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Auschwitz – Zug der Erinnerung

 

Drei Millionen Menschen aus ganz Europa schleuste die Deutsche Reichsbahn über ihr Schienennetz in die Vernichtungslager des NS-Regimes. Am jährlichen Auschwitzgedenktag, dem 27. Januar, wird in Zusammenarbeit mit dem Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Bayern (VVN-BdA), ein historischer Dampfzug die Erinnerung an die 11.000 Kinder von Auschwitz in die Bahnhöfe von Würzburg und Schweinfurt bringen. Das Linke Bündnis Hassberge lädt dazu ein, im Zug mit zu fahren. Die Linken appellieren an die Landkreisbürger zu helfen, und Flagge gegen das Vergessen der nationalsozialistischen Gräueltaten zu zeigen. Die Dampflokomotive des Marburger Eisenbahnunternehmers Manuel Jussen wird mit drei Waggons der Eisenbahnfreunde Würzburg e.V. gegen 11Uhr im Hauptbahnhof Würzburg starten und gegen 12 Uhr im Schweinfurter Hauptbahnhof ankommen, um nach einem kurzen Aufenthalt wieder nach Würzburg zurückzufahren. Gegen 15 Uhr geht der historische Zug nochmals auf die Reise nach Schweinfurt. In den Waggons werden diverse Exponate der 11.000 Kinder-Ausstellung aus Frankreich, aber auch regionale Ausstellungsstücke der Deportationen aus Mainfranken gezeigt. Des Weiteren sind Gespräche mit Zeitzeugen, Lesungen und Darbietungen einer Klezmer-Musikgruppe vorgesehen.

 

Einem kleinen Teilbereich der faschistischen Tötungsmaschinerie widmete sich in den vergangenen Jahren eine Ausstellung in Frankreich. Den über 11.400 in den Jahren 1942 - 1944 deportierten französisch-jüdischen Kindern. Fotos und Dokumente der Opfer, darunter auch zahlreiche mit ihren Eltern aus Deutschland geflohene und nach Frankreich emigrierte Kinder wurden in den wichtigsten Bahnhöfen der französischen Staatsbahn SNCF gezeigt. Die SNCF stellte nicht nur Bahnhofshallen und Gleisbereiche zur Verfügung, sondern sorgte auch für Transport und Bewachung der Ausstellungsteile. Seit 2005 bemühen sich die Initiatoren, die Opferorganisation „Fils et Filles des Dèportès Juifs de France“ und das deutsch-französische Journalisten- und Autorenehepaar Beate und Serge Klarsfeld vergeblich, die Ausstellung in deutsche Bahnhöfe zu holen. Erst ende letzten Jahres machten der Vorstand des Reichsbahn-Nachfolgeunternehmens DB AG und das Bundesverkehrsministerium unter dem Druck wachsender Proteste aus dem In- und Ausland den Ausstellungsmachern das Angebot, die Exponate zumindest im Bahnmuseum Nürnberg zu zeigen. Für die Initiatoren war dies zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, wird jedoch ihrer Ansicht nach dem Ausmaß der Leiden der jüdischen Kinder und der drei Millionen Deportierten nicht gerecht, und zwingt sie die Proteste fortzusetzen.

 

Quelle: jkr

 

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