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Von
der Schreinerei bis zum Stattbahnhof - Zum 20. Geburtstag
Die ersten konkreten Gedanken zur Gründung eines Kulturhauses in
Schweinfurt tauchten 1983 auf. Schon seit ein Paar Jahren hatte in Schweinfurt
ein kulturelles Vakuum geherrscht. Es gab noch keine Konzerteflut wie heute, es
gab keinen „alternativen“ Treffpunkt für die etwa 20-30jährigen, keine öffentliche
Plattform für politische Themen und es gab auch keinen kleineren
Veranstaltungsort mehr, nachdem das legendäre SOFA in der Brückenstraße die
Pforten schließen musste. Doch die
Initiative gegen die Volkszählung 1982-84 hatte erwiesen, dass eine ganze Menge
Leute Interesse an einem solchen Haus hatten, das ein selbstbestimmter,
anti-konsumorientierter, für alle offener Treffpunkt und Freiraum für Kultur
im weitesten Sinne werden sollte, „für alle möglichen Interessen“. Der
„Verein zur Förderung von Bildung und Kultur“ gründete sich und konnte von
der Stadt das „Schreinerei Weidinger“-Gebäude am Obertor mieten. 1984 wurde
das stimmungsvolle Anwesen umgebaut, das „Kulturhaus Schreinerei“ entstand,
und am 4./5. Mai 1985 wurde offiziell eröffnet.
Ein sehr breites Angebot beherrschte die frühen Jahre: politische
Veranstaltungen, Kabarett, Musik, Diskussionsforen, Theater, Kurse. Bald zeigte
sich jedoch, dass es zwischen Teilen des Vereins unterschiedliche und unversöhnliche
Interessen gab: eine seriösere Fraktion, die sich mehr der „gehobeneren“
Kultur und einem gewissen Image verpflichtet fühlte, und die Fraktion des
Kneipen-Kollektives, die den Betrieb der Kneipe schmissen und eher mit den
Attributen „laut, wild und ungepflegt“ charakterisiert werden kann. Auch das
Kollektiv begann Veranstaltungen durchzuführen (Kneipenkonzerte z.B.) und immer
mehr kam es zu Streitigkeiten über Außenwirkung und Inhalte.
Eine Spaltung war unvermeidlich. Der (alte) Verein wurde letztendlich zur
jetzigen „Disharmonie“ und das Kneipenkollektiv zum „Verein zur Unterstützung
und Erweiterung von Kultur und Kommunikation“. Ein weiterer Ableger wurde übrigens
die „Neue Heimat“ in Volkach, die sich aber auch bald selbstständig machte.
In der „Schreinerei“ verlor die etablierte Kultur schnell an Boden und als
„Kultur von unten“ könnte man die Veranstaltungen der kommenden Jahre überschreiben.
Ob das selbstentworfene Deserteurdenkmal, die dilettantisch/genialen
Passionsspiele oder die zahlreichen Konzerte mit kleineren, relativ
unbekannteren Bands im Bereich von Jazzrock/Ethno bis immer mehr hin zu Hardcore/Punk/Crossover
– alles Kultur, aber nicht amtliche, und veranstaltet all die Jahre ohne einen
einzigen Zuschuss.
Das
Kulturhaus wurde vor allem auch Anlaufpunkt für die „etwas andere“ Jugend:
Freaks, Punks, Abhänger... Zum Großprojekt entwickelte sich das „Umsonst
& Draussen“-Open Air (später „Q-Pop“), das 1990 erstmals als kleines
Open Air mit lokalen Bands beim Ruderclub stattfand und immer größer wurde. In
den Folgejahren traten jedes Jahr 15-25 Combos aus In- und Ausland an drei Tagen
auf und lockten um die 20000 Besucher auf die Schweinfurter Mainwiesen. Die
„Schweinfurter Bluestage“ nahmen ihren Anfang übrigens auch im Kulturhaus.
Seit Jahren schon wollte die Stadt allerdings das Haus am Obertor dem Erdboden
gleichmachen, um eine große Straßenkreuzung zu bauen. Es wurden Alternativgebäude
gesucht (auch weil der bauliche Zustand der Schreinerei immer mehr zerfiel). Und
schließlich wurde der alte Stadtbahnhof gefunden und mit Hilfe von einigen
bekannten Lokalpolitikern im Stadtrat durchgeboxt.
