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SALI: Sozialpass überfällig!

 

Angesichts der durch die hohen Erwerbslosenzahlen in Schweinfurt - die vermutlich nach Ablauf der Kurzarbeit in den Großbetrieben noch steigen werden – zunehmende Armut, vor allem auch Kinder- und Altersarmut, wird wohl niemand bezweifeln, dass ein Sozialpass dringend nötig ist. Sicher wird auch er die Armut nicht abschaffen können, aber doch zumindest etwas lindern, die Lebenssituation und die Teilhabe an der Gesellschaft etwas erleichtern. Eine Million Menschen müssen derzeit in Deutschland durch Tafeln mit den notwendigsten Lebensmitteln versorgt werden, auch in Schweinfurt sind es aktuell schon rund tausend Betroffene.

Aus ihrer Beratungsarbeit weiß die SALI, wie schwer es zum Beispiel ALG II-Empfängern fällt, mit den extrem niedrigen Regelsätzen auszukommen. Allein das Wahrnehmen der Termine bei der Hartz IV-Stelle fällt Landkreisbewohnern im Schweinfurter Land, die sich in der Regel kein Auto mehr leisten können, schwer, weil sie den Bus nicht bezahlen können, betont Kurt Schneider, ehrenamtlicher Sozialberater der SALI und selbst betroffener Landkreisbewohner. Dabei wird doch dauernde Verfügbarkeit von den Betroffenen verlangt, auch der Arbeitsmarkt erfordert absolute Flexibilität und Mobilität. Hieran scheitern des Öfteren schon mögliche Arbeitsaufnahmen. Hohe Energiekosten und Heizkostennachzahlungen stellen ein weiteres Problem dar. Von der Teilnahme am soziokulturellen Leben in der Stadt kann kaum noch die Rede sein. In all diesen Bereichen wäre ein Sozialpass, der die Kosten halbiert, sehr nützlich.

Die SALI begrüßt es ausdrücklich, dass die Forderung nach einem Schweinfurter Sozialpass im Stadtrat nicht, wie vom Haupt- u. Finanzausschuss sowie von Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser und dem Sozialreferenten Jürgen Montag gefordert, abgelehnt wurde. Die Pro-Argumente werden mittelfristig sicherlich, wie in vielen anderen Städten – gerade auch CDU regierte Städte in Baden-Württemberg – eine Stadtrats- u. Kreistagsmehrheit überzeugen. Warum sollte ein Sozialpass, der in vergleichbaren Städten wie Aschaffenburg oder Coburg längst Realität ist, nicht auch in Schweinfurt möglich und bezahlbar sein, zumal die von Montag genannten Kosten völlig unrealistisch erscheinen. Angesichts des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember sollte die Ausgestaltung der sozialen Menschenrechte ein vordringliches anliegen sein. Die Initiative Sozialpass Schweinfurt wird jedenfalls nicht locker lassen und lädt aktuell zu einer Informations- u. Diskussionsveranstaltung mit namhafter Expertenrunde und Betroffenen am Mittwoch, 09. Dezember um 19.30 Uhr ins Evangelische Gemeindehaus in der Friedenstraße ein.
 

Quelle: jüw

 

 

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