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Globalisierungskritische
Filmwoche in Würzburg
Vom 28.04. bis zum 04.05.05 präsentieren ATTAC campus Würzburg und das Corso
Kino-Center die Globale05, Globalisierungskritische Filmwoche. Sieben Tage lang
werfen allabendlich um 18.00 Uhr ein oder zwei Filme Schlaglichter auf
verschiedenste Aspekte der globalisierten Welt. Das Themenspektrum reicht von
USA über Venezuela bis Indien, von Unterdrückung über Ausbeutung bis
Widerstand, vom Krieg im Irak bis zum Kampf gegen AIDS.
Die Globale soll über das Medium Film die Gelegenheit zur Auseinandersetzung
mit globalisierungsrelevanten Themen bieten. Sie lädt ein zu Information,
Reflexion und Diskussion über Globalisierung in all ihren Erscheinungsformen.
Die komplette Globale05 wurde vom 12.01. bis 20.01.05 in Berlin aufgeführt,
anschließend begann die "Tour" eines Teils der Filme durch
Deutschland. ATTAC campus Würzburg hat die Globale nach Würzburg geholt und
zeigt in Zusammenarbeit mit dem Corso Kino-Center eine Woche lang politisches
Kino in Würzburg.
Das Programm:
Do, 28.04.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Bürgerrechte
Eröffnungsfilm: DES KÜNSTLERS NEUE KLEIDER
Deutschland 2004, 20 min.
Filmische
Live-Dokumentation der gleichnamigen Spitäler-Performance, die im August 2004
im Rahmen des Kunstprojekts BEGSTAGE mit Unterstützung von attac in Würzburg
stattgefunden hat. Während einer Prozession durch die gesamte Innenstadt wird
an vier symbolischen Stationen (Spitäle, Juliusspital, Bürgerspital zum Hl.
Geist, Adam und Eva-Portal der Marienkapelle) die Verarmung, Entkleidung und
Vergewaltigung der Kultur durch das kapitalistische Verteilungsdilemma
aufgezeigt: DER ARME(E) STAAT IST KRANK. Der »Medicus Mendicus« (der »Bettler
als Arzt«) so die Aussage der Performance, besitzt das Heilungspotential - die
schöpferische KUNST des Heilens -, weil er nicht den anonymen Staat, sondern
den individuellen Menschen (auf- und unter)sucht, vielleicht sogar, durch (auf)richtige
Bildung, »erschafft«.
UNCONSTITUTIONAL – THE WAR ON OUR CIVIL LIBERTIES
Regie: Nonny de la Peña, USA 2004, Doku, 68 min, OF
Mit
den Anschlägen am 11. September 2001 haben die USA auch im eigenen Land ihre
autoritäre Seite hervorgekehrt: Bürgerrechte wurden eingeschränkt, die persönliche
Freiheit massiv beschnitten. Grundlage ist der „Patriot Act“, der bereits 45
Tage nach den Anschlägen durch das Parlament gepeitscht wurde, ohne kritische
Anmerkungen oder gar Ablehnung. Inzwischen wehren sich viele Menschen gegen das
Gesetz. Der Film lässt sie zu Wort kommen und sie vermitteln etwas von der
herrschenden Angst, Hysterie und Paranoia, die durch die systematisch geschürte
Terrorangst immer weiter verstärkt wird.
Fr, 29.04.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Unterdrückung
WUNDER GIBT ES NICHT. DIE VERSCHWUNDENEN VON MERCEDES BENZ IN ARGENTINIEN
Regie: Gaby Weber, Argentinien 2003, Doku, 110 min.
1977
„verschwanden“ mindestens 14 Mitglieder des unabhängigen Betriebsrates des
Mercedes-Werkes in González Catán (Buenos Aires). Die aktiven
GewerkschafterInnen wurden von den Repressionskräften der argentinischen Militärdiktatur
(1976-1983) entführt und ermordet. Nur einige wenige, für deren Verschleppung
es viele Zeugen gab, überlebten. Die Journalistin und Filmemacherin Gaby Weber,
die seit Ende der 80er Jahre in Montevideo und Buenos Aires lebt, recherchierte,
wie die GewerkschafterInnen ins Visier der Todeskommandos des Militärs gerieten
und wer dafür Verantwortung trug.
Sa, 30.04.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Medien
OUTFOXED – RUPERT MURDOCH'S WAR ON JOURNALISM
Regie: Robert Greenwald, USA 2004, Doku, 80 min, OF
Rupert Murdoch ist seit Jahrzehnten im globalen Mediengeschäft – und immer
auf der Seite der Macht. 1981 fielen ihm mit Unterstützung der konservativen
Partei fast die Hälfte aller überregionalen englischen Printmedien in die Hände.
Er nutzte seinen Einfluss massiv und erfolgreich für Margret Thatcher und ihre
neoliberalen Torys. Die Geschichte wiederholt sich jetzt in den USA: Mit seinem
einflussreichen Nachrichtensender „Fox News Network“ macht Murdochs
Medienkonzern dreist und unverhohlen Wahlkampf für George W. Bush. „Outfoxed“
zeigt, welche Methoden der Sender anwendet, um GegnerInnen zu diffamieren, Lügen
zu verbreiten und für ein Ziel kämpft: die reaktionäre Machtclique im Weißen
Haus und ihre ökonomischen und militärischen Interessen zu stützen. Eine
aufschlussreiche Analyse über die Strategien und Methoden einer
Propagandamaschine.
