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Linkes Bündnis Haßberge Bundesstrasse 25

97531 Obertheres

 

 

 

 

 

 

1. Soziales – Wirtschaft – Arbeit – Verkehr

Der Landkreis Hassberge trägt soziale Verantwortung. Im Aufgabenkreis Wirtschaft und Arbeit ist es die Angelegenheit des Kreises dafür zu sorgen, dass wohnortnahe Beschäftigung erhalten bleibt und neu entsteht. Der Kreis muss eine vernünftige Infrastruktur schaffen, die der Mehrheit der Bevölkerung einen Nutzen bringen soll.

1.1 Hassberg-Kliniken

Der Landkreis Hassberge betreibt die Krankenhäuser in Ebern, Hofheim und Hassfurt. Eine dezentrale Krankenhausstruktur ist die Voraussetzung für eine geregelte Versorgung, falls Menschen Krank werden. Im Krankenhauswesen geht der Trend in Richtung Privatisierung. Kommunen verabschieden sich zunehmend aus ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung. Der Bezirk Unterfranken ist dabei, die Bezirkskliniken Stück für Stück in private Verantwortung zu übertragen. In Hofheim konnte die Einstellung des Krankenhausbetriebes nur durch beträchtliches Engagement aufmerksamer Bürgerinnen und Bürger abgewendet werden. Die rund 400 Beschäftigten der Hassberg-Kliniken haben mit drastischen Einschnitten bei Arbeitszeit und Lohn einen überdurchschnittlichen Beitrag dazu geleistet.

Dennoch: Die Krankenhäuser des Landkreises sind unvermindert von Privatisierung oder Schließung bedroht. Eine Voraussetzung für den Erhalt der Krankenhäuser in der Trägerschaft des Landkreises ist, dass die bayerische CSU damit aufhört, mehr und mehr Mittel im Gesundheitswesen zu kürzen. Vor Ort braucht es den Willen, dass die Krankenhäuser in landkreiseigener Verantwortung weiter betrieben werden. Das Linke Bündnis Hassberge setzt bei diesem Ziel besonders auf die Kompetenz der Krankenhausbeschäftigten, ihrer Personalräte und der Gewerkschaft Ver.di.

Im Kreistag treten wir dafür ein, dass Beschäftigung in den Krankenhäusern unter geregelten Bedingungen und bei einer gerechten Entlohnung stattfindet. Dabei helfen keine sozialdemokratischen Lippenbekenntnisse. Die SPD schreit vor Ort nach Gerechtigkeit und in der bundespolitischen Verantwortung tut sie alles, um den Krankenhäusern den Geldhahn zuzudrehen.

Das Linke Bündnis setzt sich im Kreistag dafür ein, dass die Hassberg-Kliniken den Austritt aus dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) rückgängig machen und die Beschäftigten der Krankenhäuser nach Flächentarifvertrag bezahlen. Das Linke Bündnis setzt sich weiterhin dafür ein, dass die Krankenhäuser junge Menschen ausbilden und nach ihrer Ausbildung unbefristet übernehmen. Von den Mitgliedern im Aufsichtsrat der Hassberg-Kliniken werden wir im Kreistag verlangen, ihre Tantiemen offen zu legen.

1.2 ALG II und Hartz IV

Die Agentur für Arbeit und der Landkreis Hassberge sind in einer so genannten ARGE für rund 2.600 Menschen verantwortlich, die auf Leistungen aus dem Hartz IV Topf angewiesen sind. Die Hartz IV Gesetze sind Teil eines Umverteilungsprogramms, welches zum Ziel hat, Reiche zu hofieren und die Mehrheit der Bevölkerung dafür zur Kasse zu bitten. Menschen die darauf angewiesen sind, Leistungen der ARGE zu beziehen, leben in unsicheren Verhältnissen. ALG II Empfänger machen die Erfahrung, dass ihnen die Ämter bis ins Schlafzimmer hinein hinterher spionieren. Antragsteller für ALG II Mittel stehen beinahe immer unter dem Generalverdacht des beabsichtigten Leistungsmissbrauches.

Das Linke Bündnis Hassberge lehnt es ab, den Menschen ihr Dasein noch zusätzlich zu erschweren. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die im Landkreis Hassberge ALG II beziehen, von den Behörden anständig behandelt werden. Im Kreistag beantragen wir, dass die Gelder, die der Stellenplan für die Gehälter der so genannten Sozialdetektive im Haushalt vorsieht, künftig sinnvoll eingesetzt werden. Wir wenden uns gegen die Zwangsweise Unterbringung von ALG II Beziehern in 1 Euro Jobs.

Das Linke Bündnis Hassberge wird sich dafür einsetzen, dass Menschen die auf Hilfe angewiesen sind, von der ARGE offensiv über ihre Rechte informiert werden. Wir machen uns dafür stark, dass Bürger, die von Leistungen aus ALG II Mitteln leben müssen, verbilligten Zugang zu Kursen der Volkshochschule und Veranstaltungen des Umweltbildungszentrums, Ermäßigungen bei Eintrittspreisen für Schwimmbäder oder Veranstaltungen im Schüttbau und reduzierte Preise beim öffentlichen Verkehr erhalten. Wir nennen dies das „Sozialticket für den Landkreis Hassberge“.

1.3 Sparkasse Ostunterfranken

Die Sparkasse Ostunterfranken betreibt als allgemeines Kreditinstitut die üblichen Bankgeschäfte einer Vielzahl von privaten Haushalten, Unternehmen, Städten. Gemeinden und institutionellen Kunden im Landkreis Hassberge. Die Sparkasse Ostunterfranken beschäftigt rund 340 Menschen und betreibt im Landkreis 23 Geschäftsstellen. Der wesentliche Träger der Sparkasse ist der Landkreis. Die Sparkasse unterscheidet sich von den privaten Banken dadurch, dass die Erzielung von Gewinnen nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes ist. Anders als bei privaten Banken steht bei der Sparkasse nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Erzielte Gewinne werden, soweit diese nicht in Rücklagen fließen, an den Träger ausgeschüttet und kommen somit der Allgemeinheit zugute.

Die Sparkasse Ostunterfranken als kommunales Kreditinstitut dient der Mehrheit der Bevölkerung als ortsnahe Infrastruktureinrichtung. Bei so genannten taktischen Neuausrichtungen der Sparkasse darf kein Personalbbau stattfinden. Das Linke Bündnis betrachtet einen möglichen Beschäftigungsabbau als Gefährdung von Quantität und Qualität der Kundenbetreuung. Wir warnen davor, das Dienstleistungsprinzip umzukehren. Die Sparkasse Ostunterfranken muss sich in ihrer Geschäftspolitik als Dienstleistungsunternehmen am Wunsch der Kunden nach Service und umfassender Beratung durch qualifizierte Mitarbeiter orientieren. Wir sind dagegen, dass der Verlust von Kunden aufgrund von Personalabbau und um eine Gewinnsteigerung zu erzielen in Kauf genommen wird.

