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Siemens
zerstört Familien
Von
1.600 Beschäftigten am Würzburger Siemens VDO-Standort sollen nun 1.250
Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit verlieren und damit ihre Existenz. Die
Verlagerung von Arbeitsplätzen in solche Regionen der EU, in denen hohe
Subventionen bezahlt werden, ist nicht neu für Würzburg. Der letzte
Metallbetrieb war Diamant-Winter, er verlagerte die Produktion nach
Griechenland. Wenn es diese Subventionen nicht gibt, rechnet sich der
Standortwechsel meist nicht. Schon bei Diamant-Winter wurde auf eine Anfrage der
PDS knapp von der deutschen EU-Kommissarin Monika Wulff-Mathies mitgeteilt, dass
dieser Vorgang ganz normal ist. Deutschland habe die gleichen Möglichkeiten in
den neuen Bundesländern.
Diese
Form der Subventionen bringt der EU keinen einzigen Arbeitsplatz mehr, ganz im
Gegenteil. Durch die Subventionen werden neue Standorte aufgebaut und die alten
geschlossen. In den neuen Standorten werden meist weniger Personen beschäftigt
als vorher. So ergibt sich ein Minussaldo. Diese Politik wird übrigens in der
EU-Verfassung festgeschrieben, dies ist das Ergebnis der Politik von Union, FDP,
SPD und Grünen (Art. III). Wie sehen solche Subventionen in der Regel aus?
Kostenlose Infrastruktur, die direkte Investition wird bis über 100%
subventioniert, Befreiung von Steuern bis zu mehreren Jahren, Übernahme der
Arbeitslöhne für einen gewissen Zeitraum. Dazu kommt, dass die Kosten der
Verlagerung in Deutschland hier von der Steuer abgeschrieben werden. Das sind
Geschenke aus Steuergeldern an die Konzerne. Wenn die Investition bis zu 100%
mit Steuergeldern finanziert wird, dann keine Steuern gezahlt und die Löhne
auch noch subventioniert werden, können wir uns solche Unternehmen nicht mehr
leisten. Sie sind einfach zu teuer.
Dass
nun die Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD meinen, das sei alles sehr
schlimm und an das soziale Gewissen eines Konzerns appellieren, ist einfach
verlogen. Denn die Rahmenbedingungen, die dies ermöglichen, wurden von ihnen
geschaffen. Diese Praxis wurde unter Kohl eingeführt und unter Rot-Grün mit
Hilfe der Union und der FDP als EU-Verfassung festgeschrieben. Wer es ernst
meint, der schafft diese Subventionspraxis wieder ab, denn schließlich haben
diese Damen und Herren sie auch eingeführt.Die PDS im EU-Parlament lässt
gerade von der Europaabgeordneten Sahra Wagenknecht durch eine Anfrage
feststellen, ob die Subventionen den EU-Anforderungen genügen. Dies bezieht
sich jedoch nur auf den formalen Verwaltungsakt. In der Vergangenheit hat es
hier immer wieder Unstimmigkeiten gegeben.
Jetzt
muss der Preis für die Verlagerung für die Siemens AG so hoch getrieben
werden, dass sie nicht mehr rentabel ist. Hier sind alle Aktionen denkbar –
von Demonstrationen und Arbeitskampfmaßnahmen bis hin zu einem Boykott von
Siemensprodukten. Auch eine Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in
Tschechien sollte angestrebt werden. Denn jetzt werden zwar die Arbeitsplätze
nach Tschechien verlagert. Aber wenn Rumänien und Bulgarien in die EU kommen,
geht der Wanderzirkus weiter nach Osten. So hat sich keiner die
EU-Osterweiterung vorgestellt. Dies ist nicht das Europa, das wir wollen.
Quelle:
Holger Grünwedel
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