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Aktionen der Schweinfurter Arbeitsloseninitiative

 

In den letzten Monaten bis in den September 2005 ist der Mitgliederstand des im Januar gegründeten Vereins SALI e. V. stark angewachsen. Auch der DGB und Einzelgewerkschaften wie IG Metall und IG BAU streben die Mitgliedschaft an. Dies konnte durch regelmäßiges öffentliches Auftreten wie auch den mittlerweile im wöchentlichen Rhythmus dienstags von 10 - 12.30 Uhr stattfindenden Offenen Treff erreicht werden. Dort findet ein regelmäßiger gegenseitiger Informations- und Erfahrungsaustausch statt. Zudem kann in Einzelgesprächen Hilfe zur Selbsthilfe gewährt werden. Alle zwei Wochen ist Dienstagabend um 19.00 Uhr das Aktiventreffen, wo inhaltliche Debatten geführt und Aktionen geplant und vorbereitet werden.  Darüber hinaus sollen noch Schwerpunktseminare zu wichtigen Themen durchgeführt werden.

 

Weitere zentrale Anliegen der SALI, das ist auch so in der Vereinssatzung festgelegt, sind die Anbindung an bundesweite Strukturen sowie Aktionen der Sozialen Bewegungen und eine regionale Vernetzung der Erwerbslosenbewegung. So beteiligte sich die SALI sowohl an der Gründung des Deutschen Sozialforums im Juli in Erfurt als auch an den bundesweiten dezentralen Aktionen am 05. September. Während vormittags ein Informationsstand vor der Stabsstelle Hartz IV im Rückertbau durchgeführt wurde, war sie nachmittags schon wieder am Marktplatz vertreten und erregte Aufsehen mit einer eindrucksvollen und lautstarken "Sklavenkaravane" durch die Innenstadt. Bei der Kundgebung der neugegründeten Partei "Die Linke/PDS mit Oskar Lafontaine und Klaus Ernst am 02.09.2005 auf dem Marktplatz wurde ein Flyer verteilt.

 

Weiterhin wurden an KandidatInnen für die Bundestagswahl zur Beantwortung vorgelegt und den anwesenden PolitikerInnen beim "Heißen Stuhl" des DGB am 08.09. im Naturfreundehaus kritische Fragen gestellt.

Dabei haben sich die Erwerbslosen in erster Linie auf Fragen der Arbeitsmarktpolitik verlegt. Faschistische und ähnliche Organisationen wurden natürlich nicht angeschrieben. Es wurde deutlich, dass Schwarz/Gelb mit ihrem Programm für Erwerbslose nur weitere Grausamkeiten und für Erwerbstätige zunehmende Massenarbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnbereich bzw. Leiharbeit und 1 Euro-Jobs favorisiert. Für Reiche soll es dafür Steuersenkungen und für Banken und Konzerne noch größere Gewinnspannen geben. Die Linke/PDS setzt auf Ankurbelung der Massenkaufkraft durch Mindestlöhne und insgesamt höheres Lohnniveau bei sinkender Arbeitszeit sowie mehr Steuergerechtigkeit und Bürgerversicherung. Insgesamt will sie zurück zum Sozialstaat keynesianischer Prägung. Die MLPD will den "echten" Sozialismus und die 30-Stunden-Woche und stellt ansonsten ähnliche Forderungen auf wie "Die Linke/PDS. Was er für Erwerbslose übrig hat, dokumentierte SPD-Hofmann mit seiner Reaktion: Er sah sich als einziger nicht in der Lage, die Fragen zu beantworten, da sie "zu allgemein" seien, da müsste er "raten". Zudem störte er sich an der Form. Es sei kein Absender dabei und er wüsste nicht, ob die Fragen von einer Einzelperson oder einer Organisation gestellt würden.

 

In unregelmäßigen Abständen finden zudem Vernetzungstreffen der nordbayerischen Erwerbsloseninitiativen statt. Während bei den ersten Terminen in Würzburg und Nürnberg naturgemäß das Kennenlernen und gegenseitiger Erfahrungsaustausch im Vordergrund standen, konnte bei weiteren Treffen in Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg bereits in die inhaltliche Arbeit eingestiegen werden. Inzwischen konnten mit Amberg, Weiden und Passau auch ostbayerische Initiativen dazu gewonnen werden. Eingliederungsvereinbarungen und 1 Euro-Jobs, bedarfsorientierte Grundsicherung und Mindestlöhne sowie Mietpauschalen für ALG II-BezieherInnen.

 

Quelle: Jürgen Wilk

 

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