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ATTAC
gegen subventionierten Jobabbau
ATTAC
Würzburg protestiert gegen die Pläne des Automobilzulieferers Siemens-VDO, der
große Teile der Produktion vom Standort Würzburg nach Ostrava/Ostrau in
Tschechien verlagern möchte. Der Siemens-Vorstand rechtfertigt den
Standortwechsel mit der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, obwohl das Würzburger
Werk bisher gute Gewinne macht. ATTAC Würzburg ist besonders empört darüber,
dass sich der Konzern den Standortwechsel von der EU durch die Übernahme der
Lohnkosten für ein Jahr bezahlen lässt. Die geplante Vernichtung von 1.250
Arbeitsplätzen trifft die Region hart, denn im benachbarten Schweinfurt werden
bei IBM und FAG ebenfalls hunderte Arbeitsplätze abgebaut.Der Würzburger
ATTAC-Sprecher Michael Kraus betont: "Nach den bisherigen Erfahrungen bei
solchen Verlagerungen dürfte das noch nicht alles sein, was an Subventionen
fließt.
ATTAC
unterstützt die Bemühungen von Betriebsrat und IG Metall, die mit
verschiedensten Aktionen versuchen, sich gegen diese Arbeitsplatzvernichtung zu
wehren." So wird ATTAC sich auch am Freitag ab 13:30 Uhr an der Solidaritäts-Menschenkette
rund um das Würzburger Siemens-VDO-Werk an der Nürnberger Straße beteiligen.
Scharf kritisiert ATTAC-Sprecher Kraus die Heuchelei der örtlichen
Bundestagsabgeordneten sowie der Politiker aus Stadt und Landkreis: "Nun
spielen die gleichen Politiker Betroffenheit vor, welche die ganze Zeit mit
ihrer Gesetzgebung dafür sorgen, dass die Arbeitsplatzverlagerung in der EU mit
Steuergeldern finanziert wird. Diese neoliberale Wettbewerbspolitik ohne Berücksichtigung
des Sozialen wurde unter Helmut Kohl begonnen, unter Rot-Grün weiter ausgebaut
und soll nun in der unsozialen EU-Verfassung festgeschrieben werden." ATTAC
Würzburg wehrt sich mit den Siemens VDO-Beschäftigten gegen dieses geplante
"Europa des Kapitals". Kraus weiter: "Wir protestieren gegen
diese EU und die geplante EU-Verfassung. Wir wollen auf EU-Ebene eine Soziale
Marktwirtschaft, nicht Kapitalismus pur!"
Dieses
soziale Europa lässt sich nur durch den organisierten Druck von unten, durch
die internationale Solidarität der Beschäftigten erreichen – im Widerstand
gegen den neoliberalen Einheitsbrei von Union, FDP, Bündnis '90/Die Grünen und
SPD im Bundestag. Die PDS-Europaabgeordnete Sahra Wagenknecht stellt momentan
eine Anfrage an die EU-Kommission bezüglich der von Siemens beantragten
Subventionen. Zugleich fragt sich ATTAC-Sprecher Kraus: "Können wir uns
weiter Unternehmen leisten, die ihre Standorte aus öffentlichen Mitteln
finanzieren, keine Steuern zahlen wollen und sich auch noch die Löhne vom Staat
erstatten lassen?"
Quelle:
Michael Kraus
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