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ZF-Konzern: Tanz auf dem Vulkan

 

Spontane Zusammenkünfte von Beschäftigten der Schweinfurter ZF-Trading GmbH haben dazu geführt, dass der geplante Lohnraub in dem Unternehmen vorerst abgewehrt ist. ZF-Trading in Schweinfurt ist das Handelsunternehmen des Friedrichshafener Automobilzulieferers ZF und bedient den KFZ-Ersatzteilemarkt mit den Marken Sachs, Boge sowie Lemförder und beschäftigt am Standort in Franken etwa 700 Menschen. Die Firma ist aus der ehemaligen Sachs Handel GmbH entstanden, einer Tochter der heutigen ZF-Sachs AG mit 7300 Beschäftigten in Schweinfurt.

 

Der Betriebsrat bei der ZF-Sachs AG will in einem sogenannten Standortsicherungsvertrag vereinbaren, die tarifliche Erhöhung der Löhne im Volumen von 2,7% zugunsten einer Garantie für Beschäftigung zu opfern. Erwartungsgemäß wurde bei der kleinen ZF-Trading GmbH jetzt ebenfalls der Versuch unternommen, Tarifbruch zu begehen.

 

Nachdem die Pläne in der Belegschaft bekannt wurden, haben etwa 50 Arbeiterinnen und Arbeiter der Frühschicht bereits am Montag, den 14.03.2005 in einer spontanen Aktion im Innenhof auf dem Betriebsgelände ihren Unmut ausgedrückt. In Gesprächen mit dem ZF-Trading Betriebsrat haben die Versammelten ihrer Interessenvertretung klar gemacht, dass sie auf die kompromisslose Einhaltung des Tarifvertrages bestehen. Auch am Dienstag, den 15.03.2005 sind noch einmal 30 Beschäftigte der Spätschicht beim Betriebsrat vorstellig geworden um dort zu untermauern, dass man das Modell ZF-Sachs AG bei ZF-Trading nicht haben will.

Die Aktion von Unten führt mittlerweile zu einem Tanz auf dem Vulkan: Im örtlichen Vertrauensleuteausschuss der IG-Metall in Schweinfurt findet der  Widerstand gegen die Pläne bei ZF-Trading positives Echo. Im Ortsvorstand der Gewerkschaft gerät Willy Dekant, Betriebsratsvorsitzender bei der ZF-Sachs AG unter Druck. Es wird ihm angelastet, dass seine Zustimmung zur Tarifflucht dazu führt, dass in Schweinfurt eine Lawine gegen den Tarifvertrag ins Rollen kommt.

 

Der erste Bevollmächtigte, Klaus Ernst, hat den Kolleginnen und Kollegen bei ZF-Trading zugesichert, Unterstützung zu leisten, falls es zu Nachteilen für die Protestierenden kommen sollte. Augenblicklich geraten ZF-Trading Betriebsratsmitglieder unter Druck, weil der ZF-Sachs AG Betriebsrat den Interessenvertretern im kleineren Unternehmen vorwirft, aus der „Solidarität“ im ZF-Sachs Gefüge auszubrechen. Eine seltsame Abwandlung des Begriffes Solidarität.

 

Quelle: noch@gewerkschaft, indymedia

 

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