Das linke Bündnis wird sich im Kreistag für eine fortdauernde Eigenständigkeit in der bestehenden Struktur einsetzen. Wir fordern die Sparkasse dazu auf, verstärkt junge Leute auszubilden. Wir werden uns für die bedingungslose Offenlegung der Tantiemen von kommunalen Mandatsträgern für ihre Tätigkeit im Verwaltungsrat der Sparkasse einsetzen.

1.4 Kreisstrassen - Radwege

Der Landkreis Hassberge betreibt ein rund 300 Kilometer langes Kreisstraßennetz. Das Linke Bündnis erkennt die Verantwortung hierfür an. Wir sind der Meinung, dass ausreichend finanzielle Mittel zum Erhalt der Infrastruktur eingesetzt werden müssen. Wir vertreten die Ansicht, dass keine Neubaumassnahmen im Bereich der Kreisstrassen notwendig sind. Dort wo Bürgerinnen und Bürger aufgrund der Belastung durch starken Verkehrslärm Ortsumgehungen von Kreisstrassen fordern, wollen wir Lösungen, die den Bürgern gerecht und zusammen mit ihnen erarbeitet werden.

Naturschutzaspekte sind bei allen Straßenbaumassnahmen zu berücksichtigen. Das Linke Bündnis erkennt den Bund Naturschutz und andere Naturschutzverbände im Landkreis Hassberge als kompetente Vertreter der Interessen des Naturschutzes an und setzt sich dafür ein, dass Naturschutzverbände Gehör finden, wenn Ortsumgehungen von Kreisstrassen geplant sind.

Wir werden uns dafür Einsetzen, dass das Radwegenetz des Landkreises weiter verbessert wird. Dabei sollen Neubautrassen so gestaltet sein, dass sie sich weitestgehend am Verlauf vorhandener Kreisstrassen orientieren. Wo dies nicht möglich ist, soll der Radwegeneubau in enger Absprache mit den Naturschutzverbänden erfolgen. Wir sind dafür, dass der Landkreis eine Neuauflage der Radwanderkarte des Kreises auflegt und dabei neue Routen entsprechend der aktuellen Situation vorschlägt.

1.5 Flugplatz Hassfurt

Der Landkreis Hassberge ist zu 30 Prozent als Gesellschafter an der Verkehrslandeplatz Hassfurt-Schweinfurt GmbH beteiligt. Weitere Gesellschafter waren seit 1992 zunächst die Städte Hassfurt und Schweinfurt mit jeweils 30 Prozent, sowie der Motorflugclub Hassfurt mit 10 Prozent. Allein seit der Gründung der GmbH im Jahre 1992 sind bis in das Jahr 1999 fast eine Million Euro Defizit erwirtschaftet worden. Ursächlich lag dies daran, dass am Hassfurter Flugplatz Investitionen durchgeführt wurden, die den politisch genehmigten Rahmen weit übertrafen. Verantwortlich hierfür sind namentlich Landrat Rudolf Handwerker sowie weitere Vertreter der Kommunen in der GmbH.

Um den laufenden Betrieb zu gewährleisten, schießen die Stadt Hassfurt sowie der Landkreis Hassberge jährlich je 25.000 Euro an öffentlichen Geldern in die GmbH. Der Vertrag der Flugplatz GmbH läuft bis Ende des Jahres 2015. Das linke Bündnis Hassberge wird nicht zusehen, dass bis dahin weitere fünfhunderttausend Euro an Subventionen für den Betrieb des Flugplatzes verschwendet werden. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass der Verkehrslandeplatz Hassfurt-Schweinfurt GmbH keine weiteren öffentlichen Gelder bewilligt werden, um damit erwirtschaftete Defizite auszugleichen. Wir bestreiten vehement, dass der Flugplatz als Infrastruktureinrichtung erheblichen Einfluss auf unternehmerische Standortentscheidungen hat.

Der Flugplatz hat nüchtern betrachtet allenfalls Bedeutung für Fallschirmspringer und die Sport- oder Hobbyfliegerei. Sämtliche Versuche, die Flugbewegungen derart zu steigern, dass insbesondere die Zahlen der Geschäftsflüge steigen, sind fehlgeschlagen. Wir lehnen daher sämtliche weitere Experimente in Sachen Flugplatz ab. Breite Bevölkerungsgruppen haben keinen unmittelbaren Nutzen vom Landkreisengagement am Flugplatz in Hassfurt.

1.6 Öffentlicher Personennahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr im Landkreis Hassberge fristet ein verwaistes Dasein. Einige Versuche, die Situation zu verbessern, sind gescheitert. Wir sind uns bewusst, dass viele Aktivitäten in diesem Bereich vom finanziellen Engagement des Freistaates Bayern abhängen. Das Anrufsammeltaxi der Verkehrsgemeinschaft Hassberge (VGH) wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Die Kommunalpolitik konzentriert sich auf die Organisation des Schülerverkehrs und die Bahnlinie im Maintal. Nun versucht der Landkreis einen Ausweg über einen Anschluss an die Verkehrgemeinschaft Nürnberg (VGN) zu finden. Dies lehnen wir ab.

Im Landkreis Hassberge gelten in der Regel die Tarife der VGH. Die öffentlichen Linien werden von der OVF oder örtlichen Busunternehmen mit Streckenlizenzen betrieben. Die OVF als wichtiger Anbieter des öffentlichen Verkehrs betreibt im Landkreis Hassberge kein eigenes Regionalbüro. Das Linke Bündnis Hassberge wird sich in der Kommunalpolitik dafür stark machen, dass sich dies ändert. Wir sind der Meinung, dass die OVF im Kreis präsent sein muss, wenn der öffentliche Verkehr für die Bürgerinnen und Bürger verbessert werden soll.

Wir wenden uns gegen Privatlizenzen auf Strecken des öffentlichen Verkehrs. Eine der wenigen gut genutzten Linien auf der Strecke Kirchaich - Hassfurt - Schweinfurt wurde im Jahr 2006 an ein privates Unternehmen vergeben. Für die Fahrgäste bedeutete dies, dass zunächst die Tarife erhöht wurden. Die Fahrkarten auf dieser Strecke gelten seither nicht mehr im OVF Verbund. Da die Linie vorwiegend von Berufspendlern genutzt wird, die in der Schweinfurter Großindustrie beschäftigt sind, mussten Fahrgäste aufs Auto umsteigen, weil die Busse der OVF auf der Strecke, sowie die Stadtbusse in Schweinfurt nicht mehr genutzt werden konnten. Dies hatte für Fahrgäste zur Konsequenz, dass sie die heutzutage notwendige Flexibilität im Berufsleben nicht ohne finanzielle Nachteile aufrechterhalten konnten und sich gegen den öffentlichen Verkehr entscheiden mussten. Fahrgäste ohne Führerschein hatten sich dieser nachteiligen Entwicklung alternativlos zu beugen. Der Betreiber des öffentlichen Verkehrs im Landkreis Hassberge muss tarifgebunden sein.