1994
war klar, dass die „Schreinerei in den ehemaligen Bahnhof umziehen würde und
die Umbauarbeiten begannen. Ein Riesenprojekt ! Nebst hohen Investitionen der
Stadt Schweinfurt und des bayerischen Jugendrings steckte der Verein selbst
tausende von Arbeitsstunden und zigtausende D-Mark in den Umbau zum
„Jugendkulturhaus Stattbahnhof“. Am 1. März 1996 war wenigstens die Disco
„Q“, die Toiletten und die Küche soweit fertig, dass für einige Zeit der
Probebetrieb eröffnet wurde.
Mittlerweile wurde weiter gebaut, die Kneipe und der große Saal präsentierten
sich ganz ansehnlich und konnten genutzt werden. Am 3. Oktober 1997, nach über
12 Jahren einer bewegten Geschichte, nahm der Verein und viele Stammgäste
Abschied von der „Schreinerei“ am Obertor und seit 4. Oktober 1997 läuft
der Betrieb des Kulturhauses im alten Stadtbahnhof.
Soweit
so gut, der große Umzug war geschafft. Im großen Saal fanden tolle Konzerte
statt, während im kleinen die Disco mehr schlecht als recht weiterlief. Das größte
Problem stellte sich aber nun (was vorher niemand bedacht hatte): Ein Großteil
der bisherigen Mitarbeiter und Stammgäste machte den Umzug „nicht mit“. Für
viele war wohl mit dem Ende der „Schreinerei“ das Kapitel „Kulturhaus“
abgeschlossen. Dadurch, dass immer mehr wegblieben und die Kneipe dadurch überhaupt
nicht gut lief konnten auch fast keine Löhne mehr an die noch verbliebenen
Mitarbeiter bezahlt werden und viele sagten dadurch natürlich auch „Adieu“.
Zwischenzeitlich hatte der Stattbahnhof aus Mitarbeitermangel sogar nur noch am
Wochenende geöffnet, im Frühjahr 1999 machte der gesamte Stattbahnhof für ca.
1 Monat sogar komplett zu und die Kneipe wurde nochmals umgebaut.
Mit einigen neuen Mitarbeiten und auch immer mehr neuen Gästen gings im Mai `99
mit neuer Kneipeneinrichtung wieder besser weiter. Doch schon nahte das nächste
unvorhersehbare Ereignis: Das 10. Open Air (mittlerweile hieß es „Q-Pop“
und kostete ein Paar Groschen Eintritt) auf den Mainwiesen war vom Line-Up her
das größte bisher. Als Top-Acts spielten die damals völlig angesagten Tocotronic,
Blumfeld und Fettes Brot. Die Zuschauerzahl blieb bei den „üblichen“
20-25000 am Wochenende, was noch nicht mal so schlimm gewesen wäre, jedoch
verschlangen die immer mehr werdenden Auflagen seitens der Stadt immer mehr Geld
und zu allem Überfluss zahlte die Getränkefirma, die die Bewirtung des Geländes
übernommen hatte ihre Miete nicht (die Firma meldete wenig später Insolvenz
an). Somit wurde das Q-Pop `99 mit einem Minus von über 30000 D-Mark
abgeschlossen und war das letzte seiner Art.
Dadurch
dass die, noch immer nicht so richtig laufende, Kneipe dieses Minus nicht
auffangen konnte, bedeutete dies fast den „Todesstoß“ für den Verein. An
den Q-Pop-Schulden knabberte man fast 4 Jahre (neben dem konnten natürlich
andere Schulden, die durch den Umbau entstanden nicht getilgt werden). Nur durch
einen knallharten Sparkurs und viel ehrenamtliches Engagement konnte diese
Situation letztendlich gemeistert werden.
Die
Situation heute: Es gibt wieder neue Mitarbeiter (wenn auch immer noch zu
wenige). Auch kann man langsam wieder von einem gewissen Stammpublikum sprechen,
dass aber natürlich bedingt durch den „Bruch“ viel jünger ist als vorher.
Auch eigene Veranstaltungen laufen wieder recht häufig, was in den Jahren zuvor
durch die finanzielle Knappheit fast nicht möglich war, da man absolut kein
Risiko eingehen konnte und fast nur auf Fremdveranstalter zurückgriff. Unsere
Disco, die zwischenzeitlich schon komplett abgeschrieben wurde läuft auch
wieder und das nicht mal so schlecht.
Von „rosigen Zeiten“ zu sprechen wäre aber immer noch völlig übertrieben.
