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Kein nostalgischer Rückblick

 

Es war einmal eine Berliner Band, die Ende der 70er Jahre etliche erfolgreiche Konzerte in der Region gab, sich eine stattliche Fangemeinde erspielte und dann von der Bildfläche verschwand… Wenn jetzt ein Konzert mit der „Jesse Ballard Band" in Zeil angekündigt wird, werden Musikfreaks von damals nicht lange brauchen, um die Verbindung zu alten Zeiten in der hiesigen Szene herzustellen - und gleichzeitig ungläubig fragen, ob es sich denn um „den" Jesse Ballard handelt, dessen kraft- und gefühlvolle Balladen und Songs vielfältige Spuren hinterlassen haben. „Back to the roots" – nun kommt er wirklich am Mittwoch, den 30. März, 20.00 Uhr an einen der damaligen Schauplätze und gastiert mit seiner „Paradise Island Band" auf Einladung der Volkshochschule in der Brauereigaststätte Göller in Zeil.

Jesse Ballard, charismatischer Rockin’ Blues Sänger, dominierte Mitte bis Ende der Siebziger Westberlins Musikszene. Die heutigen Gastspiele mit seiner Paradise Island Band haben vor allem gezeigt, dass das musikalische Konzept der gekonnten Überschneidung verschiedenster Musikgenres keineswegs nur ein nostalgischer Rückblick vertrauter Virtuosen ist, sondern aufgrund der individuellen Weiterentwicklung jedes Einzelnen ein sehr lebendiges Wesen. Zu den treuen, „alten" Fans haben sich in letzter Zeit junge, neue Fans gesellt, die 1976 noch nicht mal geboren waren, und es werden jedes Mal mehr.

Bei seinen Live Auftritten und Konzerttourneen wird Ballard auch heute, 25 Jahre nach den wilden Endsiebzigern, meist von seiner fast schon legendären „Paradise Island Band" begleitet.

Beim Konzert in Zeil sind dabei der Schweizer Hans Hartmann, der 1967 beim Amateur-Jazz-Festival Zürich den ersten Platz abräumt und noch im gleichen Jahr wegen der pulsierenden Jazz-Szene ins fremde Berlin zieht. Hartmann, der u.a. mit Jazzgrößen wie Chet Baker und der Undergroundband Guru Guru brillierte, passt in keine musikalische Schublade. Joe Kucera, von seinen Fans und Freunden liebevoll „Sensational Saxophone Joe" genannt, stammt aus Prag, wo er am Konservatorium Fagott studierte. Ähnlich wie bei Hartmann gilt Kucera’s Liebe zunächst dem Jazz, er entdeckt aber auch früh seine Affinität zum Rock’n Roll.

 

Quelle: Bernhard Schurig

 

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