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Gegen Aufrüstung und Militarisierung

 

Unter diesem Motto führten der DGB Schweinfurt/Main-Rhön, der Schweinfurter Friedensratschlag und ATTAC Schweinfurt anlässlich des diesjährigen Antikriegstages gemeinsame Aktionen durch. Am Sonntag, den 04.09.2005, veranstalteten DGB und Friedensratschlag im DGB-Jugendheim einen Informations- u. Diskussionsabend zum Thema. Referent war Uwe Reinicke, Journalist aus Göttingen. Reinicke ist auch in der Gedenkstättenarbeit im ehemaligen KZ Mohringen aktiv und er ist Beiratsmitglied der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen (IMI). Sein Vortrag beschäftigte sich mit dem Umbau der Bundeswehr von einer ursprünglichen Verteidigungsarmee zur „Mobilen Eingreiftruppe mit Präventivschlagfähigkeit“. Der Referent nahm das Agieren der Bundeswehrelitetruppe „Kommando Spezialkräfte“ in Afghanistan unter die Lupe und setzte sich mit dem Aufrüstungszwang in der neuen EU-Verfassung auseinander.

 

Der DGB Main-Rhön, der Schweinfurter Friedensratschlag und ATTAC Schweinfurt verabschiedeten zum Antikriegstag 2005 ein friedenspolitisches Manifest:

 

Markenzeichen der verfehlten rot-grünen "Friedenspolitik" in den letzten Jahren waren der völkerrechtswidrige NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien (sogar ohne UNO-Mandat), der Krieg in Afghanistan mit dem Einsatz der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) (seit 2001), die deutsche Unterstützung der Invasion gegen den Irak (Überflugrechte, Logistik) sowie die immer häufigeren anderen Militäreinsätze der Bundeswehr im Ausland. Auch Liberale und Konservative setzten und setzen auf eine Politik der weltweiten militärischen Intervention. Friedenspolitik sieht völlig anders aus.Wir wollen eine tatsächliche Friedenspolitik.

 

So fordern wir für den Bereich der Außen- und Militärpolitik mindestens folgendes:

 

Die bisherigen Kriege mit deutscher Beteiligung und Unterstützung müssen ernsthaft diskutiert und aufgearbeitet werden.Angriffskriege müssen geächtet werden, Deutschland und die Bundeswehr dürfen sich daran nicht mehr beteiligen. Keinerlei Militäreinsätze oder Truppen der Bundeswehr im Ausland, auch keine deutsche Beteiligung an Kampfeinsätzen mit UN-Mandat.

 

Rücknahme der Verteidigungspolitischen Richtlinien von 1992 und 2003. Sofortige Auflösung des Kommando Spezialkräfte (KSK) als ersten Schritt einer qualitativen Abrüstung. Auflösung der so genannten "Einsatzkräfte" der Bundeswehr mit dem Ziel der strukturellen Angriffsunfähigkeit. Die für die Umwandlung der Bundeswehr in eine Interventionsarmee wesentlichen Rüstungsbeschaffungsprojekte müssen als erstes gestoppt werden.

 

Gegen die Militarisierung der EU, das heißt u.a.:  keine European Rapid Reaction Corps und keine EU-Battle Groups und Rücknahme der "Europäischen Sicherheitsstrategie" und des European Defense Paper. Gegen diesen EU-Verfassungsvertrag und auch keine Umsetzung (auch insbesondere der militärischen Teilbereiche) dieses Vertrags durch die Hintertür.

 

Beendigung der gefährlichen NATO-Militärpolitik, wie sie z.B. in der NATO-Strategie von 1999 festgelegt wurde. Die UN-Charta mit dem Verbot der Anwendung von Gewalt in den internationalen Beziehungen muss geachtet werden. Jede UN-Reform, mit der Präventivkriege mandatiert durch den Sicherheitsrat ermöglicht werden, muss abgelehnt werden. Deutschland muss - auch aufgrund seiner Geschichte - ein Kriegsdienstverweigerer in der internationalen Politik werden.

 

Statt Aufrüstung und Rüstungsmodernisierung Konversion und Abrüstung. Verbot von Landminen und Anti-Panzer-Minen. Abschaffung aller Atomwaffen weltweit und Ablehnung jeglicher Versuche über Plutoniumswirtschaft an deutsche Atomwaffen zu kommen.

 

Rüstungsexporte von Klein- und Großwaffen müssen als friedens- und sicherheitsgefährdend geächtet werden und es muss eine Institution für effektive Rüstungsexportverbotskontrolle geschaffen werden.

 

 

Quelle: nah, Jürgen Wilk

 

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