So, 01.05.05, Tag der Arbeit, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Konzerne und ihre Opfer
100% BAUMWOLLE – MADE IN INDIA
Regie: Inge Altemeier, Deutschland 2003, Doku, 29 min.
Einige hochgiftige Pestizide von Bayer, Monsanto, Unilever, Syngenta und Advanta
sind in Europa seit Jahren verboten, dennoch produzieren und verkaufen die
Konzerne sie weiterhin, allerdings in den Entwicklungsländern. Im Südindischen
Baumwollgürtel ruinieren die hochgiftigen Chemikalien die Gesundheit der BäuerInnen
und Textilarbeiterinnen. Die rasche Schädlingsresistenz erfordert immer höhere
Dosen der teuren „Pflanzenschutzmittel“, bis die Bevölkerung
verschuldet und das Trinkwasser verseucht ist. Der Film „100% Baumwolle - made
in India“ ist im Rahmen des 20. Ökomedia-Filmfestivals in Freiburg mit dem
Sonderpreis des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet worden.
ERMORDETE COCA-COLA GEWERKSCHAFTER IN KOLUMBIEN
Regie: Bärbel Schönafinger (kanalB), Deutschland 2004, Doku, 50 min.
In Kolumbien werden jedes Jahr um die 100 Gewerkschafter ermordet. Dabei spielen
Konzerne wie Coca Cola und Nestlé eine wichtige Rolle. Um dies exemplarisch zu
belegen, hat kanalB einen Fall gründlich recherchiert: Isidro Gil wurde am 5.
Dezember 1996 in einer Coca-Cola Abfüllanlage in Urabá von Paramilitärs
erschossen. In der Folge zwangen Paramilitärs die gesamte Belegschaft aus der
Gewerkschaft auszutreten. Der Film rekonstruiert den Fall im Detail, bettet ihn
in die jüngere politische Geschichte der Region Urabá im Norden Kolumbiens ein
und schlägt dann den Bogen zurück nach Deutschland mit der Frage, ob das mit
der internationalen Solidarität unter GewerkschafterInnen funktioniert oder
nicht.
Mo, 02.05.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Krieg im Irak vs. Kampf gegen AIDS
HALLO KRIEG
Deutschland / USA / Irak 2003, Doku, 60 min.
Deutsche, irakische und amerikanische Jugendliche dokumentierten mit der
Videokamera ihr Leben und ihre Gedanken in den Monaten vor, während und nach
dem Krieg. Gedreht wurde in Bagdad, Wuppertal, Iowa sowie Oklahoma.
ASK ME, I’M POSITIVE
Regie: Teboho Edkins, Südafrika 2004, Doku, 48 min., OmU
Es sind sympathische Typen: Thabo, Moalosi und Thabiso. Sie sind
HIV-positiv. Sie ziehen mit einer Serie von Aufklärungsfilmen „Steps for the
future“ von Dorf zu Dorf und sprechen mit den EinwohnerInnen über die
Ansteckungsgefahren und den Schutz vor HIV. Ungläubige Blicke, Staunen,
Verlegenheit und Gelächter, viele Fragen. Thabo, Moalosi und Thabiso erzählen
über das Leben mit dem Feind, dem Virus. Sie reden vom Leben, sie reden vom
Tod, von Mädchen und Sex.
Di, 03.05.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Widerstand
MIAMI MODEL
Regie: FTAA Miami Video Working Group, USA 2004, Doku, 91 min. OmeU
Im November 2003 treffen sich die Wirtschaftsminister aus 34 Ländern in
Miami/Florida, um über die FTAA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) zu
verhandeln. Das Abkommen droht Arbeitsplätze, Umwelt, öffentliche Leistungen
wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Wasser zu zerstören. Außerdem werden
indigene Rechte und kulturelle Vielfalt von Nord- bis Südamerika gefährdet. Um
ihren Protest gegen dieses Abkommen zu demonstrieren, versammeln sich tausende
von Gewerkschaftsmitgliedern, UmweltschützerInnen, FeministInnen, Medien- und
MenschenrechtsaktivistInnen. Die anfänglich friedvolle und bunte Demonstration
wird plötzlich von PolizistInnen mit Gummigeschossen, Tränengas und
Elektroschockern angegriffen. Unter ihnen befinden sich auch eingebettete
JournalistInnen. Koordiniert wird die Aktion von der US-amerikanischen Abteilung
für innere Sicherheit. Der Film zeigt Möglichkeiten des Widerstands von unten,
kreativen Protesten und Solidarität gegen paramilitärische Unterdrückung,
Informationskrieg und das Diktat der multinationalen Konzerne.
Mi, 04.05.05, 18.00 Uhr, Corso Kino Center
Thema: Venezuela
VENEZUELA - EIN ANDERER WEG IST MÖGLICH
Regie: Elisabetta Andreoli, Gabriele Muzio und Max Pugh, Venezuela 2003, Doku,
80 min.
Der Film handelt von der aktuellen politischen Situation in Venezuela
und beschreibt sie als Revolution. Was die Medien als Konflikt zwischen
Regierung und Opposition bezeichnen, ist für die Leute, die im film zu Wort
kommen, Klassenkampf. Venezuela - Ein anderer Weg ist möglich - erzählt also
nicht nur von Venezuela, sondern beschreibt auch den medialen
Verschleierungszusammenhang, dem wir permanent ausgesetzt sind. In 80 Minuten
wird deutlich, wie der hierzulande oft etwas kraftlose Slogan -eine andere welt
ist möglich- in Venezuela konkrete Gestalt annimmt.
Quelle:
Bernhard Söhl
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