Nachrichten aus Hassfurt 

Stattbahnhof Schweinfurt

Radio Z Nürnberg

Aktuelle Informationen der alternativen Bewegung in Schweinfurt, Hassfurt und Bamberg

 

 

  


NetzreporterInnen gesucht !!

 

Uns geht hier zu viel durch die Lappen..... Wir suchen dringend NetzreporterInnen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen. Ausserdem gerät unser Projekt an die finanzielle Grenze. Wer uns gut findet, soll uns unterstützen. Mehr dazu findet Ihr hier.

nachrichten und standpunkte - arbeiterzeitung für die region schweinfurt

Piercing-Handy-Schmuck-Outlet HerstellerGroßhandel

 

Rechtsextremismus: Hassberge weiterhin Schwerpunkt

 

Rechte Straftaten haben Konjunktur. In Unterfranken registrierte das ansässige  Polizeipräsidium bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres 143 Vergehen. 47 dieser rechtsextremen Delikte wurden im Zuständigkeitsbereich des Staatschutzes der Kriminalpolizei in Schweinfurt begangen. Dabei liegt der polizeiliche Bearbeitungsschwerpunkt bei so genannten rechten Propagandadelikten. Klaus Eckelmann, Chef des Staatsschutzes der Kripo Schweinfurt, legte diese Zahlen während eines Referates am 15.11.2006 im Rahmen der Schweinfurter Rechtsextremismus Ausstellung vor. 70 bis 80 Prozent der Fälle seines Ressorts ordnet der Polizeibeamte dem rechten Spektrum zu. Der räumliche Zuständigkeitsbereich seiner Behörde entspricht dabei in etwa der Fläche des Saarlandes.

 

Die rechtsextrem motivierte Kriminalität in diesem Gebiet ist vorwiegend durch Propagandadelikte geprägt. Hier ordnen die Staatsschützer revisionistische Aktivitäten ein, also Handlungen die zum Ziel haben, die Alleinschuld der Deutschen am zweiten Weltkrieg und die Ermordung von Juden in deutschen Konzentrationslagern zu leugnen. Die rechten Täter verwenden Propagandamaterial wie Tonträger, Handzettel und Aufkleber, auch rechte Schmierereien zählen zu diesen Straftaten. Dabei sei in Grenzbereichen in erster Linie die Motivation der Täter dafür entscheidend, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebe. Das Hassfurter Amtsgericht verurteilte beispielsweise einen Neonazi, der den verbotenen Blood and Honour  Schriftzug auf seinen kahlgeschorenen Kopf tätowieren ließ und somit unerlaubt handelte. Im Arbeitsbereich des Staatschutzes bei der Kriminalpolizei in Schweinfurt teilen sich die bisher aufgefallenen rechtsextremen Propagandadelikte des Jahres 2006 wie folgt auf. In Bad Kissingen 8, in Rhön Grabfeld 11, in den Hassbergen 10, im Landkreis Schweinfurt 3 und in der Stadt Schweinfurt 13. Diesen Straftaten ordnet die Polizei in Bad Kissingen 5 Täter, in Rhön Grabfeld 7 Täter, in Hassfurt 5 Täter, in Schweinfurt 3 Täter, und in der Stadt Schweinfurt 8 Täter zu.

 

Eckelmann ging auf ein aktuelles Urteil aus Baden Württemberg ein, wonach die Verwendung durchgestrichener Hakenkreuze eine Straftat ist. Durchgestrichene Hakenkreuze werden von Antifaschisten verwendet, um ihre Haltung gegen Nazis zum Ausdruck zu bringen. Klaus Eckelmann versicherte, dass in seinem Verantwortungsgebiet die Verwendung solcher Symbole von der Polizei nicht geahndet und zur Anzeige gebracht wird. Auch die Staatsanwaltschaft würde keine Ermittlungen beginnen. Eckelmann ist der Meinung, dass ein Urteil des Bundesgerichtshofes eindeutig aussage, das der Gebrauch durchgestrichener Hakenkreuze keiner Straftat entspräche. Daran würde sich in Schweinfurt gehalten.

