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Mit Solidarisierung ist Hopfen und Malz noch nicht verloren

 

Acht Würzburger Gruppierungen aus dem Kultur-, Friedens- und Sozialbereich haben mit der Losung: »Das ist unser Bier!« in einem offenen Brief an die Stadt Würzburg nachgefragt, ob diese im Zuge neuer Marketingstrategien nicht Interesse hätte, ihnen das seit Jahren leerstehende, denkmalgeschützte Sudhaus auf dem ehemaligen Hofbräugelände in der Frankfurter Straße 87 zu sinnvoller Nutzung zur Verfügung zu stellen. Der Tenor des Schreibens, das nach den ständigen Streichungen im Kultur- und Sozialbereich zur Vergabe von »Naturalien« rät, lässt sich im ATTAC-Slogan zusammenfassen: »Schluß mit der Bescheidenheit! Eine andere Welt ist möglich«. Die beteiligten Gruppierungen und Organisationen sind (in alphabetischer Reihenfolge) ATTAC, Erwerbsloseninitiative Würzburg, Freundeskreis ausländischer Flüchtlinge im Regierungsbezirk Unterfranken e.V., Friedensbündnis, L'Art pour L'Art-Initiative BeNarO, Menschen für Tierrechte e.V., Ökopax e.V. und Soziales Bündnis. Ihre Anregung sehen die Solidarisierungspartner als Beitrag zur Imagewerbung, da für Würzburgs Attraktivität auch ein "weicher" Standortfaktor wie eine lebendige Politik- und Kulturszene von hoher Bedeutung ist.

Mit Hinweis auf den unvergessenen Ideen-Wettbewerb der Würzburg AG, dessen Slogan: »Wer was zu sagen hat, bleibt hier!« im Jahr 2004 monatelang auf rotgelben Postern und Postkarten in ganz Würzburg kursierte, ist im Schreiben an Klaus Walther, den Geschäftsführer des CTW, zu lesen: "Wir, die obengenannten Würzburger bzw. u.a. auch in Würzburg ansässigen Organisationen, die sich in mannigfaltiger und schätzenswerter Weise für global relevante Belange engagieren, haben was zu sagen - und wir möchten auch gerne hier bleiben. (...) Andere sagen: »Das ist nicht unser Bier!« Wir nicht. Aus dieser zukunftsträchtigen Strömung, die sich weltweit immer mehr Gehör verschafft, könnte die Stadt Würzburg sehr viel Nutzen ziehen.« Der Brief schließt mit weiteren Zitaten markanter Werbeäußerungen der Würzburg AG, die durch »Personalunion« sehr eng mit dem CTW verbunden ist. 

In einem weiteren Schreiben an den zuständigen Ansprechpartner des CTW, Herrn Götz, bittet die Solidarisierungsgemeinschaft um einen unverbindlichen Besichtigungstermin des Sudhauses. Die beiden Briefe mit Datum vom 16. haben am 18. März ihren postalischen Weg angetreten und müßten spätestens heute bei der Stadt Würzburg eingetroffen sein.

 

Quelle:  Heike Pauline Grauf 

 

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