Das Linke Bündnis Hassberge wird darauf achten, dass künftig keine weiteren Strecken des öffentlichen Verkehrs privatisiert werden. Wir wollen, dass Lizenzen an private Anbieter zurückgenommen werden. Den Diskobus betrachten wir als richtiges Angebot, für dessen Erhalt wir uns einsetzen. In der Frage der Beförderungssicherheit stellen wir uns auf die Seite der Eltern, die davor warnen, dass Schulbusse wiederholt überfüllt sind und so unnötig Gefahr für Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg entsteht.

Das Linke Bündnis macht sich kurzfristig für ein Fahrkartenverbundsystem in der Region stark, wonach Fahrgäste auf einer Strecke nur einmal zahlen müssen, auch wenn unterschiedliche Anbieter die Linie bedienen. Wir werden im Kreistag vorschlagen, das öffentliche Verkehrsangebot im Landkreis Hassberge mit einem professionellen Internetauftritt zu begleiten.

1.7 Wirtschaftsförderung

Die Wirtschaftsförderung ist im Landratsamt Hassberge als Stabsstelle organisiert. Sie soll zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftsbereichen führen und ein so genannter "kurzer Draht" zum Landrat soll dazu führen, dass „wichtige Anliegen der ansässigen Unternehmen schnell aufgegriffen und zur "Chefsache" gemacht werden“. Das Linke Bündnis erkennt die Notwendigkeit, schneller Entscheidungen. Wir werden aber unser besonderes Augenmerk dabei auf die Frage richten, ob schnelle wirtschaftspolitische Entscheidungen des Kreises auch im Sinne der Bevölkerung sind und demokratische Rechte der Bürger beispielsweise in Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden.

Wirtschaftspolitik darf nicht bedeuten, sich blind dem Diktat der Unternehmen unterzuordnen. Wir finden es beispielsweise völlig unangebracht, wenn der Landkreis Hassberge im Rahmen der „PEP Existenzgründer Initiative“ des Landratsamtes Geld für zweifelhafte „Business- und Motivationsseminare“ ausgibt. Wir halten es für falsch, dass private Seminaranbieter und ihre so genannten Börsenspezialisten auf kostenfreien Info-Seminaren ihr Credo des Heuschreckenkapitalismus zu Lasten des Landkreishaushaltes und natürlich auch zu Lasten regionaler Arbeitsplätze verkünden dürfen. Wir werden im Kreistag fordern, die Mittel für solche Veranstaltungen einzusparen.

Eine bürgernahe Förderung der Wirtschaft beinhaltet, dass die Kompetenz der Menschen vor Ort ernst genommen wird. Initiativen wie die die in Ebern, wo Menschen Ideen entwickeln, um den ehemaligen Standort der Bundeswehr einer zivilen Nutzung zuzuführen, oder die in Hofheim, wo sich die Bürger für den Erhalt des Krankenhauses engagiert haben, müssen ernst genommen, ihre Vorschläge aufgegriffen und diskutiert werden.

1.8 Metropolenregion

Im Landkreis Hassberge wirken Kommunalpolitiker darauf hin, dass der Kreis Mitglied in dem Verbund „Metropolenregion Nürnberg“ wird. Beispielsweise ist angedacht, den öffentlichen Personennahverkehr des Landkreises mit der Verkehrsgemeinschaft Nürnberg (VGN) abzuwickeln. Wir sind prinzipiell für Dezentralität. Das Linke Bündnis Hassberge ist der Auffassung, dass hier weitere Schaufensterveranstaltungen forciert werden und damit die Probleme vor Ort auf der Strecke bleiben. Wir befürchten, dass der Landkreis Hassberge als ein kleines Glied in diesem Verbund keine starke Position einnimmt und somit dem Diktat der Großen unterworfen sein wird.

Beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr könnte eine Zusammenarbeit im Rahmen der Metropolenregion sehr schnell zum Nachteil für den Landkreis Hassberge werden. Die Umstellung auf den VGN-Tarif hat negative Veränderungen bei den Einnahmen der betroffenen Verkehrsunternehmen zur Folge. Mindereinnahmen in der Verkehrsgemeinschaft Hassberge müssen den betroffenen Unternehmen durch den Landkreis erstattet werden. Weitere Kosten für den Landkreis entstünden mit der Umstellung der Verkaufssysteme auf VGN-Standard. So müssen Fahrausweisautomaten und Fahrscheindrucker umprogrammiert werden, Zielanzeigen an Bahnhöfen abgeändert und die neuen Verbundhaltestellen auf Verbundstandard umgerüstet werden. Diese Kosten sind vom Landkreis zu tragen.



2. Demokratie – Verwaltung – Bürgerrechte


Die demokratische Beteiligung der gewählten Gremien des Kreistages wird seit Jahren geringer. Der Kreistag tagt inzwischen nur noch dreimal im Jahr, Haushaltspläne des Kreises werden in schöner Regelmäßigkeit erst während des laufenden Haushaltsjahres verabschiedet. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Kreistag wieder mindestens zu vier Sitzungen im Jahr zusammenkommt.

In vielen Kommunen der Bundesrepublik werden die Haushaltspläne erst nach intensiven Diskussionen mit der Öffentlichkeit beschlossen, damit der geringe Spielraum der Kommunen vor allem im Interesse der Bürgerinnen und Bürger genutzt wird. Wir werden dafür eintreten, dass auch in unserem Landkreis die Haushaltspläne als Bürgerhaushalt vor dem jeweiligen Haushaltsjahr beraten und verabschiedet werden. Wir sind gegen eine Erhöhung der Entschädigungen für Kreisräte und lehnen eine Erhöhung der Gelder für die Fraktionen ab.

Im Landkreis Hassberge gibt es viele Beispiele für demokratisches Engagement. In Ebern hat sich eine Gruppe von Einwohnern mit der Frage befasst, wie der ehemalige Bundeswehrstandort einer neuen, sozial- und umweltverträglichen Nutzung zugeführt werden kann. CSU und SPD im Landkreis ignorieren dieses Engagement. Das Linke Bündnis Hassberge vertritt die Auffassung, dass gerade solcher Einsatz nicht hoch genug zu bewerten ist .