Das der Verein keinerlei Zuschüsse erhält muss sich das ganze Haus durch die
Einnahmen aus dem Kneipenbetrieb tragen. Dass dies mit einem recht jungen
Publikum, das meist nicht sehr viel Geld zu Verfügung hat, recht schwer zu
leisten ist sollte klar sein. Man ist angewiesen auf große Events, wie
Konzerte, bei denen auch mal „etwas hängen“ bleibt. Denn der Unterhalt des
Hauses ist sehr sehr teuer und wird auch nicht billiger (die Energiepreise
sinken ja nicht gerade...). Auch die Neuanschaffung und Instandhaltung der
Technik verschlingt viel Geld, ist aber absolut notwendig, um den
Veranstaltungs- und Kneipenbetrieb aufrecht zu erhalten.
Mit sehr viel Engagement der Mitarbeiter- und Vereinsmitglieder sollte dies aber
zu schaffen sein. Denn auch wenn zur Zeit immer noch nicht alles wieder
„rund“ läuft, sollte man nicht wehleidig auf alte Zeiten zurückblicken, in
denen „eh alles besser war“. Die Zeiten haben sich nun mal geändert. Es
gibt, neben den Paar „überlebenden Alten“, doch noch neue, junge Leute, die
sich anscheinend für die Sache „Kulturhaus“ begeistern können und an
diesen wird es liegen ob oder wie lange der „Stattbahnhof“ noch weiter
betrieben wird. Dabei gibt’s noch viel zu lernen: manchmal muss man eben „über
seinen Schatten“ springen, muss Kompromisse eingehen, manchmal wirtschaftliche
Überlegungen evtl. seinen ideellen Ansprüchen unterordnen. Der Stattbahnhof
ist eben nicht nur ein reiner „Spaßverein“. Fehler seitens des Kulturhauses
wurden bestimmt schon viele gemacht, manche Entscheidungen sind vielleicht fragwürdig
und trotz alledem: Schweinfurt ohne Stattbahnhof wäre wohl für viele
undenkbar. Und deshalb bleibt zu hoffen, dass es noch lange weitergeht:
basisdemokratisch, ohne Chef und selbstständig !
Historische
Ereignisse aus der Geschichte des Kulturhauses
1984/85
das Kulturhaus „die Schreinerei“ am Obertor öffnet. Die offizielle Eröffnung
findet im Mai 1985 statt, deswegen wird an diesem Termin in allen Folgejahren
immer Geburtstag gefeiert !
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1985 Volkszählungsboykott
Angesicht der heutigen rot-grünen Überwachungsapparats („Maut“erkennung
auf der Autobahn, automatisierte biometrische Datenerfassung) klingt es lächerlich,
doch vor 20 Jahren hat man sich über eine mickrige Volkszählung so richtig
aufgeregt...
Natürlich boykottierte auch das Kulturhaus. „Bögen hier abgeben“ stand auf
dem Transparent das die Polizei beschlagnahmte ,- und den Korb mit der
aufmontierten Klobrille für die amtlichen Papiere nahm sie auch mit.
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1986 Schweinfurter Hütte in Wackersdorf
Das Vorhaben des ehemaligen Atomministers Franz Josef Strauß in Wackersdorf
eine Wiederaufarbeitungsanlage zu bauen motivierte die Kulturhausszene zu
unterhaltsamen Busreisen in die Oberpfalz. In dem entstandenen Hüttendörfern
gab es immer eine Schweinfurter Hütte, die uns Schutz vor den winterlichen
Temperaturen und ein gemütliches Bei- und Miteinander garantierte. Auf dem Bild
ist eine Formation um Ron Spielmann und Locko Richter zu sehen, die spontan in
der Nacht vor der Räumung ein allerletztes Konzert in der freien Republik
Wackerdorf zu geben. Zur Zeit ihres Auftritts am 6.1.86 war das Dorf schon von
über 2000 Polizisten umstellt. Ihre Instrumente konnten im letzten Moment in
Sicherheit gebracht werden. Eine Einheit des BGS half dann auch den Bandbus aus
dem Schneematsch zu schieben. Der Rest der Schweinfurter wurden dann am nächsten
Tag anlässlich der größten Massenverhaftung der BRD für einige Stunden
eingebuchtet.
