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Die Linke im Wahlkampf!

 

Auf Einladung des „Linken Bündnisses Haßberge“ stellten in der Zeiler Brauereigaststätte „Göller“ die Kandidaten der „Linkspartei.“ Stefan Bannert und Markus Bansemir sich, und die Eckpunkte ihres Programms vor. Der 38-jährige Münnerstadter Stefan Bannert ist Erststimmenkandidat im Wahlkreis Bad Kissingen, dem auch der Landkreis Hassberge zugehörig ist. Am Beispiel seines Arbeitgebers, Bannert ist Betriebsrat bei Siemens in Bad Neustadt, führte er die Folgen der Globalisierung aus. Seit der Einführung der 40-Stundenwoche, bei der damals noch zu Siemens gehörenden Handysparte gab es immer wieder an verschiedenen Standorten Versuche Produktion ins Ausland zu verlagern, bzw. Tarifverträge nach unten anzupassen. Die konzernweite Vergleichsberechnung der Umsatzrendite soll im zweistelligen Prozentbereich liegen. Das bedeutet die Gewinne, Zinsgewinn des eingesetzten Kapitals, vor allem durch die Reduzierung von Lohnkosten zu steigern. Dies sei symptomatisch für alle großen Kapitalgesellschaften, egal in welchem Land, so Bannert weiter. Diese Erpressungsspirale lasse sich nur durch die internationale Solidarität unter den Beschäftigten durchbrechen, denn inzwischen werden auch die Beschäftigten in Tschechien oder der Slowakei mit dem Hinweis auf die Billigkonkurrenz - beispielsweise aus der Ukraine oder China – in die Enge getrieben.

 

Der 32-jährige Coburger Markus Bansemir, auf dem aussichtsreichen Platz 4 der Liste der bayrischen Linken verteidigte das Wahlprogramm der Linkspartei gegen die vom politischen Gegner immer wieder vorgebrachten Finanzierungsvorbehalte. Unter Rot-Grün hat der Staat zusammengenommen in den letzten vier Jahren bei den Reichen und Vermögenden auf 100 Milliarden Euro Steuereinnahmen verzichtet. Allein die Rücknahme dieses finanz- und gesellschaftspolitischen Wahnsinns, so Bansemir, würde den Bundeshaushalt über Jahre hinweg stabilisieren, und zusätzliche Gelder für Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Kultur freigeben. Die Linkspartei hält auch an ihrer Forderung nach 1400 EUR Brutto-Mindestlohn fest. Nur in Deutschland wird die Einführung eines Existenz sichernden Mindestlohns als Bedrohung für die Wirtschaft denunziert. In Großbritannien und Frankreich dagegen hat die Einführung, eine Sicherung gegen den sozialen Abstieg gebracht, und dem Lohndumping durch ausländische Gastarbeiter und deren Arbeitgebern eine Grenze gesetzt.

 

Einig waren sich WASG-Mann Bannert und PDS-Mann Bansemir auch in der Zukunftsaussicht der neuen Linkspartei. Als Ziel gaben beide an, links der SPD eine dauerhafte, relevante politische Kraft zu installieren, welche auch in den Landtagen der westlichen Bundesländer vertreten ist. Markus Bansemir zeigte sich allerdings überzeugt, dass eine reine Orientierung auf parlamentarische Arbeit nicht ausreichend ist, um die Probleme dieses Landes zu lösen. Er rief daher alle auf sich verstärkt politisch zu engagieren, mit Familie und Freunden zu diskutieren, in Vereine und Verbände zu gehen. Ohne Hilfe von  Gewerkschaften, Sozialverbänden und Globalisierungskritikern wie ATTAC, der Umwelt-,  der Friedensbewegung und Bürgerinitiativen vor Ort, lassen sich Linke Inhalte nur schwer in die Realität umsetzen. Sollte die Linkspartei in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen, will sie diese Organisationen durch die Schaffung sog. Bewegungsbüros logistisch unterstützen.

 

Die nächste Wahlkampfveranstaltung der Linken ist am 13. September in Haßfurt, im Hotel Walfisch geplant. Erwartet wird die Gewerkschaftssekretärin und WASG Gründerin Anny Heike.

 

Quelle: jkr

 

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