|
Nazisprüche im Hassfurter
Amtsgericht
Ein bundesweit bekannter
Nazianwalt hatte am 24. April 2007 einen Auftritt im
Amtsgericht von Hassfurt. Wolram Narath, der ehemalige
Chef der verbotenen Wiking Jugend, verteidigte einen
29jährigen Rechten aus dem Landkreis Hassberge, der
kürzlich erst wegen rechter Umtriebe beim Straßenfest in
Hassfurt eines auf die Kappe bekam. Der Klient von Narath war jetzt zum wiederholten Male vor Gericht, weil
er verfassungsfeindliche Symbole gebraucht hat. Außerdem
wirft die Staatsanwaltschaft dem Klienten des Berliner
Nazianwaltes vor, Volksverhetzung begangen zu haben.
Wolfram Narath ist seit Jahren aktiver Anwalt der
rechtsextremen Szene. Narath verteidigte im Jahre 2001
fünf Berliner Neonazis, die eine Gruppe von Punks halb
tot geprügelt hatten.
Die fünf Nazischläger waren
Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft Germania.
Narath verteidigte auch Steffen Henze, der an der
Ermordung von Farid Gouendoul in Guben beteiligt war.
Henze und zwölf weitere Täter hatten den Asylbewerber in
der Nacht des 13. Februar 1999 durch Guben gehetzt.
Farid verblutete in einem Hausflur, nach dem er voller
Panik durch die Scheibe eines Häusereingangs Sprang, um
vor seinen Verfolgern zu flüchten. Wolfram Narath
vertritt nicht nur die Schläger des rechten Milieus,
sondern auch rechtsextreme NPD-Funktionäre wie den
Würzburger Uwe Meenen. Narath selbst ist Mitglied in der
NPD, der Berliner Kulturgemeinschaft Preußen (BKP), der
Notgemeinschaft für Volkstum und Kultur e.V. (NG) und
anderen rechtsextremen Vereinigungen ist. Von 1991 bis
1994 war er Chef der verbotenen Wiking Jugend.
Im Hassfurter Verfahren wurde dem 29jährigen Schützling
von Narath angekreidet, auf dem Straßenfest
beispielsweise „Heil Hitler“ gebrüllt zu haben. Außerdem
wird dem Sohn eines Polizeibeamten vorgehalten, zusammen
mit anderen Nazis auf einem Altstadtfest in der Region
verbotene rechte Lieder gegrölt zu haben. Ein Anwohner
hat den Angeklagten dabei gefilmt. Die Kumpane des
29jährigen wurden für das grölen rechter Lieder zu
Jugendstrafen verurteilt.
Weil die Zeugen des Vorfalles Angst vor rechten
Übergriffen haben, hat der Hassfurter Amtsrichter in der
Verhandlung gegen den Rechtsextremisten zunächst auf
Zeugenaussagen verzichtet und lediglich vorhandenes
Filmmaterial zur Urteilsfindung herangezogen. Narath und
sein Schützling wollten dies nicht akzeptieren. Narath
formte aus dem Verhalten eines betrunkenen Rechten
sozusagen eine „völkische Heldentat“. Beteiligte
Beobachter sprechen von einer Dorfposse sondergleichen.
Die Nazisprüche des Anwalts und das kleinlaute Schweigen
des Hassfurter Rechtsextremisten sind es nicht Wert
größere Beachtung zu erhalten. Jetzt finden Narath und
sein Klient aber in einer weiteren Verhandlung noch
einmal mediale Aufmerksamkeit. Naraths Rechnung,
einen juristischen Erfolg für einen lächerlichen
alkoholisierten Rechtsextremen zu erringen werden
nach Einschätzung von Prozessbeobachtern in der nächsten
Verhandlung wohl nicht aufgehen.
Quelle: nah
Nachrichten aus
Hassfurt empfiehlt Dir ein paar Dinge, die Du haben solltest.... und Du
unterstützt uns...
zurück
|