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Offener Brief an die Abgeordneten Glos, Lintner, Hofmann und Kastner

 

Die Bundestagswahl ist vorbei, das Possenspiel der Parteien über das Ergebnis ist unerträglich. Unseres Erachtens nach gibt das Wahlergebnis, bei genauer Betrachtung, jedoch mehr Antworten als dass es Fragen aufwirft! Die Antworten beziehen sich auf die künftig inhaltlich-politische Gestaltung Deutschlands. Das derzeitige Gerangel um das Kanzleramt schadet dem Ansehen der Demokratie, weil es ohne inhaltliche Debatte ausgetragen wird. Uns drängt sich der Eindruck auf, als gehe es mehr um die Realisierung der persönlichen Ziele von Frau Merkel und Herrn Schröder, als um die Zukunftsrezepte für unseren Sozialstaat.

Über die angebotenen Zukunftsrezepte haben die Wählerinnen und Wähler eindeutig abgestimmt, legt man die Wahlaussagen der Parteien zu Grunde. Abgelehnt wurde die Intention von Union und FDP unser solidarisches Miteinander, den Sozialstaat, weiter zu entsolidarisieren und zu demontieren. Die Kopfpauschale in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), das Unionsmodell, fand ebenso wenig eine Mehrheit wie die marktradikalen Pläne der FPD die GKV zu privatisieren. Dem gegenüber fand die Idee der Bürgerversicherung, wie sie in den Programmen von SPD, Linkspartei und Grünen beschrieben wird, eine klare Mehrheit.

 

Ebenso verhält es sich mit den Steuerplänen von Union und FDP. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger lehnt weitere Steuerentlastungen, vor allem für Besserverdiener und Konzerne ab und plädiert im Gegensatz dazu, eben diese stärker zu belasten. Das sagen die Wahlprogramme von SPD, Linkspartei und Grüne deutlich aus. Unabhängig davon, ob als Reichensteuer bezeichnet oder als Erhöhung des Spitzensteuersatzes ausgewiesen. Eindeutig abgelehnt wurde auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, da standen CDU/CSU ohnehin alleine. Ausdrücklich befürworten die Wählerinnen und Wähler den Erhalt der Arbeitnehmerrechte, wie z.B. der Tarifautonomie und des Kündigungsschutzes (Wahlprogramme SPD, Linkspartei, Grüne). So gibt das Wählervotum in den zentralen Wahlkampfthemen Steuergerechtigkeit, Zukunft der Sozialversicherungssysteme und Arbeitnehmerrechten, klare Antworten.

 

Wir bitten Sie deshalb eindringlich, sich in Ihrer Fraktion für den inhaltlich eindeutigen Wählerwillen einzusetzen und die Personalfragen hinten anzustellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Frank Firsching                           

Regionsvorsitzender

 

Ralf Sander 

ver.di Geschäftsführer

 

Klaus Ernst                                        

IG Metall Bevollmächtigter

 

Johannes Schader

IG Bau Geschäftsführer

 

Ibo Ocak

NGG-Geschäftsführer

 

 

 

Quelle: DGB Main-Rhön

 

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