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1987 Deserteurdenkmal
Wir waren BRDweit die zweite Stadt nach Kassel in der versucht wurde seiner
Stadt ein Deserteurdenkmal zu schenken. Die AG Deserteurdenkmal veröffentliche
eine 20- seitige „Denkschrift“, bastelte ein Styropormodell, Kollektivsten
des Kulturhauses zimmern eine Bautafel und luden zu einer Grundsteinlegung im
Stadtpark. Es kommt u.a. zur größten Diskussionsveranstaltung der Linken in SW
seit 68, mit dem jetzigen MdL Stockinger (CSU+reaktionär), der damaligen MdL
Pausch -Gruber (SPD, die das Projekt unterstützt), - die kommunale, regierende
SPD drückt sich. Dafür nehmen reaktionäre Mitglieder diverser Vertriebenen-
und Kriegsveteranenverbände lautstark teil. Außerdem führten wir
themenorientierte Vorlesungen, Solikonzerte usw. durch. Aber die Regierende SPD
stellt sich quer, die Grünen mokieren, das Teile des angedachten Modells aus
Beton bestehen....
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1989 Konzept Stattbahnhof
Da die ehemalige Schreinerei, in der das Kult untergebracht ist vom Abriss
bedroht ist, schreiben wir 1989 ein umfangreiches Konzept, das die baulichen und
finanziellen Möglichkeiten untersucht, den ehemaligen Stadtbahnhof in SW zum
Jugendkulturhaus umzubauen und beweist wie wichtig unsere Arbeit für Gott und
die Welt ist. Sieben Jahre waren der Stadt in den Ohren gelegen, haben mit
Slapstickszenen das Jugendforum unterbrochen, als Nikolaus die Haushaltsdebatte
des Stadtrats gestört, bis dann 1995 die Umbaumaßnahmen beginnen können.
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Wiedervereinigt 1990
Das Kult baut seinen guten schlechten Ruf weiter aus, indem wir auf die
allgemeine gesamtdeutsche Wiedervereinigungseuphorie mit einer
Trauerfeierlichkeit um das zweigeteilte Deutschland antwortet. Auf eine
Ansprache auf dem Marktplatz reagieren einige begeisterte Großdeutsche mit
(allerdings harmlosen) Handgreiflichkeiten. Dem Schweinfurter (phallusförmigen)
Mahnmal, das an die bisherige Teilung erinnerte, wird von uns mit einem Kondom
überzogen...das Zeitgeschehen beweist: genutzt hat es nichts, aber wir können
sagen, wir haben es vorausgesehen...
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1993 „Bullen“-Open-Air
die Autos stauten sich auf der B286 bis hinter Gerolzhofen. Dass die Polizei
jeden Festivalteilnehmer auf schärfste nach Rauschgift durchsuchte war sicher
einmalig. Leute die seit 20 Jahren auf allen Open-Airs (meist beruflich)
unterwegs waren, hatten ein solches Vorgehen bei einem Event dieser Größenordnung
noch nie erlebt. Als Leute sich von der Bühne aus über die Ordnungshüter
lustig machen, droht die Polizei mit Klagen. Auch sonst war der Rieseneinsatz
ein totaler Flop, nur 17 kleine Pieces erreichten ihren Bestimmungsort nicht....
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Schweinfurter Passionsspiele
In den Jahren 1991-93 inszenieren wir die Schweinfurter Passionsspiele. Drei
Jahre hintereinander veranstaltet das Kult ein Mammutkabarett, das ein 3-4 stündiges
buntes Spektakel mit Musik, Chor, aufwendigen Requisiten, immer einen Umzug
durch die Innenstadt usw. usf. beinhaltet. Bei den Inszenierungen sind jeweils
80-100 Helfer erforderlich. Monate zuvor beginnen Schauspieler, Sänger,
Regisseure, Kostüm-, Bühnenbildner mit den Vorbereitungen
1991
Die ersten Passionsspiele verarbeiteten in der ersten, der Abendmahlszene, die
Dummheiten der Theologie und Kirchengeschichte. Der Gerichtsprozess (König
Herodes) spielte auf die Prozesse der Baader-Meinhofbande an, richtig mit ging
das Publikum bei der Begnadigungsshow "Die letzte Chance" (Barbaras,
der Rebell).
Dem anschließenden Kreuzgang durch die Innenstadt schloss sich die Kreuzigung
an. Eingreifende Autonome sorgen für ein Deus ex machina von Unten.
1992
Im zweiten Jahr versagte der Autor, zu kompliziert war die Handlung.
