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Ausstellung zur
Juden-Deportation
Hassfurt. Ab Montag, 24. Januar, zeigt das Stadtarchiv Haßfurt im Gewölbekeller
der Stadthalle die Ausstellung „Wege in die Vernichtung. Die
Deportation der Juden aus Mainfranken 1941 bis 1943“. Die vom Staatsarchiv Würzburg und dem Institut für
Zeitgeschichte München-Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirk
Unterfranken ausgerichtete Wanderausstellung war erstmals im November 2003
in Würzburg zu sehen. Sie ist seither mit großer Resonanz in vielen
bayerischen Städten gezeigt worden, zuletzt bis zum 14. Januar in München.
In den Jahren 1941 bis 1943 wurden über 2000 Juden aus Unterfranken
verschleppt und ermordet. Die Ausstellung erinnert an diese Deportation
und ihre Opfer, zu denen auch die 16 letzten in der Stadt verbliebenen jüdischen
Einwohner von Haßfurt gehören.
Zentraler Bestandteil der Dokumentation ist ein Album der Gestapo Würzburg,
in dem drei Deportationen fotografisch festgehalten wurden. Während die
Gestapo das Fotografieren ansonsten untersagte, wurden bei drei
Deportationen aus Würzburg und Kitzingen, die im November 1941 sowie im März
und April 1942 stattfanden, ausnahmsweise Fotos durch einen Gestapo-Angehörigen
angefertigt, später zu einem Loseblatt-Album zusammengefügt und mit
Kommentaren versehen. Die Sammlung gilt mit 119 Bildern als der größte bekannte Bestand von
Deportationsfotos aus dem Reich. Nachdem das Album seit vielen Jahren
verschollen war, wurde es vor zwei Jahren wiederentdeckt. In der
Ausstellung wird es erstmals der breiteren Öffentlichkeit zugänglich
gemacht. Zu der Ausstellung wurde ein Begleitband herausgegeben, der neben den
Reproduktionen der Blätter des Fotoalbums Aufsätze zur Situation der
Juden in Unterfranken nach dem Ersten Weltkrieg, zu den Deportationen der
Jahre 1941 bis 1943 und den nach 1945 geführten Strafverfahren gegen die
daran beteiligten Täter enthält. Er kann zum Preis von acht Euro in der
Ausstellung erworben werden.
In Ergänzung zur Ausstellung hat Cordula Kappner aus ihrer
umfangreichen Sammlung zur jüdischen Geschichte des Landkreises Haßberge
die Namen und Porträts der 65 aus dem Gebiet des heutigen Landkreises
deportierten jüdischen Männer, Frauen und Kinder zusammengestellt.
Am Donnerstag, 27. Januar, dem offiziellen Gedenktag für die Opfer des
Nationalsozialismus, hält im kleinen Saal der Haßfurter Stadthalle Dr.
Herbert Schott vom Staatsarchiv Nürnberg einen Vortrag über die
Deportation der Juden aus Mainfranken. Schott war maßgeblich an
Konzeption und Bearbeitung der Ausstellung beteiligt. Beginn der
Veranstaltung ist bereits um 19 Uhr. Die Teilnahme ist allen
interessierten Personen möglich.
Die Ausstellung ist vom 24. Januar bis einschließlich 13. Februar 2005 zu
folgenden Zeiten geöffnet: jeweils Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr
sowie am Samstag und am Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr.
Quelle:
nah
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