Wir stellen uns auf die Seite derer, die sich in demokratischen Initiativen engagieren. Wir werden uns im Kreistag dafür einsetzen, dass ein Ausschuss für Bürgerbeschwerden eingerichtet wird. In diesem Ausschuss müssen alle Kreistagsfraktionen gleichberechtigt vertreten sein. Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sollen im Beschwerdeausschuss ein Rede- und Antragsrecht erhalten.

In die politische Entscheidungsfindung sollen die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden, indem das Mittel des Bürgerentscheides verstärkt zur Anwendung kommt. Beispielsweise in der Frage der Flugplatzsubventionierung könnte dies geschehen. Dabei kann der Kreistag selbst als Initiator eines Bürgerentscheides auftreten. Die bayerische Landkreisordnung regelt dies im Artikel 12.

Der Arbeitsalltag der Beschäftigten des Landkreises ist durch zunehmende Arbeitsverdichtung und sich ständig ändernder Rahmenbedingungen geprägt. Die CSU Verwaltungsreform hat dazu geführt, dass Beschäftigte längere Arbeitszeiten hinnehmen müssen. Die steigende Arbeitsbelastung der Arbeiter und Angestellten des Kreises hat zur Konsequenz, dass in den Ämtern Auskunft und Beratung in den Hintergrund gerät, was zu Unzufriedenheit bei den Beschäftigten und zu Skepsis in der Bevölkerung führt. Bürger haben das Recht, auf eine höfliche und menschliche Behandlung in den Ämtern, dazu brauchen die Beschäftigten ausreichend Zeit.

Als linkes Bündnis bieten wir den Bürgern an, zusammen für eine bürgerfreundliche Verwaltung zu streiten. Außerdem stehen wir den Arbeitern und Angestellten des Landkreises, ihren Interessensvertretern mit der Gewerkschaft Ver.di, bei der Durchsetzung zuverlässiger Arbeitsbedingungen und ordentlicher Löhne zur Seite.


3. Kinderbetreuung – Schulen – Bildung


3.1 Kindergärten

Die CSU Mehrheit hat es in den vergangenen zwanzig Jahren versäumt, bedarfsgerechte Angebote zur Kinderbetreuung im Landkreis einzurichten. Heute kämpfen viele der Kindergärten in den Gemeinden des Kreises um ihre Existenz. Jahrelang war es für Eltern beinahe unmöglich, einen Krippenplatz für ihren Nachwuchs von unter drei Jahren zu finden. Aufgrund der sinkenden Kinderzahlen suchen die Kindergärten heutzutage intensiv nach Kleinkindern.

Die CSU Landespolitik hat die Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung weiter verschlechtert. In den Unternehmen findet einen Arbeitszeitpolitik statt, die es Eltern schwer macht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Im Landkreis Hassberge führt dies dazu, dass Eltern, die ihre Kinder in Kindergärten außerhalb ihres Wohnortes betreuen lassen wollen, Gastkinderbeiträge selbst finanzieren sollen. Viele Eltern sind aus beruflichen Gründen, oder aufgrund des Wunsches nach alternativen Betreuungskonzepten aber darauf angewiesen, ihre Kinder nicht am Erstwohnsitz in Obhut zu geben. Menschen mit Kindern und geringem Einkommen sind deshalb benachteiligt. Das Linke Bündnis fordert in dieser Situation das Engagement des Landkreises und die Zusammenarbeit aller Kindergärten im Kreis. In Landkreisregie soll ein kreisweites Umlagekonzept für alle Kindergärten entwickelt werden, das es den Eltern ermöglicht, über die Betreuung ihrer Kinder unabhängig von finanziellen Möglichkeiten, vom Wohnort und von pädagogischen Konzepten zu entscheiden.

Wir wollen darauf hinwirken, dass sich die Vertreter des Landkreises im bayerischen Landkreistag für die Forderung nach kostenlosen Kindergärten stark machen. Unternehmen sollen sich an den Kosten für die Kinderbetreuung ihrer Beschäftigten in Form von Zuschüssen beteiligen.


3.2 Schulen

Die Schulpolitik der CSU in Bayern setzt auf frühzeitige Selektion und wirtschaftliche Verwertbarkeit von jungen Menschen in einem dreigliedrigen System. Zusätzlich wird die Schulbildung immer mehr von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern abhängig. Die Schieflage im bayerischen Schulsystem ist nicht erst seit der PISA-Studie bekannt. Die CSU Mehrheit in Bayern sitzt diese Situation seit Jahren untätig aus. In Bayern diskutieren schwarze Schulpolitiker mehr über das Kopftuch im Klassenzimmer, als über Missstände, die in der PISA-Studie des Jahres 2001 erstmalig umfassenden Ausdruck fanden.

Die CSU hat mit der Einführung des Büchergeldes in Bayern einen weiteren Schritt in Richtung soziale Selektion von Kindern und Jugendlichen beschritten, die Einführung von Studiengebühren an den bayerischen Hochschulen war ein nächster Schritt. Wir lehnen dies ab.

Bildungspolitik ist Ländersache. Vor Ort schlägt sich die Kommunalpolitik mit den Fehlentscheidungen des bayerischen Kultusministers und der CSU Mehrheit herum. Ein vernünftiges Bildungssystem muss ein bundesweit Einheitliches sein. Es besteht aus Kindergarten – Schule – Weiterbildung, Fach- Sonder- und Hochschulen, die strukturell und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind. Besonderes Augenmerk legt eine fortschrittliche Gliederung auf die Ausbildung der Lehrer. Eine vorzeitige Sortierung, wie sie im dreigliedrigen System stattfindet, lehnen wir ab.

Bildung gehört zur Grundversorgung. Sie muss frei zugänglich und kostenlos sein. Aktuelle Vorschläge, die Hauptschule zur Ganztagsschule umzugestalten, an denen die Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur lernen, halten wir für einen zaghaften, aber positiven Ansatz um grundlegende Veränderungen zu beginnen.

Im Landkreis wurde auf Initiative des Landrates die „Arbeitsgruppe Schulentwicklung im Landkreis Hassberge“ gebildet. Die Ergebnisse dieser Runde sind dürftig. Bei der aktuellen Belastung des Lehrpersonals, die mit Arbeitszeitverlängerungen verbunden ist, kann ohne zusätzliche Lehrer kein vernünftiges Angebot entwickelt werden. Mittlerweile haben private Nachhilfeschulen im Landkreis Hochkonjunktur. Kinder, deren Eltern sich privaten Nachhilfeunterricht nicht leisten können, bleiben auf der Strecke.

Anfänglichen Lippenbekenntnissen von der Durchsetzung weiterer „Ganztagszüge“ sind keine Taten gefolgt. Wir lehnen aus diesen Gründen Expertenrunden ab, wenn ihnen die eigentlichen Spezialisten, nämlich die Lehrer, die Kinder und deren Eltern, nicht angehören. Schulpolitik darf nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg gemacht werden.


