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Naziclique in der fränkischen Provinz
Am
vergangenen Osterwochenende führten Nazicliquen mehrere
Szeneveranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern durch.
Per Autokonvoi ist der braune Mob dabei durch
verschiedene Bundesländer getourt. Während die Nazis
in Chemnitz und Fulda von starken Polizeikräften vor
die Tür gesetzt wurden, hat ein Teil der österlichen
Nazikarawane im nordbayerischen Oberaurach Station
gemacht. Etwa 200 kahlgeschorene gewaltbereite Rechte
haben während ihres Aufenthaltes am Sonntag in der
4000-Einwohner Gemeinde den kleinsten Ortsteil
Unterschleichach in Aufregung versetzt.
Einwohner
berichten von betrunkenen und lärmenden Rechten, die in
einem Gasthaus einer Nazimusikveranstaltung beiwohnten.
Andere betroffene Bürger sprechen sogar von einem
Ausnahmezustand in der Ortschaft. Kenner der Szene gehen
davon aus, dass die Naziveranstaltungen vom Wochenende
im Zusammenhang stehen. Die Zusammenkünfte der Rechten
fanden vor dem Hintergrund des Haftantritts des
Rechtsextremisten Manfred Röder statt.
In
Unterschleichach mietete ein szenenaher Rechter Räumlichkeiten
in einem Gasthaus zur Durchführung einer privaten Feier
an. Nachdem die Nazis in Hessen und in den neuen Bundesländern
dank der starken Polizeipräsenz ihre Veranstaltungen
nicht durchführen konnten, schließen Beobachter nicht
aus, dass die Ausweichmöglichkeiten im Hinterland
vorsorglich geschaffen wurden. Unterschleichach liegt im
östlichen Unterfranken zwischen Schweinfurt und
Bamberg. Die Ortschaft liegt in der Nähe der
Bundesautobahn A 70 an der Anschlussstelle Knetzgau. In
der Naziszene ist es üblich, Kontakte kurzzeitig über
SMS-Nachrichten herzustellen. Eintrittskarten für
rechte Musikveranstaltungen werden schnell vorher an
naheliegenden Raststätten verkauft.
Die
örtliche Polizei hält sich mit Angaben zum Einsatz in
Unterschleichach zurück. Dem Vernehmen nach waren die
Behörden im Vorfeld von den Naziaktivitäten
unterrichtet. Es seien vorläufig vier Personen
festgenommen worden. Weiterhin habe man CD´s mit
Nazimusik sichergestellt. Ferner seien
verfassungsfeindliche Symbole beschlagnahmt worden. Die
Nazikarawane habe aus rund 30 vollbesetzten privaten PKW´s
bestanden. Ansonsten wollen die Behörden zur Stärke
des Polizeiaufgebotes aus Ermittlungstaktik keine
weitere Aussagen machen. Beobachter des Einsatzes
sprechen von etwa 20 Einsatzfahrzeugen der Polizei. Die
Veranstaltung sei von den Behörden lediglich beobachtet
worden, ein offensives Einschreiten habe nicht
stattgefunden.
Unterfranken
entwickelt sich zu einer Hochburg der rechten Szene. Jüngste
Ereignisse in Lohr am Main und Würzburg und frühere
Veranstaltungen der Rechten in Burgpreppach, Ebern, Sand
am Main und Kaltenbrunn untermauern die Beobachtung.
Quelle:
indymedia
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