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Naziaufmarsch
in Wunsiedel verboten - Gegendemo
Am
4. Juli 2005 hat das Landratsamt Wunsiedel den diesjährigen Nazi-Aufmarsch
unter dem Motto "Gedenken an Rudolf Heß" – auch bekannt als „Hess
Marsch“ - untersagt. Das Amt will damit Bildern wie im vergangenen Jahr
vorbeugen, als rund 4.500 junge und alte Faschisten und Faschistinnen durch die
fränkische Kleinstadt gezogen waren. Die Sprecherin der Kampagne
„NS-Verherrlichung stoppen!“, Korinna Pflug, erklärte dazu: „Ein mögliches
Verbot entbindet den Widerstand gegen den ‚Hess-Marsch’ und alle anderen
Menschen nicht von der Verantwortung, gegen die Verherrlichung des
Nationalsozialismus vorzugehen“.
Faschistisches
Gedankengut lässt sich nicht verbieten, sondern hat seine Wurzeln vielmehr in
der Mitte der Gesellschaft, so Pflug. Um faschistisches Denken, Handeln und
Reden unmöglich zu machen, braucht es eine Politik, die sich an den Ursachen
orientiert, nicht aber nur die Symptome in Form von Verboten behandelt. Eine
Auseinandersetzung mit Rassismus und Faschismus dürfe nicht der Justiz überlassen
werden, sagte Pflug. Sie erfordert aktives Eingreifen und
zivilgesellschaftliches Engagement. Aus diesem Grund wird die Kampagne
„NS-Verherrlichung stoppen“ auch weiterhin bundesweit für den
Antifaschistischen Aktionstag und die geplante Demonstration gegen den
sogenannten. „Hess-Marsch“ am 20. August 2005 nach Wunsiedel mobilisieren.
Im
Jahr 2004 Jahr marschierten in Wunsiedel etwa 4500 Nazis, um dem
Hitler-Stellvertreter zu gedenken. Den Kriegsverbrecher Hess zum Friedensflieger
umzudeuten, ist nicht der einzige Versuch von Rechts, den geschichtlichen
Hintergrund zu verfälschen. Auch in Dresden, anlässlich des 60. Jahrestages
der Bombardierung durch die Alliierten, wurde diese mit dem Holocaust
gleichgesetzt ("Bomben-Holocaust") und damit ausprobiert, die
Geschichte zu verdrehen. In Berlin, am Tag der Befreiung (8.Mai 2005) wurde
unter dem Motto "60 Jahre Befreiungslüge - Schluss mit dem
Schuldkult" versucht, einen Aufmarsch durch das Brandenburger Tor in örtlicher
Nähe zum Holocaust-Denkmal durchzusetzen.
Quelle:
www.ns-verherrlichung-stoppen.tk
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