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AKW abschalten! Herbstdemo der Umweltverbände

 

Auch dieses Jahr führen die BA-BI und die übrigen Schweinfurter Umweltverbände ihre traditionelle Herbstdemonstration durch. Die Aktion findet diesmal wieder in Schweinfurt statt. Im Zeichen der Bundestagswahl steht naturgemäß die bundesweite Energiepolitik im Mittelpunkt, hier vor allem die angestrebte Renaissance der Atomkraft durch Schwarz/Gelb. Gleichzeitig positionieren sich die Schweinfurter Umweltverbände aber auch klar gegen den sogenannter Atomkompromiss, der in Wirklichkeit nichts anderes als eine Laufzeitgarantie für die Betreiber darstellt, was von diesen auch öffentlich bekräftigt wird. Ebenso wird das rot/grüne Konzept der dezentralen Atommülllagerung weiterhin konsequent abgelehnt. Hier steht natürlich der Widerstand gegen das Atommülllager Grafenrheinfeld im Vordergrund, wo ja auch mit der erneuten Verschiebung der Einlagerung durch den Betreiber E.on ein weiterer wichtiger Erfolg erzielt werden konnte. Bereits im Frühjahr 2004 sollte ursprünglich eingelagert werden. Durch Klage und erfolgreiche Mobilisierungen konnte das bis heute verhindert werden. Jetzt steht der Februar 2006 in Aussicht. Doch darüber will erst der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München am 17./18. November 2005 entscheiden.

 

Angesichts der Absichten von Schwarz/Gelb, auf Bundesebene eine Renaissance der Atomenergie voranzutreiben und des halbherzigen Atomausstiegskonzeptes von Rot/Grün sei die bundesweite Kampagne ".ausgestrahlt" der richtige und notwendige Weg, um die Anti-Atombewegung voran zu bringen, so BA-BI-Vorsitzender Hubert Lutz. Deshalb habe sich die BA-BI auch in diese Kampagne eingeklinkt. Andererseits hält die BA-BI die Bedeutung des Widerstandes gegen das Atommülllager Grafenrheinfeld als wichtiges Glied in der Kette der dezentralen Lager für so bedeutend und bisher auch so erfolgreich, dass sie um überregionale Unterstützung bittet. BA-BI Vorstandsmitglied Christian Schäflein betont, dass der Widerstand nicht nur fortgesetzt, sondern auch ausgeweitet werden müsse. Die Forderungen der Schweinfurter Umweltverbände: „Energiewende jetzt! – AKW abschalten! Ernsthafte Suche und sofortige Prüfung aller möglichen Standorte für ein Endlager des Atommülls!

 

Die Kundgebung ist am Samstag, 24.09.2005, um 10.30 Uhr auf dem Postplatz in Schweinfurt. Anschließend ist die Demonstration durch die Innenstadt. Hauptrednerin ist Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake von der Uni Bremen, eine der renommiertesten deutschen Atomexpertinnen zum Thema Gesundheitsgefahren durch Strahlenbelastung (auch Niedrigstrahlung). Sie ist u. a. Preisträgerin des Nuclear-Free Future Award der „Franz-Moll-Stiftung. Den Preis erhielt sie für ihr Lebenswerk, ihren unermüdlichen Einsatz und ihre hohe Kompetenz in Fragen der Atomtechnologie. Babs Günther von der Bürgerinitiative Gochsheim (BIG) spricht als aktuelle Klägerin gegen das Atommülllager Grafenrheinfeld. Letzter Redner ist Christian Schäflein, Vorstandsmitglied der BA-BI. Im Rahmenprogramm steuert Babs Günther, auch bekannt durch das Kindertheater „Ratz-Fatz“, einen kulturellen Beitrag bei (Straßentheater). Für eine hoffentlich sehr gute Stimmung sorgt die Sambagruppe „AREIA“ aus Sand. Ab 9.00 Uhr sind Informationsstände aufgebaut. Die Veranstaltung wird gegen 14 Uhr beendet sein.

 

Am Sonntag, 25.09.2005, wird wieder wie jeden letzten Sonntag im Monat um 14.00 Uhr am Wegkreuz hinter dem AKW Grafenrheinfeld die Andacht der BA-BI durchgeführt, diesmal unterstützt vom Chor „da Capo“ aus Schonungen.

