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Energiewende
jetzt! AKW abschalten!
Angela
Merkel und Edmund Stoiber sprechen unisono von einer
Wiederkehr der Atomkraft. Sie wollen nicht nur den
Weiterbetrieb der derzeit produzierenden AKW sichern,
sondern sogar ein neues Atomprogramm auflegen, d. h.
neue Atomkraftwerke bauen. Dies vor dem Hintergrund,
dass
-
selbst erst zu nehmende Stimmen aus der Atomindustrie
nur von Laufzeitverlängerungen sprechen, da Siemens
seine AKW produzierende Tochter KWU längst verkauft
hat, die Atomtechnologie nach Expertenmeinung völlig
veraltet und die Zukunft des im Bau befindlichen Europäischen
Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland ungewiss ist;
-
die rot/grüne Bundesregierung für den Übergang bis
2020 ein Energieprogramm auf Basis der heimischen Kohle
mit modernsten Filteranlagen beschlossen hat, um sich
von Uran, Erdöl und Erdgas unabhängiger zu machen;
-
Atomstrom uns zwar von Erdöl und Erdgas unabhängig,
aber vom Uran abhängig macht;
-
die Uranvorkommen nur noch auf etwa 65 Jahre begrenzt
sind und bei einem großzügigen Bau weiterer AKW
entsprechend schneller abschmelzen, der "Schnelle
Brüter" aber sicher-heitstechnisch sehr riskant
und zudem total unwirtschaftlich ist;
-
das Sicherheitsrisiko nach wie vor besteht und durch
Kostendruck im liberalisierten Strommarkt (Einsparungen
an Sicherheit u. Personal) sogar zunimmt (momentan 0,1 %
Wahrscheinlichkeit eines Super-GAU je AKW);
-
die Lagerung des Atommülls sehr gefährlich, teuer und
ungesichert ist;
-
bei einer vernünftigen Energiesparpolitik sowie der
entsprechenden Förderung und dem damit verbundenen
Ausbau der erneuerbaren Energieträger gar kein Bedarf
vorhanden ist und nach Einschätzung der Internationalen
Energieagentur (IEA) in Wien der Anteil der Atomkraft am
Gesamtenergieaufkommen weltweit von heute 8 % zukünftig
abnehmen und bereits 2030 nur noch 5 % betragen wird, während
den regenerativen Energien die Zukunft gehört - selbst
1000 neue AKW bis 2050 könnten nur 10 % des Bedarfs
decken;
Schon
längst ist klar, dass die Geschichte vom billigen
Atomstrom, die uns ausgerechnet die Energieriesen immer
wieder auftischen, die auch Betreiber der AKW sind und
uns mit dauernd steigenden Energiepreisen kräftig
abzocken, ein Märchen ist. Rechnen wir die
Entwicklungs-kosten der Atomtechnologie hinzu, Gelder für
Lagerhaltung und Sicherheit, so ist Atomstrom eher der
teuerste Strom. Mit 1000 Mrd. Dollar wurde die
Atomwirtschaft bisher weltweit gefördert, 50 Mrd.
blieben für erneuerbare Energien übrig (für Forschung
u. Entwicklung 20 Mrd. u. für die Markteinführung 30
Mrd.). Allein EURATOM gab seit 1957 400 Mrd. Euro aus.
Dazu kommen 35 Mrd. steuerfreie Rückstellungen zur
freien Verfügung der Betreiber sowie Freistellung von
Haftungsverpflichtungen und Brennstoffsteuern allein in
Deutschland.
Auch
der Spruch vom sauberen und klimafreundlichen Atomstrom
ist im wesentlichen Propaganda, denn beim Uranabbau und
der Verarbeitung zu den benötigten Brennstäben
entstehen sehr wohl Umweltschäden, auch hoher
CO2-Ausstoß, gar nicht zu reden von der radioaktiven
Verseuchung der Menschen und der Natur in den
Abbaugebieten. Auch wird der Anteil der Atomenergie
weltweit immer so gering bleiben, dass er gar nicht ins
Gewicht fällt.
Erneuerbare
Energien fördern!
