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Erneut Protest gegen Nazis in Gräfenberg

 

„Wir sind ziemlich fassungslos, dass die NPD mit Fackeln, Stahlhelmen und Trommeln wie zu Zeiten des Dritten Reiches kriegerisches Heldentum in unserer Stadt feiern darf“, so hatte Monika Michael vom Gräfenberger Bürgerforum den Aufzug von 100 neofaschistischen  Mitläufern am Sonntag, den 9. November 2007 kommentiert. Die NPD plante für diesen Tag zum wiederholten Male, den Gräfenberger Marktplatz für ihre revanchistischen, geschichtsfälschenden und menschenverachtenden Ziele zu missbrauchen. Doch der Gräfenberger Marktplatz gehörte erneut nur den Gräfenberger Demokraten, die sich im Gedenken an die 20 Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten in den Konzentrations- und Vernichtungslagern umgebracht worden waren, auf dem Marktplatz versammelt hatten.

Der schnell vorüberziehende Zug der alt- und neofaschistischen Hohlköpfe wurde übertönt von dem eindrucksvollsten Totengedenken, das in Gräfenberg wohl bisher stattgefunden hat: schweigend hörten die Demokraten den alles Trommeln übertönenden Khaddisch. Das jüdische Totengebet empfing ihre einstigen Mörder und trieb sie schnell wieder aus der Stadt hinaus, durch haushohe Bilddarstellungen aus Theresienstadt, Bergen-Belsen und anderen Konzentrationslagern hindurch, an Bergen von ermordeten Menschen vorbei. Und  das Transparent  „Denkmäler sind für Denkende“ stand dabei über allen Köpfen. Die wortlose, aber eindrucksvolle Gestik vieler Demokraten, die sich auf den Boden legten und mit weißen Leichentüchern überdeckten, verstärkten die innere Wut und  den Mut, sich diesem braunen Verbrecherpack weiterhin entgegen zu stellen.
 
Der Tag zeigte einmal mehr, dass der Gräfenberger Widerstand gegen Alt- und Neofaschisten nicht nachlässt. Im Gegenteil, trotz heftigster Graupelschauer, eisiger Kälte und Sturm standen wieder 300 Demokraten eng und  friedlich zusammen und zeigten, dass diese gewaltfreie Form des Widerstands Zukunft hat für die Demokratie, auch wenn dieser geduldige Widerstand langen Atem braucht. „Fackeln, Stahlhelm und Trommeln“ dagegen haben auf dem Gräfenberger Marktplatz und nirgendwo auf der Welt etwas zu suchen, denn Faschismus ist keine Meinung - sondern ein Verbrechen.

 

Quelle: gpi

 

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