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65. Jahrestag: Fahrt nach Buchenwald
 

Die Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald durch die international organisierten politischen Häftlinge war für den antifaschistischen Widerstand in Nazi-Deutschland ein herausragendes Beispiel an Mut, Entschlossenheit und Solidarität. Doch der Kampf ging auch nach der Befreiung von Krieg und Faschismus weiter – er musste fortgeführt werden.

 

Jahrzehntelang engagierten sich ehemalige Buchenwaldhäftlinge in den Reihen antifaschistischer Bewegungen und Gruppen zusammen mit jüngeren Generationen: gegen das Vergessen der Verbrechen des Naziregimes, gegen ein Wiederzulassen und -erstarken faschistischer Organisationen, für eine Welt des Friedens und der Freiheit, für die Ausrottung des Faschismus mit seinen Wurzeln. Gleichzeitig gaben die ehemaligen Buchenwaldhäftlinge als Zeitzeugen bei politischen Veranstaltungen und in Schulen ihre Erfahrungen an junge Leute weiter und forderten sie auf, sich für die eigenen Interessen selbst einzusetzen, sich mit Gleichaltrigen gegen die Faschisten zu engagieren, um damit den Nazis den Weg zur jungen Generation zu versperren. Denn die NSDAP köderte die Jugend,


• indem sie deren Bedürfnissen scheinbar freien Lauf ließ und ihnen ein selbstbewusstes Ziel wies, sie aber faktisch zu willenlosen Objekten degradierte, sie geistig verkrüppelte und physisch kasernierte;


• indem sie die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft scheinbar aufhob, in Wahrheit aber die Armut der abhängig Beschäftigten konservierte und ihre Ausbeutung bis zur „Vernichtung durch Arbeit“ auf die Spitze trieb;


• indem sie die vormals kämpfende Arbeiterbewegung scheinbar befriedete, tatsächlich aber deren gewerkschaftlichen sowie politischen Organisationen zerschlagen wollte und in die Illegalität trieb, während sie die Beschäftigten den Unternehmern als völlig rechtlos auslieferte;


• indem sie das so genannte Diktat von Versailles scheinbar „nur“ beseitigen wollte, in Wirklichkeit aber einen beispiellosen Raub- und Zerstörungskrieg gegen alle nicht mit Deutschland verbündeten Staaten und Menschen führte;


• indem sie der Jugend die angeblich deutschen Tugenden als Ideal vorgaukelte, während sie gleichzeitig Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz zu scheinbar moralischen Kategorien und zur Staatsdoktrin erhob.

65 Jahre nach der Selbstbefreiung übernehmen Nachgeborene, Familienangehörige sowie Antifaschistinnen und Antifaschisten der heutigen Generationen die Aufgabe, die Erfahrungen der politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald an junge Menschen weiterzugeben:

 

 Sie nehmen die Herausforderung des Kampfes um die „Köpfe“ an, weil sich die Faschisten wie vor 1933 gezielt an Jugendliche ohne berufliche Perspektive und mit Zukunftsangst heranmachen.


 Sie stellen sich quer, wo Nazis in der Öffentlichkeit aufzutreten oder ihre antidemokratische, rassistische und menschenverachtende Propaganda zu verbreiten versuchen.


 Sie zeigen sich solidarisch, sobald Faschisten ausländische Mitbürger/innen bedrohen, jüdische oder moslemische Einrichtungen zerstören wollen und Veranstaltungen demokratischer Organisationen angreifen.


 Sie stehen in der ersten Reihe, wenn es gilt, das längst überfällige Verbot der neonazistischen NPD durchzusetzen.

Das ist die politische Botschaft der Kundgebung zum 65. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald.

 

Buchenwaldfahrt:

Busfahrt in die Gedenkstätte des ehem. KZ Buchenwald von VVN Würzburg und SOBIMA e. V. zum 65. Jahrestag der Selbstbefreiung: Sonntag, 11. April, 8.30 Uhr, DGB-Haus Schweinfurt.

Programm in Buchenwald:


- Führung durch die KZ-Gedenkstätte
- Möglichkeit zum Besuch der Ausstellung
- Kundgebung des internationalen Buchenwaldkomitees
- Abschlusskundgebung am Glockenturm

Rückfahrt gegen 17 Uhr - Ankunft etwa 19 – 20 Uhr. Fahrtkostenbeteiligung 10 Euro.

Kontakt und  Anmeldung: DFG/VK-Büro, Tel.09721/185555 (AB)
oder sobima@t-online.de .Fahrkartenverkauf Buchhandlung Collibri, Markt 19, 97421 Schweinfurt.
 



Quelle: jüw

 

 

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