 

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Energiewende jetzt! AKW abschalten!

 

Angela Merkel und Edmund Stoiber sprechen unisono von einer Wiederkehr der Atomkraft. Sie wollen nicht nur den Weiterbetrieb der derzeit produzierenden AKW sichern, sondern sogar ein neues Atomprogramm auflegen, d. h. neue Atomkraftwerke bauen. Dies vor dem Hintergrund, dass

 

- selbst erst zu nehmende Stimmen aus der Atomindustrie nur von Laufzeitverlängerungen sprechen, da Siemens seine AKW produzierende Tochter KWU längst verkauft hat, die Atomtechnologie nach Expertenmeinung völlig veraltet und die Zukunft des im Bau befindlichen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Finnland ungewiss ist;

 

- die rot/grüne Bundesregierung für den Übergang bis 2020 ein Energieprogramm auf Basis der heimischen Kohle mit modernsten Filteranlagen beschlossen hat, um sich von Uran, Erdöl und Erdgas unabhängiger zu machen;

 

- Atomstrom uns zwar von Erdöl und Erdgas unabhängig, aber vom Uran abhängig macht;

 

- die Uranvorkommen nur noch auf etwa 65 Jahre begrenzt sind und bei einem großzügigen Bau weiterer AKW entsprechend schneller abschmelzen, der "Schnelle Brüter" aber sicher-heitstechnisch sehr riskant und zudem total unwirtschaftlich ist;

 

- das Sicherheitsrisiko nach wie vor besteht und durch Kostendruck im liberalisierten Strommarkt (Einsparungen an Sicherheit u. Personal) sogar zunimmt (momentan 0,1 % Wahrscheinlichkeit eines Super-GAU je AKW);

 

- die Lagerung des Atommülls sehr gefährlich, teuer und ungesichert ist;

 

- bei einer vernünftigen Energiesparpolitik sowie der entsprechenden Förderung und dem damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energieträger gar kein Bedarf vorhanden ist und nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in Wien der Anteil der Atomkraft am Gesamtenergieaufkommen weltweit von heute 8 % zukünftig abnehmen und bereits 2030 nur noch 5 % betragen wird, während den regenerativen Energien die Zukunft gehört - selbst 1000 neue AKW bis 2050 könnten nur 10 % des Bedarfs decken;

 

Schon längst ist klar, dass die Geschichte vom billigen Atomstrom, die uns ausgerechnet die Energieriesen immer wieder auftischen, die auch Betreiber der AKW sind und uns mit dauernd steigenden Energiepreisen kräftig abzocken, ein Märchen ist. Rechnen wir die Entwicklungs-kosten der Atomtechnologie hinzu, Gelder für Lagerhaltung und Sicherheit, so ist Atomstrom eher der teuerste Strom. Mit 1000 Mrd. Dollar wurde die Atomwirtschaft bisher weltweit gefördert, 50 Mrd. blieben für erneuerbare Energien übrig (für Forschung u. Entwicklung 20 Mrd. u. für die Markteinführung 30 Mrd.). Allein EURATOM gab seit 1957 400 Mrd. Euro aus. Dazu kommen 35 Mrd. steuerfreie Rückstellungen zur freien Verfügung der Betreiber sowie Freistellung von Haftungsverpflichtungen und Brennstoffsteuern allein in Deutschland.

 

Auch der Spruch vom sauberen und klimafreundlichen Atomstrom ist im wesentlichen Propaganda, denn beim Uranabbau und der Verarbeitung zu den benötigten Brennstäben entstehen sehr wohl Umweltschäden, auch hoher CO2-Ausstoß, gar nicht zu reden von der radioaktiven Verseuchung der Menschen und der Natur in den Abbaugebieten. Auch wird der Anteil der Atomenergie weltweit immer so gering bleiben, dass er gar nicht ins Gewicht fällt.

 

 

Erneuerbare Energien fördern!