3.3 Schulzentrum Hassfurt

Der Landkreis ist Mitglied des Zweckverbandes am Schulzentrum in Hassfurt. Die Zustände die dort vorzufinden sind, sind ein Desaster. Aufgrund der beträchtlichen Schülerzahl, die sich aus Förderschülern, Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten zusammensetzt, ist ein geordnetes Miteinander auf dem Gelände und in den Gebäuden nur noch schwer zu organisieren. Insgesamt kommen am Schulzentrum rund 2000 Menschen zusammen. Die Raumsituation ist reinweg unbefriedigend. Realschüler werden in Kellerräumen unterrichtet. Am Gymnasium sind in über der Hälfte der Klassen mehr als 30 Schüler zu unterrichten. Es gibt Schulklassen mit 34 Schülern, die in Klassenräumen unterrichtet werden, die für höchstens 28 Schüler konzipiert wurden. Es mangelt an Fachräumen. 40 Prozent des naturwissenschaftlichen Fachunterrichts können nicht in den Fachräumen des Gymnasiums gehalten werden.

Vorhandene Fachräume sind inzwischen marode. Regen führt zu Feuchtigkeit in diesen Räumen, Pilz- und Schimmelbefall sind die Folge. In die Kabelschächte der Physikräume dringt Wasser ein. Die jahrelange Durchfeuchtung hat dazu geführt, dass sich tonnenschwere Betonplatten in der Deckenkonstruktion bis zu 10 cm gesenkt haben. Auch in Eltmann hat der Landkreis zu lange zugeschaut. Auch dort waren aufgrund von Mängeln an der Dachkonstruktion der Schulturnhalle Menschen in Gefahr.

Dem Landkreis sind die Bedingungen am Schulzentrum seit Jahren bekannt. Das Linke Bündnis Hassberge wird diese Situation im Kreistag zum Thema machen. Wir fordern die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die Sofortmassnahmen zur Gefahrenabwehr ergreift, um Leib und Leben von Lehrern und Schülern die sich im Schulzentrum Hassfurt bewegen, zu schützen. Gebäudeteile, an denen sich Betonplatten abgesenkt haben, müssen sofort gesperrt werden.

3.4. Fachoberschule

Die Fachoberschule (FOS) ist eine höhere Schule der Jahrgangsstufen 11 und 12, die mit der Fachhochschulreife abschließt. In Bayern gibt es seit dem Schuljahr 2004/2005 eine 13. Jahrgangsstufe der FOS, die nach Abschluss der 12. Klasse an der Fachoberschule besucht werden kann. Die 13. Klasse schließt mit dem Abitur entweder als fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife ab.

Unter den derzeitigen Bildungsbedienungen in Bayern fordern wir, eine Fachoberschule im Landkreis Hassberge, die FOS-Hassberge zu errichten. Wir treten dafür ein, den Ausbildungsbereich Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege, sowie die Ausbildungsrichtungen Computer wie auch den Bereich Sozialwesen zu realisieren. Voreilige Standortfestlegungen lehnen wir ab. Wir fordern alle denkbaren Möglichkeiten im Landkreis Hassberge zu prüfen.

3.5 Berufsoberschule

An der Berufsoberschule (BOS) haben junge Menschen mit einem mittleren Schulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung die Möglichkeit entweder die Fachhochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder auch die allgemeine Hochschulreife mit zweiter Fremdsprache zu erwerben.

Das linke Bündnis Hassberge wird sich dafür stark machen, dass eine Berufsoberschule, die BOS-Hassberge im Landkreis errichtet wird. Dabei werden wir dafür eintreten, dass die BOS-Hassberge die Ausbildungsrichtungen Agrarwirtschaft und Sozialwesen anbietet. Sie soll am Standort Hofheim untergebracht werden. Als Räumlichkeit schlagen wir das ehemalige Gebäude des Finanzamtes vor.

Das Angebot ergänzt sich einerseits mit der vorhandenen Fachakademie in Hofheim und andererseits soll der Bereich Agrarwirtschaft dort Möglichkeiten für andere Optionen im Bereich Landwirtschaft eröffnen.

3.6 Volkshochschule

Die Volkshochschule im Landkreis steht für lebenslanges Lernen. Sie bietet Kurse, Einzelveranstaltungen, Kompaktseminare, Studienreisen und Studienfahrten an. Typisch für das Kursangebot sind die Themenbereiche Politik - Gesellschaft – Umwelt, Arbeit und Beruf, EDV, Gesundheitsbildung, Kultur und Gestaltung. Die Finanzierung der VHS im Kreis läuft im Wesentlichen durch Zuschüsse des Freistaates Bayern, der Gemeinden und des Landkreises, aus Einnahmen aus Teilnehmerentgelten und mit Geldern aus Förder- oder Werbemitteln.

Da die Volkshochschule lediglich einen Teil der Kosten durch Teilnehmerentgelte deckt und keine Gewinne erzielt, sind die Kurse relativ kostengünstige Angebote für alle Einwohner.

Im Jahr 2005 war es das Ziel der bayerischen CSU, die Volkshochschulen als Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit drastischen Mittelkürzungen zu belegen. Statt des versprochenen Ausbaus der Bildung plante die CSU, rund 16 Millionen Euro bei den Volkshochschulen in Bayern einzusparen. Dieses Vorhaben hätte wohl das Aus für das UBIZ in Oberaurach und die VHS im Landkreis Hassberge bedeutet. Ohne den Zuschuss des Freistaates von 49 Cent pro Bildungsstunde, kann die VHS im Landkreis kein kostengünstiges Angebot für Bildungsinteressierte anbieten.

Im Kreistag werden wir darauf hinwirken, dass sich der Landkreis Hassberge im bayerischen Landkreistag gegen Mittelkürzungen für die Volkshochschulen stark macht. Auch die Honorare für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Volkshochschule dürfen nicht weiter gekürzt werden, oftmals sind sie das einzige Einkommen der engagierten Lehrerinnen und Lehrer.

Das Linke Bündnis Hassberge wird anregen, dass die VHS im Landkreis Hassberge verstärkt den Bereich "Bildung auf Bestellung" anbietet. Dabei kann die VHS ihre Kompetenz Bildungs- und Fortbildungsinteressierten in Firmen- oder Inhouse Kursen anbieten.


