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Keine Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt


„Von einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt kann keine Rede sein“, mit diesen Worten kommentierte Ulrike Eifler, Jugendsekretärin der DGB-Jugend Nordbayern, die Veröffentlichung der Jahreszahlen auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeitsagentur hatten eine ausgeglichene Bilanz des bayrischen Ausbildungsstellenmarktes verkündet. So wurde von einer entspannten Lage gesprochen und der so genannte Ausbildungspakt für erfolgreich erklärt.

 

„Es ist keineswegs so, dass in Schweinfurt auf 76 Bewerber 100 Stellen kommen“, widerspricht Eifler. „Die Zahlen der Agentur sind eindeutig“. So kämen in Schweinfurt auf 4.134 Bewerber nur 3.125 Stellen. Zwar sei die Zahl der Bewerber aufgrund der sinkenden Geburtenraten der letzten Jahre zurückgegangen, aber auch die Zahl der Ausbildungsplätze habe sich reduziert. „In Schweinfurt sind für das Ausbildungsjahr 2008/ 2009 insgesamt 475 Ausbildungsplätze weniger angeboten worden. Das ist ein Rückgang um 13 Prozent“, fasst Eifler zusammen. Das zeige, dass die Bereitschaft der Arbeitgeber, auszubilden, deutlich zurückgegangen sei.

 

In diesem Zusammenhang wies Eifler darauf hin, dass die Bilanz der Ausbildungspaktpartner geschönt sein müsse. Nicht jeder, der sich für einen Ausbildungsplatz interessiere, würde bei der Arbeitsagentur als Bewerber geführt. So würden in einer Vorauslese viele Jugendliche als nicht ausbildungsreif deklariert und erhielten gar nicht erst den Bewerberstatus. „Diese Jugendlichen tauchen in der ‚ausgeglichenen Bilanz’ der Pakt-Partner gar nicht erst auf“. Dazu käme, dass Jugendliche, die in irgendeiner ‚Warteschleife’ der Agentur oder des Freistaates geparkt werden, ebenfalls als ‚versorgt’ bezeichnet würden. Auch dann, wenn sie gegenüber der Agentur ausdrücklich anzeigten, dass sie weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen.

 

Aufgrund dieser Tatsache kommt die DGB-Jugend zu dem Schluss, dass nicht einmal 57 Prozent aller Bewerber im Ausbildungsjahr 2008/ 2009 in eine Ausbildung eingemündet sind. Sie finden sich in Warteschlefen wieder – ob in weiterführenden Schulen oder in Maßnahmen. Nach Berechnungen der DGB-Jugend sind das in Schweinfurt 2.356 junge Menschen. „Es ist unverschämt und respektlos den Jugendlichen gegenüber, über diese Entwicklung einfach so hinwegzugehen, nur damit die Bilanz glänzt“.

 

Besorgniserregend ist wie schon seit Jahren auch heuer das Nord-Süd-Gefälle am bayrischen Ausbildungsstellenmarkt. Während in Oberbayern von einem auswahlfähigem Angebot für die Bewerber gesprochen werden kann, können in bestimmten Regionen Nordbayerns 100 Jugendliche gerade einmal 73 Ausbildungsplätze ‚auswählen’. Für die DGB-Jugend besteht hier eine Gerechtigkeitslücke. Jugendliche in Nordbayern haben deutlich schlechtere Startchancen für den Berufseinstieg als Gleichaltrige im Süden Bayerns. „Obwohl dieser gravierende Unterschied seit Jahren besteht, haben Politik und Wirtschaft die Hände in den Schoß gelegt“, erklärt Eifler. 
 

Quelle: ule

 

 

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