 

Zwei rechtsextreme Gewaltdelikte wurden in der Region im laufenden Jahr angezeigt. Polizist Klaus Eckelmann meinte dazu, dass solche Delikte gegenwärtig grundsätzlich zwar eher auf dem Tisch der Polizei landen als Früher, bei rechtsextremen Gewaltverbrechen werde die Sache aber oft ohne die Beteiligung der Ordnungshüter von den Betroffenen „selbst geregelt“.  Ein Teilnehmer der Veranstaltung gab zu bedenken, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich wohl viel höher sei, als dies von der Polizei wahrgenommen werde. Eckelmann wollte diese Wahrnehmung nicht bestätigen. Im Gegenteil: Der Polizist war der Überzeugung, dass die Dunkelziffer eher zu vernachlässigen ist. Ein mehrfach auffälliger rechtsextremer Gewalttäter aus dem Landkreis Hassberge sitzt derzeit in Haft. Die Hassberge sind den Angaben des Staatsschützers zu Folge weiterhin der Schwerpunkt rechtsextrem Szene.

 

In Zeil am Main und in Ebern seien im September und Oktober 2006 an verschiedenen Schulen die so genannte Schulhof CD des NPD Bezirksverbandes Mittelfranken aufgetaucht. Auch dies sei ein Beleg dafür, dass Rechtsextreme in den Hassbergen besonders eifrig seien. Die Akteure sind der Polizei bekannt, sagte Eckelmann. Auch bei der Veranstaltung rechter Szenekonzerte täten sich Neonazis aus dem Landkreis Hassberge hervor. In den Jahren 1995 bis 2005 wurden etwa zwanzig rechte Konzerte veranstaltet, bei denen zwischen dreißig und dreihundert Neonazis gezählt wurden. Polizeiliche Aufgabe sei es dabei zu verhindern, dass rechte Musikgruppen Lieder mit revisionistischen und verbotenen Texten öffentlich darbieten und Konzertteilnehmer rechtsextremen Straftaten begehen. Eine Vielzahl der registrierten Konzerte des rechtsextremen Spektrums fand in den Hassbergen statt. Eckelmann war der Meinung, dass  Aktivitäten der Neonazis von der örtlichen Bevölkerung für schlecht befunden werden. Er teile nicht die Ansicht der aktuellen Studie der Friedrich Ebert Stiftung, wonach die Anfälligkeit für rechtsextreme Gedanken in Bayern übersteigert hoch sei. Dabei lies sich Eckelmann sogar zu der Äußerung hinreisen, dass die rechtsradikale Partei der Republikaner in manchen Fragen gar nicht so Unrecht habe, wofür der Polizist bei der Mehrheit der Anwesenden keinen Beifall erntete. Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung berichteten, dass sie immer wieder Toleranz für Rechts in der Bevölkerung erleben, auf manchen Bierfesten würden sich alkoholisierte Bürger sogar ausländerfeindlich und antisemitisch verhalten, hieß es.

 

Während der Besprechung des Vortrags entspannte sich teilweise eine leidenschaftliche Debatte um das auftreten der Polizei gegen Rechtsextreme. Einige Teilnehmer der Veranstaltung fanden, dass die Ordnungshüter hier nicht konsequent genug seien und sich falsch verhalten, häufig sogar den Gegenaktionen aktiver entgegentreten, als den rechtsextremen Untaten. Eckelmann wies dies zurück und versicherte, dass sich die Polizei in seinem Verantwortungsbereich richtig beträgt.

 

Dem Referat, dass von der Volkshochschule Schweinfurt organisiert wurde, wohnten Teilnehmer aus dem rechten Spektrum der Region bei. Darunter NPD Mitglieder wie Erich Wilhelm und Ulrich Hertel, oder auch der zu einer hohen Geldstrafe verurteilte Ex-Stadtrat Roderich Sell. Teilweise versuchten die Rechten mit Wortbeiträgen die Versammlung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Angesichts schwacher Argumente und der Teilnehmerstruktur hatten die Rechten jedoch keine Chance. Die Veranstaltung wurde von einem starken Polizeiaufgebot begleitet.

 

 

Quelle: nah

 

Nachrichten aus Hassfurt empfiehlt Dir ein paar Dinge, die Du haben solltest.... und Du unterstützt uns...

 

zurück

 

 

Jürgen E. Schrempp Jürgen Grässlin

Lizenz zum Töten?
Jürgen Grässlin

Das Daimler Desaster
Jürgen Grässlin

EURO 12,95  

EURO 12,99

EURO 19,90

 

Leser dieser Meldung:

Hit Counter


Black Box BRD

Andres Veiel

 ab EUR 29,90

 

Ulrike Meinhof

Jutta Ditfurth

 EUR 25,00

 

Die Untoten vom Millerntor

Christoph Ruf

 EUR 14,80

 

Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Heinz Dietrich

EUR 9,90

 

 

Nachrichten aus Hassfurt

Das Forum für linke Politik.
Onlinediskussion.