4. Frauen – Jugend


4.1 Frauenhaus Schweinfurt

Im Jahre 1979 wurde in Schweinfurt der Verein "Frauen helfen Frauen" e.V. gegründet. Am 1. Juli 1980 eröffnete der Verein das Schweinfurter Frauenhaus. Seit 1995 beteiligt sich der Landkreis Hassberge mit kommunalen Zuschüssen an dieser Einrichtung. Im Frauenhaus findet Beratung bei häuslicher Gewalt gegen Frauen statt. Die Mitarbeiterinnen beraten Frauen am Telefon oder in einem persönlichen Gespräch. Dabei sind Frauen häufig von seelischer und körperlicher Misshandlung betroffen und suchen nach Wegen einer gewalttätigen Beziehung zu entfliehen und nach Perspektiven sich ein eigenständiges Leben aufzubauen.

Im Frauenhaus finden Frauen und Kinder Unterkunft und Schutz. Sie erhalten nach der Gewalterfahrung Zeit zur Orientierung und um über ihr weiteres Leben nachzudenken. Sie treffen Frauen mit ähnlichen Erfahrungen. Im Jahr 2005 kamen 12 Prozent aller Frauen und Kinder die Zuflucht im Schweinfurter Frauenhaus fanden aus dem Landkreis Hassberge. Neun Prozent aller Übernachtungstage kamen durch Frauen und Kinder aus dem Landkreis Hassberge zu Stande.

Das Linke Bündnis Hassberge erkennt die Arbeit im Schweinfurter Frauenhaus als notwendig und wird sich dafür einsetzen, dass der Landkreis weiterhin an der Finanzierung dieser Einrichtung beteiligt bleibt.

4.2 Gleichstellungsbeauftragte des Kreises

Im Landratsamt Hassberge gibt es seit 1990 eine Gleichstellungsbeauftragte. Ein Ziel der Gleichstellungsarbeit ist es, Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen, die beim Landkreis beschäftigt sind, herzustellen. Die Gleichstellungsbeauftragte unterbreitet Vorschläge, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Arbeiter und Angestellten des Landkreises zu erreichen. Darüber hinaus wirkt die Gleichstellungsbeauftragte in ihrer Arbeit darauf hin, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gremien des Landkreises zu erreichen.

Die Gleichstellungsstelle ist Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen und Männer aus dem Landkreis Hassberge, die sich im Vergleich zum anderen Geschlecht benachteiligt fühlen. Sie versteht sich als Vermittlungsstelle zu anderen Behörden, Beratungs- und Hilfseinrichtungen. Sie erarbeitet und verteilt Informationsmaterialien, führt Veranstaltungen zu gleichstellungsrelevanten Themen durch und nimmt Ideen zur Verbesserung der Situation der Frauen im Landkreis entgegen.

Bisherige Arbeitsschwerpunkte waren zum Beispiel die Erweiterung des Berufswahlspektrums für Mädchen. Dabei hat die Gleichstellungsstelle beim so genannten Girls-day mitgewirkt, Ausbildungsbörsen durchgeführt und Studienschnuppertage angeboten.

Wir treten dafür ein, dass der Landkreis die Gleichstellungsstelle weiterhin mit einer Vollzeitstelle in der Leitung und einer Vollzeitstelle zur Unterstützung betreibt. Die Gleichstellungsbeauftragte soll mindestens einmal jährlich den Kreistag über ihre Arbeit ausführlich informieren und hat nach unserer Vorstellung hierzu eine schriftliche Zusammenfassung über die Arbeit herauszugeben.


4.3 Jugend

Die amtliche Jugendarbeit im Landkreis Hassberge setzt vor allen Dingen auf die Verbandsjugend. Die Verbandsjugendarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung der Interessen von jungen Menschen. Der Kreisjugendring im Landkreis vertritt die Jugendverbände als Dachorganisation und formuliert die politischen Interessen junger Leute. Insbesondere die Situation von Auszubildenden und fehlende Lehrstellen beschäftigen den Kreisjugendring in seiner Arbeit.

Wir halten es für wenig hilfreich, wenn die amtliche Politik im Landkreis den schwarzen Peter für die Ausbildungslage den Jugendlichen zuschiebt. Landrat Rudolf Handwerker und seine CSU sind der Auffassung, die Ausbildungsvergütungen seien zu hoch. Dies sei der Grund dafür, warum viele Unternehmer keine Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Wir unterstützen die Forderung der DGB-Jugend nach einer Ausbildungsplatzabgabe für Unternehmen, die sich ihrer Ausbildungsverpflichtung entziehen. Klein- und mittelständige Unternehmen, die Ausbildungsplätze bereitstellen, sollten eine öffentliche Förderung erhalten.

Das Linke Bündnis Hassberge steht auf der Seite der Auszubildenden. Mit der Ausbildungsvergütung muss ein junger Mensch in der Lage sein, den Lebensabschnitt der Ausbildung weitestgehend unabhängig zu bestreiten. Wir unterstützen die Forderungen der Gewerkschaften nach einer modernen Vergütung der Ausbildung.

Die offene Jugendarbeit ist ein wichtiger Beitrag, um Jugendlichen ein Angebot jenseits der Verbandsjugendarbeit zu unterbreiten. Die Jugendtreffs in Hassfurt, Ebern, Hofheim und Zeil sind Einrichtungen, in denen junge Leute eigenverantwortlich und mit sozialpädagogischer Betreuung eine Anlaufstelle haben. In den Treffs leisten die Verantwortlichen gemeinsam mit den Jugendlichen auch einen wichtigen Beitrag zur Integration von Heranwachsenden mit Migrationshintergrund.

Im Kreistag werden wir uns dafür einsetzen, dass die offene Jugendarbeit weiter mit ausreichenden Mitteln ausgestattet wird. Wir treten dafür ein, dass die Geschäftsstelle des Kreisjugendrings wieder in einem Büro in der Hassfurter Innenstadt untergebracht wird, weil die derzeitigen Räumlichkeiten am Flugplatz zu abseits gelegen sind.

Die Jugendhilfeplanung muss in den Mittelpunkt künftiger Debatten im Jugendhilfeausschuss gestellt werden. Der Jugendhilfeplan ist das Ergebnis einer konstruktiven jugendpolitischen Auseinandersetzung. Hier spiegeln sich die Aufgaben des Landkreises wieder, um jungen Menschen ausreichenden Platz in einer Gesellschaft von Erwachsenen einzurichten.

4.4 Menschen mit Behinderung

Das Linke Bündnis Hassberge steht für ein Netz zur Förderung von Menschen mit Behinderung. Die Frühförderung in integrativen Einrichtungen und Kindergärten wollen wir verbessern. Für erwachsene Menschen mit Behinderung, die von ihren Eltern betreut werden, sind die Bedingungen für eine zukünftige Pflege zu sichern. Wir setzten uns für eine Barrierefreiheit im gesamten öffentlichen Raum ein.

Im Kreistag werden wir darauf achten, dass der Landkreis Hassberge sich an seine Arbeitgeberpflichten im Zusammenhang mit dem Umgang von Beschäftigten mit einer Behinderung hält. Wir wollen, dass der Landkreis Menschen mit Behinderung ausbildet und dass auch bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen mindestens die Quoten eingehalten werden.


