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Weniger Nazis bei
Aufmarsch
Es waren keine spektakulären
Aktionen, die am Freitag (23.03.2007) die
Auseinandersetzung mit den fränkischen Nazis in
Gräfenberg prägten. Dennoch sind drei Dinge
festzuhalten: Es gibt zusehends weniger Rechte, die sich
in der oberfränkischen Stadt versammeln. Immer mehr
Bürger finden sich zu Gegenaktivitäten in dem Städtchen
zusammen und die Kooperation zwischen Antifagruppen und
dem bürgerlichen Protest wird enger. Sämtliche rechte
Aktivitäten in Gräfenberg führen augenblicklich dazu,
dass die Ablehnung der regelmäßigen Naziauftritte weiter
wächst. Immer mehr Bürger beteiligen sich an
Gegenmaßnahmen, um den Rechten keinen Platz in der Stadt
zu überlassen. Kürzlich hatten Mitglieder der NPD eine
CD mit Nazimusik vor Gräfenberger Schulen verteilt.
Ergebnis der rechten Aktivität war, dass sich zahlreiche
Schüler, Eltern und Lehrer dem Protest gegen Rechts
anschlossen.
Am Donnerstag (22.03.2007)
wurde eine Veranstaltung organisiert, während der sich
bald 200 Menschen über Rechtsextremismus, der Musik und
den Rattenfängermethoden alter und junger Nazis
informierten. Viele von den Teilnehmern dieser
Bildungsveranstaltung, haben sich am vergangen Freitag
auch an der Protestveranstaltung gegen einen weiteren
Aufmarsch der rechten Szene beteiligt. Insgesamt waren
am Freitag wohl etwa 350 Menschen gegen Rechts
versammelt. Im Vorfeld der Freitagsaktionen kam es zu
einem informellen Austausch von Meinungen zwischen
Aktiven von Antifagruppen und Mitstreitern des
Gräfenberger Bürgerforums. Von Mitgliedern der
bürgerlichen Gruppe war viel des Lobes über diesen
Tausch von Berichten zu hören. Antifa und Bürgerforum
haben sich für den vergangenen Protesttag darauf
verständigt, weitestgehend auf Konfrontationsstrategien
zu verzichten. Junge Antifaschisten erhielten Redezeit
auf der Bühne des Bürgerforums, um dort ihre
antifaschistische Position vorzustellen. Das Bürgerforum
greift teilweise auf Ergebnisse linker Antifarecherche
zurück, um seine Aktivitäten zu planen.
Bereits gegen 17 Uhr trafen viele der jungen Nazigegner
in Gräfenberg ein. Erst um 20 Uhr passierten die 45
Teilnehmer des rechten Aufzuges den Marktplatz, der vom
Landesverband der NPD angemeldet war. Lediglich eine
halbe Stunde dauerte die Aktion der Rechten, vorgesehen
war eine Veranstaltung zwischen 18.30 und 23 Uhr.
Antifaschisten sahen wegen verschiedener Absprachen
davon ab, Blockaden gegen die Rechten zu organisieren.
Dem vernehmen aus antifaschistischen Kreisen, werden an
möglichen weiteren Aufmärschen der Nazis weiterhin alle
Aktionsformen denkbar bleiben. Das Bürgerforum hielt auf
dem Marktplatz eine Party gegen die Rechten, bei der
zunächst verschiedene Redner auftraten. Die
Aktionsgruppe "Apfelfront" trat auf, es wurden
Informationen verteilt und Mitglieder vom VVN
informierten über ihre Arbeit. Ralf Ollert, ein
bekannter fränkischer Nazi aus Nürnberg erhielt vom
Bürgerforum den Preis "Gräfenberger Lachsack" verliehen.
Der Preis wird von den Gräfenberger Bürgern an besonders
bescheuerte Nazis verliehen. Das Bürgerforum will
erreichen, dass der Preis an Ollert im Nürnberger
Stadtrat vom Oberbürgermeister übergeben wird, weil der
besonders bescheuerte Nazi Ralf Ollert, für die Gruppe
"Ausländerstopp" im Nürnberger Rat sitzt. Mancher
Partyteilnehmer und so einige der (verfrorenen) Antifas
machten gebrauch von einer Wärmestube im Rathaus, andere
zogen es vor, reichlich Klaren runterzuspülen, um am
Freitag nicht all zu arg zu frieren.
Quelle:
indymedia
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