 

Schon die bisherige Förderung der "Erneuerbaren" ist eine grandiose Erfolgsgeschichte: Ihr Anteil wächst beharrlich, der Preis für sauberen Strom nähert sich beim Endverbraucher zunehmend dem aus Atomtechnologie bzw. fossilen Brennstoffen und die Anlagen rechnen sich auch nach einem überschaubaren Zeitraum für Kleinproduzenten. Bei weiterem Ausbau der Förderung und Investitionsbereitschaft der Energiewirtschaft in großtechnische Produktion könnte sauberer Strom noch bedeutend billiger werden, vor allem, wenn die Stromnetze in die öffentliche Hand übergehen würden, was dezentralen Energieerzeugern u. -anbietern zugute käme. Zusätzlich würden dezentrale Stromkreisläufe die regionale und kommunale Unabhängigkeit von Energieressourcen verbessern und wären ein weitgehender Schutz gegen flächendeckende Stromausfälle durch technische Defekte oder Einwirkungen der Natur. Nicht zu vergessen: schon heute schaffen erneuerbare Energien viermal so viele Arbeitsplätze wie die

Atomwirtschaft.

 

Atomlager niX da!

 

Seit rund vier Jahren kämpfen die BA-BI und andere Umweltorganisationen erfolgreich gegen das Atommülllager.

 

* Tausende BürgerInnen haben durch ihre Unterschrift ihren Protest kund getan.

 

* Schon bei der Anhörung 2001 machten wir unseren gemeinsamen Widerstand deutlich.

 

* Seit 2003 finden reihenweise Veranstaltungen und Aktionen in der Umgebung statt.

 

* Fünf PrivatklägerInnen klagen gegen das Lager.

 

* Höhepunkte unseres Protestes: Demo im Mai 2003 mit weit über 1000 und das Wochenend- Festival "Kultur gegen Atommüll" im Herbst in Bergrheinfeld mit etwa 1500 TeilnehmerInnen - Herbstdemo 2004 mit über 500 TeilnehmerInnen.

 

Gute Gründe gegen das Lager:

 

- Die Leukämierate im Umkreis von Atomkraftwerken ist bereits heute erhöht. In der Umgebung von Grafenrheinfeld stieg die Anzahl der isolierten Fehlbildungen bei Neugeborenen erheblich an. Durch das Atommülllager würde zusätzliche radioaktive Strahlung frei.

 

- Die Lagerhalle ist nicht gegen Flugzeugabstürze oder terroristische Anschläge geschützt und es gibt keine Filterung der Abluft.

 

- Einzige Barriere gegen mechanische und/oder thermische Einwirkungen ist der Castor - und der ist nicht sicher!

 

- Ein Castor enthält mehr Strahlung als beim Supergau in Tschernobyl frei wurde.

 

- Die Lagergröße erhärtet den Verdacht, dass das AKW noch viele Jahre laufen soll, weit über die im "Atomkonsens" angestrebte Restlaufzeit hinaus - die bayerische Regierung gibt dies bereits offen zu.

 

- Es kann zum Atom - Müll - End - Lager werden.

 

 

 

Der Widerstand muss ausgeweitet werden!

 

Angesichts der Absichten von Schwarz/Gelb, auf Bundesebene eine Renaissance der Atomenergie voranzutreiben und des halbherzigen Atomausstiegskonzeptes von Rot/Grün ist die bundesweite Kampagne ".ausgestrahlt" der richtige und notwendige Weg, um die Anti-Atombewegung voran zu bringen. Deshalb hat die BA-BI sich auch in diese Kampagne eingeklinkt.

 

Andererseits halten wir die Bedeutung des Widerstandes gegen das Atommülllager Grafenrheinfeld als wichtiges Glied in der Kette der dezentralen Lager für so wichtig und bisher auch erfolgreich, dass wir um bundesweite Unterstützung bitten.

Bereits im Frühjahr 2004 sollte ursprünglich eingelagert werden. Durch Klage und erfolgreiche Mobilisierungen konnte das bis heute verhindert werden. Jetzt steht der Februar 2006 in Aussicht. Doch darüber will erst der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München am 17./18. November entscheiden, Und unser Widerstand geht weiter! 

 

Die diesjährige Herbstdemo soll ein weiterer Höhepunkt werden.

 

BürgerInnen aus Schweinfurt und Umgebung, demonstriert gemeinsam mit uns! Auswärtige, kommt nach Schweinfurt! Energiewende jetzt! - AKW abschalten! Atomlager niX da!

 

Quelle: BA-BI e.V.

 

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