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Historischer jüdischer
Friedhof verwüstet
Bisher unbekannte Täter
richteten auf dem jüdischen Friedhof bei Diespeck
(Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim) eine Spur der
Verwüstung an. Etwa sechzig - teilweise Jahrhunderte
alte - Grabsteine wurden mutwillig umgeworfen. Mehr als
die Hälfte der betroffenen Steine wurde hierbei
irreparabel zerstört. Die Kriminalpolizei Ansbach hat
umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Die Zerstörungen
auf dem etwas außerhalb auf einer Anhöhe im 18.
Jahrhundert angelegten Friedhof wurden von einem
ehrenamtlichen Betreuer bei einem Kontrollgang
festgestellt. Die Begräbnis- und Erinnerungsstätte wird
seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr
für Beisetzungen genutzt.
Die Täter waren in der Zeit
seit Ende Januar 2007 offenbar über die Friedhofsmauer
geklettert und ließen ihrer Zerstörungswut auf dem
gesamten Areal freien Lauf. Auch elf Gedenksteine eines
dort befindlichen Kriegerdenkmals für im I. Weltkrieg
gefallene Soldaten jüdischen Glaubens wurden umgestoßen.
Lediglich das Taharahaus (Gebäude für rituelle
Waschungen) wurde nicht beschädigt. Die Ermittlungen der
Kripo Ansbach laufen in alle Richtungen. Der Sachschaden
beträgt nach ersten Schätzungen mehrere Zehntausend Euro
- weit schwerer wiegt allerdings der Verlust
historischen Kulturgutes.
Die Polizei ist bei der
Aufklärung der Tat auch auf die Mithilfe der Bevölkerung
angewiesen: Wem sind seit Ende Januar Personen oder
Fahrzeuge am Friedhof oder der von Diespeck nach
Dettendorf führenden Kreisstraße aufgefallen.
Möglicherweise können Zeugen den Tatzeitraum eingrenzen.
Sachdienliche Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst
über Tel. 0911 / 2112-3333 oder an jede andere
Polizeidienststelle. Für Hinweise, die zur Aufklärung
der Straftat oder zur Täterfestnahme führen, wurde
seitens des Bayerischen Landeskriminalamtes eine
Belohnung in Höhe 2.500 Euro ausgesetzt. Die Auslobung
gilt nicht für Personen, zu deren Berufspflicht die
Verfolgung von Straftaten gehört. Die Gemeinde Diespeck
hat die Belohnung inzwischen um 1.000 Euro erhöht.
Quelle: Polizeipresse / nah
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