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INA:
Geißinger will Arbeitszeitverlängerungen
Für die IG Metall Bayern ist schon erstaunlich, mit welcher Verbohrtheit
Schaeffler- Manager Geißinger die weitere Senkung der Arbeitskosten und die
Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Stunden fordert. Geißinger hat erst vor
wenigen Monaten Beschäftigungsvereinbarungen mit den Betriebsräten und der IG
Metall abgeschlossen, die auf der Grundlage der 35-Stunden-Woche basieren und
die den Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland regeln.
Für die IG Metall hat es den Anschein, als wolle sich Herr Geißinger um die
Einhaltung dieser Vereinbarungen herum mogeln, in dem er jede Woche neue Drohgebärden
aufbaut und die Prozentzahl der für ihn notwendigen Arbeitskostensenkungen im
Halbjahres-Rhythmus um fünf Zähler erhöht. "Damit setzt Jürgen Geißinger
auf alte Relikte des Klassenkampfes von oben und damit den sozialen Frieden bei
Schaeffler ernsthaft auf Spiel," sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der
IG Metall Bayern. "Dass Frau Schaeffler diesen radikalen Kurs mitträgt,
ist schon erstaunlich, da dieser die sozialen und humanen Grundüberzeugungen
des Firmengründers mit Füssen tritt."
Wie sich der Leitspruch des Firmengründers: "Wir wollen mithelfen, dass
alle Menschen in der Welt- in erster Linie natürlich unsere Mitarbeiter- zu
besseren Lebensbedingungen kommen". Diesen Satz ergänzten die
Nachkommen wie folgt: "Diesen Grundsatz hat er gelebt und dies war, ist und
bleibt das INA- Erfolgsrezept." Wie sich diese Philosophie mit den
Forderungen seines angestellten Nachfolgers vereinbaren lässt, ist für
Gewerkschafter Neugebauer nicht mehr nachvollziehbar. "Offenbar zählt der
kurzfristige Erfolg über alles."
Die
unverhohlenen Drohungen, gerade von einem Unternehmen mit dem sozialen Ursprung,
sind für den Gewerkschafter starker Tobak. "Wer diesen Konflikt des
Profits wegen mit einem Generalstreik lösen will, steht kurz vor dem tarif- und
gesellschaftspolitischen Suizid!" Nicht wie vorgegebenen die
"Betrieblichen Bündnisse" seien das Ziel, sondern das Beseitigen der
Haltelinien der Tarifverträge. Geißinger wolle den Leuten grenzenlosen
Verzicht verordnen, obwohl Branchenkennern zufolge bei Schaeffler Umsatzrenditen
weit über Branchenniveau erzielt würden. "Aber da mache die IG Metall
nicht mit," so Neugebauer," mit einem hohen Maß an Flexibilität und
individuellen Beiträgen hat die Belegschaft ihren Teil erfüllt, jetzt ist das
Unternehmen am Zug!"
Standortvorteile
sind durch Innovationen, neue Produkte, Werkstoffe, Verfahren und
Organisationsformen, vor allem aber durch Motivation und Perspektiven für die
Beschäftigten zu erreichen. "Und nicht durch Ausquetschen der kleinen
Leute."
Auch das "Erfolgsmodell Lahr" sei mit vielen Fragezeichen behaftet.
Die Frage nach der "Freiwilligkeit" unbezahlt fünf Stunden pro Woche
zu arbeiten, mit der Drohung, ansonsten den Job zu verlieren, sei schnell
beantwortet. Die Frage nach Gewinn und Umsatzrendite "seines"
Unternehmens werde Geißinger hingegen freiwillig nie beantworten. "Das könnte
unangenehme Fragen der Belegschaft mit sich bringen!"
Quelle:
IG Metall Bayern
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