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Naziavantgarde tagt in
Bad Kissingen
Etwa zweihundert Rechtsextremisten, die in der
Vereinigung „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GFP)
organisiert sind, tagen vom 11. bis 13. Mai 2007 auf ihrem
so genannten Jahreskongress in Bad Kissingen. Auf der
Internetseite der GFP wurde im Vorfeld der Veranstaltung
für einen Austragungsort in Südthüringen geworben, um
das Treffen ohne große öffentliche Aufmerksamkeit im
unterfränkischen Bad Kissingen durchführen zu können.
Der Kongress der Rechtsextremisten beginnt am Freitag um
15 Uhr und endet am Sonntagmittag. Im vergangenen Jahr
fand die Tagung der Naziavantgarde in Bayreuth statt.
Der Verfassungsschutz hat in der „Gesellschaft für freie
Publizistik“ revisionistische Aktivitäten beobachtet.
Sollte auf dem Kongress in Bad Kissingen die
Kriegsschuld der Deutschen geleugnet, oder der Holocaust
bestritten werden, gehört es zu der Aufgabe des
Staatsschutzes bei der Polizei in Schweinfurt,
einzugreifen.
Die GFP organisiert ihre
Jahreskongresse, an denen insbesondere Autoren,
Wissenschaftler und Politiker aus dem
rechtskonservativen bis rechtsextremen Spektrum
teilnehmen. Sie sind ein Ort für rechte
Strategiediskussionen, mit denen die GFP versucht, unter
anderem durch Preisverleihungen Einfluss auf die
Gegenwartspublizistik zu nehmen. Die "Gesellschaft für
Freie Publizistik" hat etwa 500 Mitglieder. Nach
Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz aus
dem Jahr 2005 handelt es sich um die „größte
rechtsextremistische Kulturvereinigung“ in Deutschland;
sie gilt als der NPD nahe stehend. Die Gesellschaft ist
in mehrere regional tätige Arbeitskreise untergliedert
und hat ihren Sitz in München.
Die GFP wurde 1960 von ehemaligen Angehörigen der NSDAP
und der SS gegründet. Eine besondere Rolle kam dabei dem
ehemaligen stellvertretenden Reichspressechef der NSDAP,
Helmut Sündermann, zu. Mitgründer waren außerdem Kurt
Ziesel, Herbert Böhme und der einstige persönliche
Referent des NS-Außenministers Joachim von Ribbentrop,
Peter Kleist.
1973 übernahm Gerd Sudholt den Vorsitz und wurde 1983
durch Holle Grimm abgelöst. Seit 1991 wird der Vorstand
unter anderem durch Rolf Kosiek, Karl Richter, Gert
Sudholt, Peter Dehoust, Rudolf Enßlen, Harald Neubauer,
Margret Nickel und Jürgen Schützinger geleitet. Seit
2005 ist Andreas Molau Vorsitzender der GFP. In der
Folge fand eine Hinwendung zur NPD statt. Von Beginn an
arbeitete die GFP eng mit dem „Deutschen Kulturwerk
Europäischen Geistes“ und deren späterer Abspaltung, der
„Deutschen Kulturgemeinschaft“, zusammen.
Themen der GFP sind insbesondere die „Infragestellung
der Vergasung von Millionen von Juden“ nach Helmut
Rannacher, dem Verfassungsschutzleiter von
Baden-Württemberg, das Bestreiten und die Relativierung
der Kriegsschuld Deutschlands, die „Ausländerfrage“, die
„Meinungsfreiheit für nationale Publizistik“ und weitere
revisionistische und neurechte Theorien und Ansätze. Zu
den Hauptaufgaben der GfP gehört die Förderung der
Zusammenarbeit rechter und rechtsextremer Verleger sowie
zwischen Verlegern und Autoren und die politische und
juristische Unterstützung im Fall von polizeilichen oder
staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen die Verfasser
rechter Schriften.
Quelle: nah
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