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Ebermann und Trampert
in Würzburg
Heute erscheint es kaum vorstellbar, dass
Thomas Ebermann
zum Sprecher der grünen Bundestagsfraktion gewählt wurde - sein Gegenkandidat
war Otto Schily. Ebermann war Gast diverser TV Talkshows und begeisterte sein
Publikum weit über den Kreis seiner Anhänger hinaus - zu einer Zeit, als
Gregor Gysi hierzulande vollkommen unbekannt war. Rainer Trampert war Sprecher
der Partei und kommentierte die Bundestagswahlen - kaum vorstellbar, wenn man
heute den grünen Bundesgeschäftsführer Reinhard Bütikofer sieht und hört.
Das alles spielte sich in einer grauen Vorzeit der Grünen ab, so um das Jahr
1985 erlebten beide den Höhepunkt ihres politischen Einflusses bei den Grünen.
Der rhetorische Witz der beiden ist bis heute jedenfalls bei jenen, die
sie noch als Politiker erlebten unvergessen.
Und eben diesen Witz haben sich die beiden bewahrt und kultiviert. Aus
Politikern, die sich der Waffe der Satire bedienen sind Polit-Satiriker
geworden. Die beiden geben gleichwohl nicht die Hofnarren, die einem saturierten
bürgerlichen Publikum eine amüsanten Abend oder eine unterhaltsame Lektüre
bieten. Kaum vorstellbar etwa, dass der grüne NRW Kulturminister Michael Vesper
, sonst gern Gast bei satirischen Abenden mit ihnen allzu große Freude haben würde.
Denn die von ihnen vorgetragene Kritik enthält nicht das Versprechen folgenlos
bleiben zu wollen. Sie setzt auf die Aufklärung. Und wer das aushält kann
Polit-Satire vom feinsten genießen.
Das Buch enthält neben politisch analytischen Texte auch Texte ihres Programms,
mit dem sie derzeit auf Tour sind sowie die Texte ihres früheren Programms.
Nach dem Urteil der Kritiker sind Trampert und Ebermann "Grenzgänger
zwischen Kabarett und Analyse", mit einem "brillanten, an Marx
und Engels geschulten Humor" (taz); "Wenn es also jemanden gibt, der
linke Kulturkritik für anachronistisch und längst obsolet hält, dann kann
diese Pfeife sich hier eines besseren belehren lassen" (titanic).
In ihren Programmen "Verpasst Deutschland den Anschluss?" und
"Sachzwang und Gemüt", das auch als Buch erschienen ist, nahmen sie
dem Zeitgeist die Arglosigkeit: Nun werden sie mit einem neuen Mix, der
eine Reihe bisher nicht aufgeführter Texte enthält, sich bei uns an die
Aufgabe heranwagen, "weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen
Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."
Zu
sehen sind Ebermann und Trampert am 1. Mai um 19.00 Uhr im akw!-Biergarten in
Würzburg. Der Eintritt ist frei.
Quelle:
J., DGB-Jugend Würzburg
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