Da gab es die in die Psychiatrie eingewiesenen Schauspieler der letzten
Passionsspiele, Szenische Darstellungen patriarchalischer und matriarchalischer
Gottheits- und Gesellschaftssysteme, Anfeindungen gegen eine irrsinnige
Esoterikwelle, die schizophrenen Wahn-vorstellungen eines Winnetous, der vom Jünger
zum Erlöser wird...zum Glück waren Kulisse und Bühnenbild (fliegender
Punkengel) so aufwendig und die Slapstickszenen so häufig, dass das Ganze nicht
floppte.
1993
Die Story der Dritten Passionsspiele war einfacher:
Jesus und seine Jünger waren eine Nazigang die sich hauptsächlich aus Figuren
amerikanischer Kinoerfolge rekrutierten, eine eigens komponierte Wagneroper lies
sich leicht einflechten, und am Schluss landete der germanische Wotanjesus auf
dem elektrischen Stuhl des Papstes...zu dieser Zeit begannen die Übergriffe
gegen Mitbürger aus rassistischen Gründen sich zu häufen.
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1994 Der lange Marsch gegen die A81
Um den Landverbrauch deutschen Autowahns zu dokumentieren, wanderte eine
illustre Schar aus dem Kulturhaus (mit Vollpension und Versorgungsbauwagen) die
zukünftige Streckenführung bis Münnerstadt ab. Ein dreitägiger Treck endet
mit dem Bau einer Infohütte...
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1995 Umbau Stattbahnhof
Der Umbau des Stadtbahnhofs zum Kulturhaus dauerte fast vier Jahre und
bedeutet für manche Mitarbeiter eine vier Tage Woche mit frühmorgendlichen
Arbeitszeiten. Wir sind ganztags, ja fast ganzjahres Schubkarrenschieber,
Anleiter unserer ABM-Kräfte und Kämpfer gegen Architektenarroganz (dagegen
hilft nur Überheblichkeit) und Behördenwahn (gegen die hilft nur eine
aufgehetzte Bevölkerung und arglose Einfältigkeit bis zum provokativem
Rechtsbruch).
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1996 Das Skalpell, die Künstlergruppe
Im Kulturhaus hatte sich die Künstlergruppe Skalpell gebildet, die eine
Ausstellung in den öffentlichen Sammlungen- und ein Jahr darauf, die erste
Veranstaltung auf der Stattbahnhofbaustelle organisiert
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1997 Umzug Stattbahnhof
In den letzten Jahren musste viel Engagement aufgewendet werden um den
finanziellen Engpass den der Umzug in den Bahnhof mit sich brachte zu
kompensieren: die Umsätze des wirtschaftlichen Bereichs sanken damals um 50-60%
und über einige Monate konnte kein Lohn ausgezahlt werden...
Dieses Tief konnte überwunden werden durch kontinuierlichen Konzertbetrieb, das
pflegen „alter Events“ wie First Act Night, Blow Out oder WHYnachtsdisco und
neuen Ideen (regelmäßiges Discoprogramm, Skaterbahn, etc.) die eine junge
Szene im Stattbahnhof etablierten.
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1999 Letztes Open Air
An unserem 10. Open Air meldete ein Sponsor Konkurs an, das Kulturhaus
musste die 15000€ Defizit in den nächsten Jahren abarbeiten. Das Open Air,
dessen Bekanntheitsgrad für Schweinfurt sicher bedeutender war als jeder andere
Event, gibt es seither nicht mehr.
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2000-2004 Fussballturnier
Seit 2000 veranstaltet der Stattbahnhof jedes Jahr ein Kleinfeldturnier nur für
reine Hobby- Mann/Frauschaften. Jedes Jahr im Juli werden so ca. 150 Leute zu
mehr oder weniger sportlichen Aktivitäten gebracht. Jedes Jahr dabei ist die
hauseigene Mannschaft: der „FC Pogo“. Auch dieses Jahr findet das Turnier
wieder statt !
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2005 Faschingszug
Die irrwitzige Idee beim Schweinfurter Faschingszug mit einem eigenen Wagen
mitzufahren wird umgesetzt ! Doch es soll kein „normaler Partywagen“ werden,
z.B. wie solche vom Eastside oder MAD. Deswegen baut man auf dem Wagen den
kameraüberwachten Rossmarkt nach und schreibt drüber: „SW: Arschlochsauber
und todgesichert“. Die gezielte Provokation hat aber anscheinend fast keiner
der 20000 anwesenden Narren verstanden...
Quelle:
Stattbahnhof
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