokumentiert die Ereignisse des Tages anhand dreier
Sichtweisen. Zunächst spiegeln wir einen Beitrag eines
Berichterstatters des unabhängigen Nachrichtenportals
indymedia.org. Danach geben wir die Pressemitteilung des
Polizeiberichterstatters vom Polizeipräsidium
Unterfranken wieder. Zudem verlinkt Nachrichten aus
Hassfurt einen Videobeitrag des Nachrichtenmagazins
kanal 8.
Ochsenfurt und
Faschokleincliquen
Unterfrankens Nazis haben am
vergangenen Samstag in die südwestlich von Würzburg
gelegene Kleinstadt Ochsenfurt mobilisiert. Lediglich 25
Anhänger brachte die Szene auf die Beine. Die
Anwesenheit der Rechten hat zu einer Art Ausnahmezustand
in der Ortschaft geführt. Neben jeder Menge Polizei,
USK-Truppen und Bereitschaftspolizei waren hinlänglich
Polizeispitzel in der Stadt unterwegs um Ungehorsam zu
unterbinden und um Akten des Verfassungsschutzes mit
jeder Menge Photo, Ton und Printmaterial aus der
örtlichen antifaschistischen Szene zu ergänzen. In der
Stadt hatten die Nazis an diesem Samstag keinen Erfolg.
Ihr Umzug wurde nach 50 Metern Fußweg gestoppt. Etwa 150
bis 200 Personen stellten sich der Bande in einer
Seitenstraße in den Weg, so dass für das Häufchen kein
durchkommen mehr möglich war. Bezeichnend: Die Polizei
bezog Stellung auf der Seite der Nazis, um von dort aus
Filmchen zu drehen und Tonaufnahmen zu erstellen.
Gleichwohl gehörte es anscheinend nicht zur
Polizeistrategie, dieser lächerlichen Kleingruppe Nazis
auch noch den Weg frei zu knüppeln. Auf Seite der
Gegenaktivisten postierten sich die Beamten mit den
braunen Spitzelknöpfchen im Ohr und verhielten sich
derart emsig, als stünde ein großer Volksaufstand bevor.
Man kann das Polzeigebahren als bayerische Dorfposse
abhacken, wobei es schon rotzfrech ist, mit was für
geilen Mountainbikes die Truppe bewaffnet ist. Die
rechte Szene in Unterfranken ist gegenwärtig
vergleichsweise schwach auf der Brust. Neben den
üblichen Kleincliquen um die Nazis Jens Rüttiger aus
Hohenroth und Matthias Bauerfeind aus Himmelstad, weilte
eine Kleinstanzahl der so genannten Anti Antifa aus
Fürth vor Ort. Mit von der Partie waren noch drei oder
vier NPD Nasen, vorwiegend Leute aus dem
Herzogenauracher Umfeld. Für unterfränkische
Verhältnisse kann man positiv erzählen, dass allerhand
Volk aus der Antifaecke auf den Beinen war und das nicht
unbedingt nur lautlos. Wie es zu diesem kleinen
Mobilisierungswunder kam, bleibt wohl ein ungelöstes
Rätsel. Hätten sich die Leute den Nazis in Ochsenfurt
nicht in den Weg gestellt, hätten diese einen
ungestörten Nachmittag verbracht, zumal auf einer
bürgerlichen Gegenveranstaltung bereits Morgens die
Order ausgegeben wurde, brav zu Hause zu bleiben, die
Fensterläden dicht zu machen und den Nazis durch
Abwesenheit entgegenzutreten. Bleibt ferner zu erwähnen,
dass ein Kumpel einige Stunden in Gewahrsam genommen
wurde, dem die Staatsgewalt zur Last legte, seine
Handschuhe seien eine Waffe. Einen jungen Kollegen
prügelte die Bereitschaftspolizei in einen Hauseingang,
weil er ein Erinnerungsfoto für zu Hause schoss. Daneben
bleibt noch von den üblichen Personalienfeststellungen
für die Staatschutzunterlagen und einer Teilnehmeranzahl
von etwa 1000 auf der bürgerlichen Veranstaltung zu
informieren.
Quelle:
indymedia
500 gegen rechts - Polizei
gewährleistet friedliche Kundgebungen
Am Samstagnachmittag hat
eine Gruppierung mit „rechter Gesinnung“ eine
Veranstaltung durchgeführt. Bereits am Vormittag
startete unter Führung des Oberbürgermeisters der Stadt
Ochsenfurt eine groß angelegte Gegenveranstaltung
Ochsenfurter Bürger, Vereine und Institutionen. Bei den
Veranstaltungen hat die Polizei mit eigenen und
Unterstützungskräften, unter Führung von Polizeidirektor
Walter Ehmann, für einen störungsfreien Verlauf gesorgt.
Herr Ehmann, Leiter der Polizeiinspektion Würzburg-Ost,
als Dienststelle mit besonderen Einsatzaufgaben, hatte
vom Polizeipräsidium Unterfranken die Einsatzleitung
übertragen bekommen. Im Rahmen von Vorkontrollen wurde
bei 178 Personen die Identität festgestellt. Fünf Männer
sind in Gewahrsam genommen worden. Bereits in der Nacht
zum Samstag konnten die Beamten der Polizeiinspektion
Ochsenfurt im Stadtgebiet Transparente, Wurfzettel und
Aufkleber für und gegen „Rechts“ sicherstellen. Auch
wenn der Inhalt der sichergestellten Gegenstände nicht
gegen Recht und Gesetz verstieß, so wird geprüft ob
gegen die Verantwortlichen der Aufkleberaktion
Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen „wilden
Plakatierens“ eingeleitet werden. In der Brückenstraße
konnten neun Männer der rechten Szene beim Einwerfen von
Flugblättern angetroffen werden. Die Gegendemonstration
der Bürger fand am Samstag von 11.00 bis 12.00 Uhr auf
dem Kirchplatz der St. Andreas Kirche statt. Bei der
absolut friedlich verlaufenden Veranstaltung zählte die
Polizei knapp 500 Teilnehmer. Bevor die zweite
Veranstaltung begann, stellte die Polizei bei
anreisenden Teilnehmern zahlreiche, bei Veranstaltungen
verbotene Gegenstände wie breite Schals, Sturmhauben,
pyrotechnische Gegenstände (Silvesterböller) und
nietenbesetzte Lederhandschuhe vorsorglich sicher.
Anzeigen nach dem Versammlungsgesetz werden folgen. Die
Gruppe der „Rechten“, die auf Initiative eines
Gesinnungsgenossen aus dem Landkreis Main-Spessart mit
etwa 30 Personen angereist waren, stellte sich gegen
15.15 Uhr auf dem Platz vor dem Heimatmuseum an der
Alten Mainbrücke auf. Hier standen den 32 Rechten
anfangs etwa 300 Gegendemonstranten gegenüber, die sich
sukzessive auf 50 reduzierten. Nach störungsfreiem
Verlauf war das planmäßige Ende um 17.00 Uhr. Die
Versammlung löste sich sehr schnell auf und auch die in
Gewahrsam genommenen wurden wieder auf freien Fuß
gesetzt.
Quelle:
Polizei Unterfranken
Protest gegen rechte
Kundgebung
Der Videobeitrag von "kanal
8" zu den Ereignissen in Ochsenfurt ist
hier zu sehen.
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