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Schwarzer an der Spitze der WASG
Seit
Dienstagabend hat der Kreisverband Main-Rhön der neuen, erst im Januar 2005
gegründeten Partei WASG (Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit)
erstmals eine Vorstandschaft. Bislang leitete der 2004 als Kreisvorstand des
damaligen Vereins gewählte Frank Firsching kommissarisch. Doch nach der Wahl
des DGB-Kreisvorsitzenden Firsching zum stellvertretenden Landesvorsitzenden
machte der nun die Bühne frei für neue Verantwortliche. Was die PDS in der
Region hierzu sagt, ist bisher nicht öffentlich geworden. Die örtliche PDS
hat wenige Mitglieder, hatte in der Vergangenheit dennoch Aktivitäten und
Positionen vorgetragen und es bleibt spannend, ob die Sozialisten ein eigenes
Profil in in die Debatte zur WASG einbringen werden. Die PDS jedenfalls muss die
Kandidaten für die Wahl aufstellen. Auch in der Region Main Rhön.
Ein
echter Wahlmarathon war notwendig, um die neue neunköpfige Vorstandschaft für
die 140 Mitglieder im Raum Main-Rhön zu wählen. Mit dem Wernecker Heinz Amling
steht nun ein Mitglied an der Spitze der regionalen WASG, das unlängst sogar
bei überregionalen Medien das Interesse weckte. Denn der
Betriebsratsvorsitzende der der Schweinfurter Firma SRAM ist einstiges Mitglied
der CSU. Seine Stellvertreter heißen Monika Beck aus Münnerstadt und Klaus
Schröder aus Werneck. Mit Holger Haimerl aus Aidhausen (beruflich bei SKF
aktiv) gehört ein Mann aus den Haßbergen zur erweiterten Vorstandschaft,
ebenso mit Olaf Haase der Caritas-Chef Bad Kissingens.
Vor
und nach den Wahlen blickten Frank Firsching und der als Gast anwesende
Klaus Ernst, Mitglied des WASG-Bundesvorstand, auf die im September wohl
anstehenden Wahlen des Bundestages. „Wir stehen vor dem Einzug, um dort unsere
politischen Vorstellungen artikulieren zu können“, denkt Firsching und wirft
der derzeitigen Regierung vor: „Schröder verschenkt die Macht an die Union,
auch weil es uns gibt.“ An sich wollte die WASG „erst 2006 eine wählbare
Alternative darstellen“. Doch die SPD wurde für Firsching auch aus Angst vor
einer 2006 zu starken WASG aktiv. „Politik wird eine Farce, es zeigt sich die
Perversität des Systems“, polterte Firsching auch gegen die Union
(„unsoziale Machenschaften, nicht wählbar für Arbeitnehmer“), die Grünen
(„wie Komödianten auf dem Rummelplatz“), Rot/Grün („Professionalität
eines Hütchenspielers“) und den Bundestag („ein Irrenhaus“). Mit dem
Einzug in selbigen möchte die WASG dafür sorgen, „dass auch eine andere
Meinung zu hören ist und der ein oder andere Unsinn unterlassen wird“.
Fraglos
stand beim Kreisverband Main-Rhön und den rund 70 anwesenden Mitgliedern die
Zusammenarbeit mit der PDS zur Diskussion. Erst recht, seit Elke Breitenbach,
PDS-Bundesvorstand, vergangenes Wochenende bei einer Podiumsdiskussion in München
die WASG heftig kritisierte. „Die Verhandlungen mit der PDS sind nicht vergnügungssteuerpflichtig,
es ist eher Schmerzensgeld notwenig“, gab Frank Firsching zu, „und mir wäre
es auch lieber gewesen, Oskar Lafontaine hätte sich auch ohne Zusammenschluss
mit der PDS zu uns bekannt. Aber wir wollen zusammen antreten, um die Fünf-Prozent-Hürde
zu schaffen. Denn wer weiß, ob es uns gelingen würde, die Partei so lange
frisch zu halten, um das in vier Jahren dann alleine zu schaffen“, so
Firsching.
Wichtig
sei, was die PDS am nächsten Wochenende auf ihrem Parteitag beschließe. „Sie
müssen ein Wahlprogramm verabschieden, das unsere Handschrift trägt“, nennt
Firsching genauso als Voraussetzung wie die Namensänderung in „Die
Linkspartei“ und zumindest in Bayern das Weglassen des Zusatzes „PDS“.
Ansonsten will die WASG gleich am 24. Juli eigene Listen aufstellen. „Das ist
der Notausgang“, weiß Firsching, „aber an sich freue ich mich auf den
Prozess, mich mit dem Osten auseinander zu setzen“.
Quelle:
Michael Horling, nah
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