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Begleitmusik
zu Mord und Totschlag
Ein
Bündnis aus Gewerkschaften, dem Verband der Verfolgten
des Naziregimes, attac und des Sprecherinnenrates der
Uni Bamberg lud am vergangenen Freitag zu einer
Informationsveranstaltung zum Thema rechtsradikale
Rockmusik ein. Etwa 150 Besucher verfolgten interessiert
den Vortrag des Referenten Michael Weiss vom
antifaschistischen Bildungszentrum (apabiz) Berlin.
Immer mehr neofaschistische
Organisationen betrachten Musik als ideales Medium, ihre
menschenverachtende Ideologie, leicht und wirkungsvoll
in die Köpfe Jugendlicher zu transportieren. Im Zentrum
der Veranstaltung stand die Frage, in wie weit diese
Musik, Jugendliche tatsächlich zur rechtsradikalen
Szene führt. Anhand von Videosequenzen und
Tonbandmitschnitten, wurde den Besuchern ein Bild der
aktuell aktiven Musikgruppen vermittelt.
Häufig
predigen diese ganz unverhohlen Rassenhass und
Totschlag. Schätzungen zu Folge, sind seit 1991 ca.1,5
Mio. CDs produziert worden. Mittlerweile hat sich ein
breites Netzwerk, dass die Herstellung und Streuung der
CDs und dazugehöriger Accessoirs betreibt, gegründet.
Der Handel mit dem Nazi-Kult ist zum Millionengeschäft
geworden. Und das trotz Verboten und stärkerer
Überwachung durch den Staatsschutz. Rechtradikale
Verbände und Parteien wie die NPD, wissen um die
Attraktivität des Mediums. 2004 sollten mit der
„Aktion Schulhof“ über 150.000 CDs kostenlos an
Jugendliche verteilt werden. Mit dem Ziel, Werbung für
extrem rechte Ideologie zu machen. Die Inhalte waren
verfassungsfeindlich, so dass eine Beschlagnahme der
Tonträger verfügt wurde. Jugendliche, welche zunächst
Rechter Polemik desinteressiert gegenüberstehen,
identifizieren sich über die Musik nicht selten mit
deren aggressiven Inhalten. Dabei handelt es nicht nur
um solche aus „sozial schwierigen Verhältnissen“.
Vielmehr sind alle gesellschaftlichen Schichten von
diesem Phänomen betroffen. Eine Abgrenzung potentieller
Jugendlicher ist schwer vorzunehmen. Auffällig ist
jedoch, dass besonders ländliche geprägte Regionen
stärker betroffen sind. In der Stadt und Umgebung
Bambergs ist bisher noch keine besonders weite
Verbreitung rechter Jugendkultur festzustellen. Jedoch
war bis Ende der 90er Jahre die im Hintergrund
arbeitende Funktionärsstruktur in der Region
beheimatet.
In
der anschließenden Diskussion zur Veranstaltung waren
sich die Anwesenden überwiegend einig, dass zwar
weiterhin solchen rechtsextremen Bestrebungen durch
Verbote Einhalt geboten werden sollte, diese aber das
Problem nicht lösen. Wichtiger wäre es eine
„Gegenkultur“ zu schaffen, die rechtes Gedankengut
nicht toleriert und mit Zivilcourage für eine
Gesellschaft des Miteinanders kämpft.
Quelle:
DGB Bamberg
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