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Linksbündnis: Sanktionen bei Hartz IV abschaffen

 

Das Linke Bündnis Haßberge fordert eine Abschaffung der Sanktionen gegen Hartz IV Empfänger. Unser Ziel ist es, die „die Gängelung von Erwerbslosen so schnell wie möglich“ zu beenden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die ARGE im Landkreis Haßberge habe im laufenden Jahr vielfach Leistungskürzungen ausgesprochen. Prinzipiell seien junge Menschen besonders hart betroffen. Wenn sie eine Arbeit oder Weiterbildung ablehnen, drohen ihnen weitgehende Leistungskürzungen.

Dass es zu wenig Lohn gibt, reicht der Hartz-Verwaltung als Begründung für die Ablehnung eines Jobs nicht aus. Selbst Tariflöhne können Betroffene nicht verlangen. Lange Anfahrtswege oder Tätigkeiten, die nicht der Ausbildung entsprechen müssen selbstverständlich in Kauf genommen werden. Diese Regeln eröffnen nach Meinung vom Linken Bündnis den Unternehmen alle Möglichkeiten Arbeitskräfte zum Schleuderpreis zu rekrutieren. Eine solidarische Gesellschaft schaue anders aus, jeder Mensch müsse von seiner Arbeit gut Leben können, meinen die Bündnislinken. Tarifverträge müssten eingehalten und das Recht auf freie Berufswahl dürfe nicht ausgehebelt werden.

Sabine Schmidt betont, es könne nicht geduldet werden, wenn Erwerbslosen die Hilfe gekürzt und damit die Lebensgrundlage genommen wird. Nach Ansicht vom Linken Bündnis laufen die Sanktionen der Hartz-Verwaltung ohnehin ins Leere, solange der Arbeitsmarkt keine anständigen Arbeitsplätze bietet. „Mit den Sanktionen schaffen die Behörden keinen einzigen Arbeitsplatz, sondern schüren Angst und stehen daher der Vermittlung von Arbeit eher entgegen“, heißt es. Das Linke Bündnis fordert die ARGE im Landkreis auf, ihre Sanktionspolitik zu überdenken und die Fälle offen zu legen, wo Leistungen gekürzt wurden.

Die jüngste Entscheidung des Bundes, den Berliner Anteil an der Finanzierung der Kosten der Unterkunft bei Hartz IV zu senken beanstandet das Bündnis ebenfalls. „Die Absenkung der Bundeszuschüsse an die Kommunen wird auch in den Haßbergen den Druck auf den Einzelnen weiter verschärfen und dazu führen, daß um die Kosten der Unterkunft noch härter gestritten wird“, sagt Norbert Zirnsak voraus. Bei ständig steigenden Mietneben- und Heizkosten werde das für jeden einzelnen Betroffenen zu einem Spießrutenlauf durch Haßfurter Amtsstuben. In Richtung SPD beteuert er: „Bevor die SPD auf die Oppositionsbank rutscht und dann lauthals die unsoziale Politik von Schwarz-Gelb anprangert, hat Sie noch einmal gezeigt, daß die Sozialpolitik bei der SPD schlecht aufgehoben ist. Ihre Oppositionsarbeit wird für lange Zeit unglaubwürdig sein.“

Neben den Linken setzen sich vor allen Dingen Gewerkschafter und Vertreter aus den Wohlfahrtsverbänden dafür ein, den Sanktionsparagrafen im Sozialgesetzbuch zu Streichen. Derzeit läuft eine Petition, an der sich bereits viele betroffene Menschen auch aus den Hassbergen beteiligen. Mindestens 50.000 Unterstützer müssen mitmachen. Dann beschäftigt sich der Petitionsausschuss des Bundestages ernsthaft mit dem Thema. Weitere Informationen und Unterschriftenlisten sind beim Linken Bündnis Haßberge unter der Nummer 0162-7366426 erhältlich. Die Gruppen, die sich für ein Sanktionsmoratorium stark machen, haben eine Internetseite, auf der man sich umfassend informieren kann: www.sanktionsmoratorium.de 
 

Quelle: nah

 

 

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