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Fast immer in der Nacht

 

Die Bürgeraktion Solidarität statt Rassismus streitet um ein Bleiberecht für die Schweinfurter Kurdenfamilie Suncak. Die vierköpfige Familie lebt seit 16 Jahren in der Stadt in Unterfranken und wartet bei Tag und in der Nacht auf die Abschiebung in die Türkei. Jürgen Montag von der Schweinfurter Ausländerbehörde deutete den Fall gestern während eines Interviews mit dem Lokalradio Primaton ziemlich emotionslos: Der Entzug des Asylrechts sei nun unumkehrbar, die Behörden würden bei ihren Asylentscheidungen keine sozialen Elemente berücksichtigen, so der städtische Mitarbeiter. Stand der Dinge ist, dass die Suncak´s jederzeit durch die staatlichen Abschiebehelfer abgeholt und ausgewiesen werden dürfen. Wie dies vor sich gehen wird, wissen die Suncak´s nur all zu gut, schließlich erlebt die Familie aus Schweinfurt bereits seit Jahren die menschenverachtende Abschiebemaschinerie.

 

Fast immer in der Nacht werden die Menschen aus dem Schlaf gerissen, in Furcht und Angst, in Schrecken und Erschütterung versetzt und mit Hilfe der Polizei in eine beklagenswerte, oft lebensbedrohliche Zukunft abgeschoben. Die Behörden gehen hierbei nicht gerade zartfühlend vor, dies ist hinreichend bekannt. Sogar zu Todesfällen ist es bei Abschiebungen aus der BRD immer wieder gekommen.

Seit 16 Jahren lebt der Kurde Ihsan Suncak mit Frau Hatice sowie den zwei Kindern Özlem und Kalender in Schweinfurt. Neunmal insgesamt mussten die Suncaks die Prozedur vor Gericht und Bundesamt durchlaufen. Bereits zum zweiten Mal ist die Familie akut von Abschiebung bedroht. Bereits im Jahr 2000 konnte die Ausweisung durch eine breite Solidaritätswelle verhindert werden. Jetzt, nach 16 Jahren, soll die Familie erneut in die Türkei abgeschoben werden. Die Kinder, Kalender, ein Junge im Alter von 21 Jahren und Özlem, ein Mädchen mit 19, sind völlig integriert und können kaum noch Türkisch. Ihre Muttersprache Kurdisch beherrschen sie noch weniger, da diese in der Türkei nach wie vor verboten ist. Hier sind sie zu Hause, haben einen großen Freundeskreis und eine Ausbildung abgeschlossen. Beide hätten sofort einen festen Arbeitsplatz, wenn sie eine Aufenthaltsgenehmigung und damit auch eine Arbeitserlaubnis bekämen. Sie sprechen beide perfekt deutsch und können sich ein Leben in der Türkei gar nicht mehr vorstellen. Dort kennen sie fast niemanden, ihre Zukunft wäre völlig ungesichert. Bis auf die alte Oma leben alle Verwandten in Deutschland bzw. der Schweiz. Sämtliche sechs Geschwister von Herrn Suncak sind als Asylberechtigte anerkannt, das gleiche gilt für die Verwandten seiner Frau.

 

Weil alle rechtliche Möglichkeiten im Asylverfahren für die Schweinfurter Familie ausgeschöpft sind und nur noch eine Petition im bayerischen Landtag weiterhelfen kann, hofft Jürgen Wilk von der Bürgeraktion Solidarität statt Rassismus auf eine sogenannte Härtefallregelung und damit auf ein Bleiberecht aus humanitären Gründen. Der Skandal, dass den Suncak´s das Asylrecht verweigert wird, bleibt bei einer erfolgreichen Petition bestehen. Jürgen Wilk will mit der Unterstützung  vieler Schweinfurter Bürgerinnen und Bürger für das Bleiberecht  und gegen die Abschiebung kämpfen. Hierzu gehört besonders die Information der Öffentlichkeit. Nur so kann eine menschenunwürdige Abschiebung im nächtlichen Dunkel der angeblich besten Demokratie verhindert werden.

 

Quelle: indymedia

 

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