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Für
die Mitarbeiter gibt es nur Tritte ins Gesäß
IBM
Business Services schließt den Standort Schweinfurt!
Ich sehe diesen Fall exemplarisch für die derzeitige
gewissen- und verantwortungslose Vorgehensweise des
Managements unserer Großkonzerne.Die Bedrohung für den
wirtschaftlichen Abstieg des Standorts Deutschland ist
immens, denn dieses Verhalten bedroht ganze Familien,
schlägt also durch bis in die kommenden Generationen.
Der Standort Schweinfurt war im Outsourcing-Geschäft
innerhalb der IBM immer unangefochten an der Spitze. Es
wurden hochmoderne Rechenzentren gebaut.
In
den ersten Jahren wurden stetig neue Mitarbeiter
eingestellt und viel in Ausbildung investiert. Viele
gingen das Risiko ein und haben sich eine Existenz in
From eines Eigenheims geschaffen. Nahe liegend, weil die
Arbeit boomte. Viele Überstunden und Wochenendeinsätze
gaben die Sicherheit, dass die Lage in Schweinfurt
stabil sei. Und das bis zuletzt! Und was gerade
passiert, kann niemand begreifen. Auch wenn der
Kostendruck stetig zunahm und IBM sich schwer tut, mit
den billigsten Anbietern mitzuhalten, so überzeugt
Schweinfurt mit Qualtität für Service und Sicherheit,
die weithin anerkannt ist (SAP Competence Center). Diese
Qualtät wird nur durch die hoch motivierten Mitarbeiter
in einem sehr guten Betriebsklima erreicht. Mit dieser
Leistung wurden und werden auch andere Standorte unterstützt.
Das
räumte auch die Geschäftsführung gegenüber den
Mitarbeitern ein. Der Kahlschlag der IBM kommt für die
Leute ohne jede Vorwarnung. Die Geschäftsführung
lieferte bisher keine schlüssige Begründung. Der
Service soll nun aus den Billiglohnländern geliefert
werden (Ungarn, Tschechien). Aber die Vergangenheit
lehrte uns, dass das nicht so leicht geht. Dieses
Fachwissen und die Erfahrung werden nicht innerhalb von
Monaten auf neue Mitarbeiter übertragen. Denn dieses
Verlagern von Teilen unserer Dienstleistungen wird schon
seit Jahren versucht.
Überstunden
der Schweinfurter Mitarbeiter ließen sich dadurch nicht
reduzieren. Natürlich verspricht die IBM den
SAP-Kunden, den Service in gewohnter Qualität liefern
zu können. Wird hier ein bestehendes Risiko
verniedlicht? Sicher ist, dass das Know-How noch
transferiert werden muss. Von Seiten der Geschäftsführung
spekuliert man, dass die Leute, denen hier gekündigt
wird, als letzte Aufgabe die neuen Kollegen in Ungarn
und Tschechien ausbilden werden. Eine groteske
Vorstellung. Und was kommt dann? Für die Familienernährer
heißt es, einen neuen Job zu finden. Natürlich
bundesweit, weil in dieser Region die Angebote rar sind
und der Markt durch die Freisetzung überschwemmt wird.
Man
hat dann die Wahl zwischen Umzug oder
Wochenendbeziehung. Nicht wenige werden das frisch
bezogene Eigenheim veräußern müssen. Eine
40-Stunden-Woche ist längst Vergangenheit, kommen noch
verlängerte Fahrtwege dazu, bleibt für die Kinder
keine Zeit mehr. Der Weg geht damit weiter abwärts in
Deutschland, trotz der vollmundigen Versprechen der
CEBIT-Manager (Green-Card lässt grüßen!). Eine Notiz
am Rande: Die „Computerwoche“ berichtete Anfang März:
Dem IBM-Chef Samuel Palmisano wurden die Bezüge 2004 um
zwölf Prozent gegenüber 2003 kräftig erhöht. Denn er
hat Großes bewirkt innerhalb der IBM. Ganz unten kommen
bei den Mitarbeiter aber Gesäßtritte an, von denen
keiner richtig weiß, woher sie kommen.
Quelle: Martin Kinkelin, Königsberg
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