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Krise wird Spuren hinterlassen
Im Bezirk der Arbeitsagentur
Schweinfurt wird die Wirtschaftskrise im kommenden Jahr
stärkere Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen als
bisher, so der Vorsitzende der DGB-Region
Schweinfurt-Würzburg, Frank Firsching. Firsching
befürchtet, dass in 2010 im Agenturbezirk Schweinfurt
nochmals 4.000 bis 5.000 sozialversicherte Jobs
gefährdet sind. Im Durchschnitt dieses Jahres lag die
Zahl der sozialversicherten Jobs noch bei knapp 150.000.
Eine nur schwache Erholung von gut einem Prozent im
kommenden Jahr wird nicht genügen, um alle derzeit noch
erhaltenen Arbeitsplätze mittelfristig zu sichern.
Deshalb müsse ein Anstieg der Entlassungen selbst dann
befürchtet werden, wenn die Talfahrt beendet und die
Wirtschaft wieder leicht wachsen sollte.
Da mehr Ältere aus dem Erwerbsleben aus als Jüngere
eintreten, wird die Arbeitslosigkeit voraussichtlich
nicht ganz so stark steigen wie die Beschäftigung sinkt.
Doch im Jahresdurchschnitt droht sich die Zahl der
registrierten Arbeitslosen im Vergleich zu 2009 um 1.500
– 2.500 zu erhöhen. Besonders betroffen sind die jungen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Schon jetzt stieg
ihre Zahl im Arbeitsamtbezirk Schweinfurt binnen
Jahresfrist um satte 42,3 Prozent! Die Gründe für diese
alarmierende Entwicklung liegen in einer
Arbeitsmarktderegulierungspolitik, die Arbeitsplätze für
jungen Menschen immer unsicherer macht. Die Ausweitung
von Mini- und Midi- Jobs, immer mehr befristete
Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit, ausufernde
Praktikumstellen und das Auslaufen der Altersteilzeit
sorgen für Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation.
Bei seinen regionalen Schätzungen geht der DGB für die
Region Schweinfurt von einer Entwicklung aus, die sich
weitgehend mit den bundesweiten Prognosen der neuen
Bundesregierung deckt. Die neue Regierung geht von einem
Wirtschaftswachstum von real 1,2 Prozent im kommenden
Jahr aus und einem Beschäftigungsrückgang um minus 2,0
Prozent in Ost und West. Die neue Bundesregierung
rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um
480.000 bzw. 20 Prozent in den alten Ländern und von
160.000 bzw. 14 Prozent in den neuen Ländern. Da der
Agenturbezirk Schweinfurt jedoch überproportional von
Kurzarbeit betroffen ist, geht Frank Firsching auch von
einem überdurchschnittlichen Anstieg der
Arbeitslosigkeit in der Region aus. Die
Personalabbaupläne bei Bosch- Rexroth und SKF
Linearsysteme belegen diese Befürchtung.
Mit dem Jobverlust und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit
wird das so in der Region verfügbare Einkommen sinken
und den Konsum in unserer Region bremsen. Jeder
Arbeitslose muss im Schnitt Einkommensverluste von rd.
5.300 Euro pro Jahr hinnehmen. Bei voraussichtlich
11.700 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2009 summiert
sich der Kaufkraftverlust allein im Bezirk der
Arbeitsagentur Schweinfurt auf rd. 62 Mio. Euro in
diesem Jahr. Im kommenden Jahr werden sich die
Einkommensverluste infolge Arbeitslosigkeit nochmals um
etwa acht Mio. Euro auf über 70 Mio. Euro erhöhen, Geld,
das für die Nachfrage in der Region dringend fehlt.
Insbesondere die binnenmarktorientierten
Wirtschaftzweige werden den Nachfrageausfall spüren.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibe Dreh- und
Angelpunkt für die Nachfrage in unserer Region. Mit
jedem Arbeitslosen mehr wird das zur Verfügung stehende
Nettoeinkommen und damit auch die Konsumnachfrage
beeinträchtigt, so Frank Firsching.
Quelle: nah
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