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Naziaktivitäten in Coburg
Am Donnerstagabend hielt die
so genannte Coburger Runde einen Vortrag mit Heiner
Hofsommer im Rödentaler Restaurant Panorama ab. Dieser
Umstand versetzte CARA, das Coburger Aktionsbündnis
gegen rechtsradikale Aktivitäten, in Verstaunen: Hatte
nicht die Wirtin ebendieses Lokals aufgrund des
öffentlichen Drucks bei einer ähnlichen Veranstaltung
vor genau vier Wochen der Coburger Runde eine Absage
erteilt! Für Donnerstag, den 18. Januar 2007, hatte sich
der NPD-Landessprecher und Vorsitzende der Nürnberger
Initiative Ausländerstopp Ralf Ollert bei der Coburger
Runde angekündigt. Als daraufhin CARA eine Kundgebung
anmeldete, erschien plötzlich die Verwaltung auf dem
Plan. Der Rödentaler Bürgermeister Preß ließ sich von
der Wirtin des Panorama versichern, dass die Coburger
Runde sich eine andere Lokalität suchen müsse.
Sie gab an, von der
Gesinnung der – nach eigenen Aussagen -
„Aktionsgemeinschaft deutschlandliebender Bürgerinnen
und Bürger“ und von der Identität des Redners nichts
gewusst zu haben. Nun, einen Monat später, tagt die
Coburger Runde mit ihrem Vortrag „Die Politik in der
Krise - Auswege“ wieder in diesem Lokal. „Zwar spricht
diesmal nicht ein hoher NPD-Funktionär, sondern Heiner
Hofsommer, ehemaliger CDU-Abgeordneter und später
Mitglied des BfB (Bund freier Bürger). Die politische
Gesinnung dieses doch eher harmlos anmutenden Gastes
scheint jedoch von jener der NPD nicht weit entfernt zu
sein!“, erklärt Christopher Hölzel, Mitglied von CARA.
So wurden dem ehemaligen Schuldirektor der Jahnschule in
Hünfeld (Hessen) von mehreren Schülerinnen, Schülern und
Eltern vorgeworfen, im Unterricht vermehrt rassistische
Parolen verbreitet zu haben. Da Hofsommer scheinbar eine
ganze Englischklasse „In Germany there are too many
immigrants“ nachsprechen ließ und im Aussagen wie „Neger
gehören nicht nach Amerika“ auffiel, wurde ein Verfahren
wegen Volksverhetzung gegen ihn eingeleitet.
Aufgrund des Protests der
Eltern wurde Hofsommer dann ins interne Schulamt
versetzt. Sein Engagement beim BfB, einer Partei, die
sich besonders durch Fremdenfeindlichen und
Europafeindlichkeit hervorgetan hat, verleihen diesen
Vorwürfen einen gewissen Wahrheitsgehalt. „Damit zeigt
sich einmal mehr, was wirklich hinter der Coburger Runde
steckt“, so Andreas Trunzer, ebenfalls CARA-Aktivist.
„Es handelt sich keineswegs um einen strikt
überparteilichen Stammtisch, im Gegenteil: die Redner
und Rednerinnen rekrutieren sich regelmäßig aus dem
rassistischen, nationalistischen, ja sogar
rechtsextremen Lager“. Die Wirtin des Panoramas hat
damit sowohl den Bürgermeister von Rödental als auch den
demokratischen Widerstand gegen solche Ideologien
vorgeführt. „Für uns ist es unverständlich, dass
Gastwirte und Gastwirtinnen derartigen Vereinigungen
Raum zur Verfügung stellen“ schließt Hölzel.
Quelle: nah
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