Schon
die bisherige Förderung der "Erneuerbaren"
ist eine grandiose Erfolgsgeschichte: Ihr Anteil wächst
beharrlich, der Preis für sauberen Strom nähert sich
beim Endverbraucher zunehmend dem aus Atomtechnologie
bzw. fossilen Brennstoffen und die Anlagen rechnen sich
auch nach einem überschaubaren Zeitraum für
Kleinproduzenten. Bei weiterem Ausbau der Förderung und
Investitionsbereitschaft der Energiewirtschaft in großtechnische
Produktion könnte sauberer Strom noch bedeutend
billiger werden, vor allem, wenn die Stromnetze in die
öffentliche Hand übergehen würden, was dezentralen
Energieerzeugern u. -anbietern zugute käme. Zusätzlich
würden dezentrale Stromkreisläufe die regionale und
kommunale Unabhängigkeit von Energieressourcen
verbessern und wären ein weitgehender Schutz gegen flächendeckende
Stromausfälle durch technische Defekte oder
Einwirkungen der Natur. Nicht zu vergessen: schon heute
schaffen erneuerbare Energien viermal so viele Arbeitsplätze
wie die
Atomwirtschaft.
Atomlager
niX da!
Seit
rund vier Jahren kämpfen die BA-BI und andere
Umweltorganisationen erfolgreich gegen das Atommülllager.
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Tausende BürgerInnen haben durch ihre Unterschrift
ihren Protest kund getan.
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Schon bei der Anhörung 2001 machten wir unseren
gemeinsamen Widerstand deutlich.
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Seit 2003 finden reihenweise Veranstaltungen und
Aktionen in der Umgebung statt.
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Fünf PrivatklägerInnen klagen gegen das Lager.
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Höhepunkte unseres Protestes: Demo im Mai 2003 mit weit
über 1000 und das Wochenend- Festival "Kultur
gegen Atommüll" im Herbst in Bergrheinfeld mit
etwa 1500 TeilnehmerInnen - Herbstdemo 2004 mit über
500 TeilnehmerInnen.
Gute
Gründe gegen das Lager:
-
Die Leukämierate im Umkreis von Atomkraftwerken ist
bereits heute erhöht. In der Umgebung von
Grafenrheinfeld stieg die Anzahl der isolierten
Fehlbildungen bei Neugeborenen erheblich an. Durch das
Atommülllager würde zusätzliche radioaktive Strahlung
frei.
-
Die Lagerhalle ist nicht gegen Flugzeugabstürze oder
terroristische Anschläge geschützt und es gibt keine
Filterung der Abluft.
-
Einzige Barriere gegen mechanische und/oder thermische
Einwirkungen ist der Castor - und der ist nicht sicher!
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Ein Castor enthält mehr Strahlung als beim Supergau in
Tschernobyl frei wurde.
-
Die Lagergröße erhärtet den Verdacht, dass das AKW
noch viele Jahre laufen soll, weit über die im
"Atomkonsens" angestrebte Restlaufzeit hinaus
- die bayerische Regierung gibt dies bereits offen zu.
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Es kann zum Atom - Müll - End - Lager werden.
Der
Widerstand muss ausgeweitet werden!
Angesichts
der Absichten von Schwarz/Gelb, auf Bundesebene eine
Renaissance der Atomenergie voranzutreiben und des
halbherzigen Atomausstiegskonzeptes von Rot/Grün ist
die bundesweite Kampagne ".ausgestrahlt" der
richtige und notwendige Weg, um die Anti-Atombewegung
voran zu bringen. Deshalb hat die BA-BI sich auch in
diese Kampagne eingeklinkt.
Andererseits
halten wir die Bedeutung des Widerstandes gegen das
Atommülllager Grafenrheinfeld als wichtiges Glied in
der Kette der dezentralen Lager für so wichtig und
bisher auch erfolgreich, dass wir um bundesweite Unterstützung
bitten.
Bereits
im Frühjahr 2004 sollte ursprünglich eingelagert
werden. Durch Klage und erfolgreiche Mobilisierungen
konnte das bis heute verhindert werden. Jetzt steht der
Februar 2006 in Aussicht. Doch darüber will erst der
Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München am 17./18.
November entscheiden, Und unser Widerstand geht weiter!
Die
diesjährige Herbstdemo soll ein weiterer Höhepunkt
werden.
BürgerInnen
aus Schweinfurt und Umgebung, demonstriert gemeinsam mit
uns! Auswärtige,
kommt nach Schweinfurt! Energiewende
jetzt! - AKW abschalten! Atomlager
niX da!
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