5. Landwirtschaft


Zu Beginn des Jahres 2007 ging ein Aufschrei durch den Landkreis, als bekannt wurde, dass der US-Gentechnikkonzern Monsanto in Zusammenarbeit mit verschiedenen Landwirten in Unterfranken beabsichtigte, genmanipulierten Mais anzubauen. Betroffen wären auch Anbauflächen in der Gemeinde Donnersdorf gewesen. Die Gemeinde grenzt unmittelbar an den Landkreis Hassberge an. Nach erheblichen Protesten von Verbrauchern, Landwirten und Umweltschützern in der Region, entschieden sich die Antragsteller kein genverändertes Saatgut auf ihre Felder auszubringen.

Zahlreiche Regionen und Gemeinden in der EU haben die Gefahren im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln erkannt und setzen auf eine gentechnikfreie Produktion in so bezeichneten gentechnikfreien Regionen. In 16 von 25 EU-Mitgliedsstaaten haben sich Regional- und Landesparlamente, Städte und Bürgermeister gegen den Anbau genveränderter Pflanzen ausgesprochen. In Österreich betrifft dies acht von neun Bundesländern, in Italien liegen entsprechende Erklärungen für knapp 80 Prozent der Landesfläche vor, in Polen sind es zwei Drittel des Staatsgebiets.

Insgesamt haben sich inzwischen über 160 europäische Regionen und Provinzen zu gentechnikfreien Regionen erklärt. In Deutschland sind es mittlerweile rund 16.300 Landwirte in 69 gentechnikfreien Regionen mit ca. 546.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Hinzu kommen noch rund 60 Kommunen und Landkreise. In Bayern haben sich beispielsweise die Landeshauptstadt München und die Stadt Augsburg gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Grund und Boden entschieden.

Das Linke Bündnis Hassberge wird sich im Kreistag dafür einsetzen, dass der Landkreis Hassberge sich diesen Initiativen anschließt und als Landeigentümer oder als Verpächter landwirtschaftlicher Grundstücke den Anbau genmanipulierter Pflanzen auf solchen Flächen untersagt.

Wir befürworten Initiativen der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Dabei soll der Landkreis nach seinen Möglichkeiten mithelfen, Produkte aus der Region beispielsweise in den Kreiskrankenhäusern zu verwenden.


6. Umweltpolitik


Das linke Bündnis Hassberge setzt sich intensiv mit der Initiative unterschiedlicher Regionalpolitiker und Aktivisten des Bund Naturschutz auseinander, die fordern, dass Teile des Naturparks Steigerwald zum Nationalpark ausgewiesen werden. Davon wären Bereiche des Landkreises zwischen Ebrach, Eltmann und Gerolzhofen betroffen. Etwa 100 Quadratkilometer in diesem Areal sind mit einmaligen Buchenbeständen in einem ökologisch herausragenden und damit schützenswertem Zustand bewaldet.

Heute schon ist der Steigerwald ein Naturpark. Konkret soll ein Fünftel des bestehenden Naturparks in einen Nationalpark überführt werden. In den riesigen, teilweise jahrhundertealten Buchenwäldern kommen alle Fledermausarten vor - wie nirgendwo sonst in Süddeutschland. Zudem sind dort neben Wildkatzen, Uhus und Schwarzstörchen über 300 Käfer- und mehr als 1.100 Pilzarten heimisch.

Das bayerische Umweltministerium kann erst aktiv werden, wenn aus Ober- oder Unterfranken detaillierte Anträge zu einer Umwandlung vom Naturpark in einen Nationalpark vorliegen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz unterscheidet sich der Nationalpark vom Naturpark vor allem dadurch, dass der Nationalpark eine besondere Eigenart besitzt, sich in einem vom Menschen nicht oder nur wenig beeinflussten Zustand befindet und vornehmlich der Erhaltung eines möglichst artenreichen heimischen Pflanzen- und Tierbestands dient.

Allerdings ist es bis zum heutigen Tage unterblieben, direkt mit den Betroffenen vor Ort diese Pläne zu diskutieren. Vor- aber auch Nachteile müssen abgewogen werden, um ein tragfähiges Konzept für eine Weiterentwicklung des Steigerwaldes gemeinsam zu erarbeiten. Für das Linke Bündnis Hassberge ist es wichtig dass vor einer Entscheidung zum Nationalpark ein Regionalentwicklungskonzept aufgestellt wird. In einem solchen muss die Absicherung der Betroffenen ebenso geregelt sein, wie der vorgesehene Nutzungszweck.
Entscheidungen dazu dürfen nicht an der Region vorbei auf Landesebene getroffen werden könnten. Die Linken fordern eine demokratische Mitentscheidung. Es darf keine Bürokratie an den Menschen vorbei betrieben werden, darüber sind sich die Linken einig. Nur wenn alle Beteiligten mit ins Boot genommen werden, kann eine zufrieden stellende Lösung für alle erreicht werden.



7. Kultur – Sport – Fremdenverkehr


7.1. Kreiskulturbeauftragte

Der Landkreis Hassberge hat die Aufgabe erkannt, die Entwicklung der Kulturarbeit im Kreis zu unterstützen. Hierzu bietet der Landkreis eine fachliche Beratung der Museen und Sammlungen, sowie die fachliche Beratung der Kunst- und Kulturvereine, der Gemeinden und kultureller Initiativen an. Die Kulturbeauftragte organisiert das Kulturcafe, eine Veranstaltung, bei der spezifische Themen aus der Kulturarbeit diskutiert werden.

„Kunststück“ ist seit dem Jahr 2003 ein Projekt zur Bildenden Kunst im Landkreis Hassberge, es wird in Trägerschaft des Landkreises und in Kooperation mit den Volkshochschulen und dem Verein "Kultur" aus Rügheim durchgeführt. Es umfasst ein Angebot aus Kunstausstellungen, Offenen Ateliers, Workshops, Künstlergesprächen und Exkursionen. Ziel des Projektes ist es, der Kunstszene im Kreis ein Podium zu geben, bestehendes Angebot zusammen zu fassen und neue Bestandteile zu integrieren.

Das Linke Bündnis setzt sich dafür ein, dass der Landkreis das Engagement in dieser Sache weiterführt. Dabei soll verstärkt darauf geachtet werden, dass Kulturarbeit neben dem traditionellen Ansatz auch Bereiche fördert, die provozieren und neue Ideen hervorbringen. Kultur soll sich den Fragen der Gegenwart und der Zukunft stellen, sie muss auch zum Nachdenken zwingen.

