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Skandal:
Brose lässt Entlassene Abführen
Am
Donnerstag Abend (29.09.2005) in der Spätschicht
eskalierte die Situation bei der Fa. Brose in Hallstadt.
Nachdem die Werkleitung durch den Spruch der
Einigungsstelle über einen Sozialplan den Weg frei
hatte die 51 angekündigten Entlassungen umzusetzen,
schritten die Verantwortlichen zur Tat. Den ersten
ausgesuchten Mitarbeitern wurde die Entlassung überreicht,
gleichzeitig wurde Druck ausgeübt, einen
Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, dann „gebe es
etwas mehr Abfindung“. Zur Eskalation kam es dann, als
die betroffenen Mitarbeiter sofort vom Werkschutz abgeführt
wurden. Eingehakt mussten sie das Werksgelände
verlassen. Nach Aussagen eines betroffenen Mitarbeiter
durften sie sich noch nicht einmal von Ihren langjährigen
Arbeitskollegen verabschieden. Ein Kollege berichtete,
das er noch nicht einmal seinen Kaffe austrinken durfte.
Dies geschah alles vor den Augen der übrigen
Belegschaft. Diese Methode hat bei Brose System. Immer
wieder wird aus Coburg von ähnlichen Fällen bei
Aufhebungsverträgen berichtet.
Ziel
ist es offensichtlich damit die Leute zur Unterschrift
unter einen Aufhebungsvertrag zu bewegen, denn nach
erster Übersicht sind auch Ältere und langjährige
Brosemitarbeiter betroffen, diese könnten nach den
Kriterien einer Sozialauswahl nicht gekündigt werden.
Damit werden aufwändige Gerichtsverfahren zu Lasten der
Firme verhindert. Um 20.15 verließen die erstem
Mitarbeiter das Werk sie wollten Wissen was nun
passiert. Eine kurzfristig angesetzte
Informationsveranstaltung der IG Metall versuchte
aufzuklären. Zunächst versammelten sich vor dem
Werkstor sich ca 150 Mitarbeiter um sich über den
aktuellen Stand und über die Rechte bei Kündigungen zu
informieren. Ein herbeigeeilter Jurist der Firma sowie
die Werkleitung versuchte mit dem Hinweis auf die
Pflichten und arbeitrechtlichen Konsequenzen die
aufgebrachte Menge in das Werk zurückzutreiben. Spontan
wurde die Veranstaltung in die gegenüberliegende
Bettelseehalle verlegt. Mit vielen Fragen und Unmutsäußerungen
verschaffte sich die Belegschaft Luft über ihre Wut.
Gleichzeit versuchte die Werkleitung die Belegschaft zur
Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Dies gelang nicht
mehr. Sie waren lediglich bereit , die ab 23.00 Uhr
beginnende Nachtschicht nicht mit in die
Informationsveranstaltung einzubeziehen, wenn die
weiteren Entlassungen „menschenwürdig“ vollzogen
werden. Dies sagte die Werkleitung zu. Gleichwohl ist
bekannt, dass zur Zeit mit Ansprachen der Meister und
mit verteilen von Schriften die auf Arbeitrechtliche
Konsequenzen bei Wiederholung hinweisen, weiterhin Druck
auf die Belegschaft ausgeübt wird. Die Situation ist
somit mehr als Gespannt und es kann jederzeit mit einer
erneuten Eskalation gerechnet werden.
Spannend
bleibt die Situation auch bei Brose in Coburg. Am 05.
10.2005 findet der erste Termin vor dem Arbeitgericht
statt. Es geht um die Frage ob die Vereinbarung die der
alte Betriebsrat drei Stunden mehr und drei Tage weniger
Urlaub rechtwirksam ist.
Quelle:
IG-Metall Bamberg
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