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Lafontaine: Jeder Trottel kann Professor werden

 

Etwa 200 Menschen wollten Oskar Lafontaine am vergangenen Mittwoch in Eibelstadt bei Würzburg sehen und reden hören. Sie sind aufgrund einer Einladung von IG Metall sowie der Gewerkschaften Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) und ver.di ins dortige Schützenhaus gekommen. Oskar Lafontaine zeigte in seiner eindrucksvollen Rede auf, dass sich die Politiker aller Parteien der Förderung des Kapitals verschrieben haben. Mensch und Natur spielen hingegen keine Rolle mehr. Ob alt oder jung, Mann oder Frau, Lehrling oder Studentin, Arbeiterin oder Angestellte, Beamter oder kleine Gewerbetreibende, ob krank oder gesund: alle Menschen zählen im Kapitalismus nichts, nur Geld und Reichtum. Lafontaine sagte: Bei uns kann jeder Trottel Professor für Volkswirtschaft werden, er muss nur sagen: Die Löhne sind zu hoch, die Steuern sind zu hoch, die Sozialleistungen sind zu hoch."

 

Das Kapital konnte eine Zeit lang auf das Heer der Armen verzichten, aber heute brauchen wir Massenkaufkraft. Diese wird den Menschen durch die Lohndrückerei aber immer mehr entzogen, so dass die Arbeitslosigkeit immer weiter wächst. Das Kapital zerstört das Sozialsystem, die Umwelt und führt Krieg. Denn wenn Profit winkt, wird ein Krieg angezettelt, z.B. im Irak oder in Afghanistan. So werden auch nebenbei die "überflüssigen" Arbeitskräfte auf den Schlachtfeldern entsorgt, sagte er.


Der Kapitalismus wird den Kindern schon in der Schule beigebracht, wie Dogmen in der Kirche, damit niemand auf andere Ideen kommt. Wir brauchen aber dringend eine Alternative. Das von den Menschen erarbeitete Kapital muss für die Menschen da sein und gemeinsam verwaltet werden. Das Prinzip Freiheit und Verantwortung soll für alle gelten, nicht nur für wenige. Wir benötigen endlich echte Demokratie - in den Betrieben, in Kindergärten und Schulen, in der Gesellschaft, überall, so die Forderungen des Redners.


Quelle: Johannes Born, nah

 

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