Wir wollen, dass Kultur frei von den Gesetzen des Marktes stattfindet, sie soll frei sein von falscher Rücksichtnahme. Uns geht es verstärkt um eine Aktivierungskultur. Eine bevormundende Amtskultur lehnen wir ab.

7.2 Sportförderung

„Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche Sport“. In den Sportvereinen des Landkreises finden sich viele Bürgerinnen und Bürger zusammen, um in der Gemeinschaft Sport zu treiben. Sport bedeutet für Jung und Alt einen Ausgleich zum Alltag, er wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und er bietet im Verein betrieben die Chance für viele, Anschluss an das örtliche Leben zu finden.

Der Freistaat Bayern hat auch im Bereich der Sportförderung finanzielle Mittel gekürzt. Für die Übungsleiter wollte die bayerische CSU weniger Geld ausgeben, bei steuerlichen Vergünstigungen sollten die Aufwandsentschädigungen für die Übungsleiter in den Vereinen wegfallen. Aufgrund der Finanzausstattung des Bayerischen Landessportverbandes können Bauvorhaben und Vorhaben die den Unterhalt bereits vorhandener Sportstätten zur Absicht haben, nicht mehr vernünftig wahrgenommen werden. Wir lehnen dies ab. Die Sportvereine müssen finanziell solide ausgestattet sein, um so gegen den unseligen Trend der Privatisierung im Sportbetrieb zu wirken.

Wir sind für die Unterstützung der Angebote im Breitensport. Aus der Finanzierung des Spitzensports im Landkreis sollen sich Städte, Gemeinden und der Landkreis heraushalten. Der Spitzensport muss sich eigenständig rechnen. Die Stadt Hassfurt hat tausende von Euros in den Sand gesetzt, weil sie dem mittlerweile Konkurs gegangenen Eishockeyverein ERC Hassfurt blauäugig Mittel zur Verfügung gestellt hat.

Weiter wollen wir nach unseren Möglichkeiten dazu beitragen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen und dem Schulsportbetrieb weiter verbessert, um so jungen Talenten Perspektiven zu eröffnen.

Wir sind für den Erhalt der dezentralen Hallenbäder im Landkreis. Dazu muss der Kreis weiterhin die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Nach Möglichkeit soll in den Bädern versucht werden, das Angebot noch attraktiver zu gestalten, beispielsweise durch die zusätzliche Einrichtung von Saunen oder Solarien.

7.3 Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr im Landkreis Hassberge hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit 1982 sind die Bettenzahlen und auch die Zahl der Beherbergungsbetriebe im Kreis gestiegen. In dieser Periode wuchsen die Übernachtungszahlen ebenfalls deutlich an. Die durchschnittliche Verweildauer der Gäste hat sich seither aber nicht wesentlich verändert. Gäste, die den Landkreis Hassberge besuchen, bleiben etwa zwei Tage im Kreis.

Die bürgerliche Kommunalpolitik schickt sich gerne an, die verschiedensten kommunalen Projekte mit der Attraktivität für eine Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs zu begründen. Unserer Auffassung zur Folge haben alle unmittelbaren Verbesserungen der Lebensqualität für die Einwohner des Landkreises, auch positive Auswirkungen auf die Menschen, die sich bei uns im Urlaub zu Gast befinden.

Wir treten für einen sanften Tourismus ein. Dabei sollen vorhandene Baudenkmäler, besondere Naturschönheiten, oder die einzigartige Struktur des Kreises mit seinen herrlichen Dörfern und so einmaligen Orten wie beispielsweise die Stadt Königsberg noch stärker betont werden.

Der Naturpark Hassberge und der Naturpark Steigerwald runden ein Tourismusangebot ab, das eher auf Klasse als auf Masse setzt. Um weiteren Zulauf von Radtouristen zu erhalten, sehen wir es als Aufgabe an, vorhandene Radwege zu erhalten, aber auch neue Strecken zu bauen. Die Präsenz im Internet muss sich in diesem Bereich weiter verbessern. Insbesondere das LIFE-Naturprojekt im Maintal soll eine professionelle Präsenz im Internet erhalten.

 



8. Rechtsextremismus



Die Polizei im Regierungsbezirk Unterfranken registrierte in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 genau 143 rechtsextremistische Vergehen. 47 der rechtsextremen Delikte wurden im Zuständigkeitsbereich des Staatschutzes der Kriminalpolizei in Schweinfurt begangen. Die rechtsextrem motivierte Kriminalität im Landkreis Hassberge ist vorwiegend durch Propagandadelikte geprägt. Darunter fallen revisionistische Aktivitäten, deren Ziel es ist, die Schuld der Deutschen am zweiten Weltkrieg und die Ermordung von Juden in deutschen Konzentrationslagern zu leugnen. Die rechten Täter verwenden Propagandamaterial wie Tonträger, Handzettel und Aufkleber, auch rechte Schmierereien werden beobachtet.

Das Hassfurter Amtsgericht verurteilte einen Neonazi, der den verbotenen Blood and Honour Schriftzug auf seinen kahlgeschorenen Kopf tätowieren ließ. In den ersten neun Monaten des Jahres 2006 gab es im Kreis Bad Kissingen 8, in Rhön Grabfeld 11, in den Hassbergen 10, im Landkreis Schweinfurt 3 und in der Stadt Schweinfurt 13 rechtsextreme Propagandadelikte. In diesem Zeitraum wurden zwei rechtsextreme Gewaltdelikte in der Region registriert. Die Dunkelziffer liegt weit höher, da Gewaltdelikte ohne die Beteiligung der Ordnungshüter von Betroffenen „selbst geregelt“ werden. Ein rechtsextremer Gewalttäter aus dem Landkreis Hassberge saß im Jahr 2006 in Haft.

Die Hassberge sind nach Beobachtungen der Polizei weiterhin ein Schwerpunkt der rechtsextremen Szene in der Region. In Zeil am Main und in Ebern sind im September und Oktober 2006 an verschiedenen Schulen die so genannte Schulhof CD des NPD Bezirksverbandes Mittelfranken verteilt worden. Bei der Veranstaltung rechter Szenekonzerte tun sich Neonazis aus dem Landkreis Hassberge hervor. In den Jahren 1995 bis 2005 wurden etwa zwanzig registrierte rechte Konzerte in der Region veranstaltet, bei denen zwischen dreißig und dreihundert Neonazis gezählt wurden. Eine Vielzahl der erfassten Konzerte des rechtsextremen Spektrums fand in den Hassbergen statt.

In Unterschleichach beispielsweise mietete ein Rechtsextremist Räumlichkeiten in einem Gasthaus zur Durchführung einer privaten Feier an. Einwohner berichteten von betrunkenen und lärmenden Rechten, die der Nazimusikveranstaltung beiwohnten. Betroffene Bürger sprachen von einem Ausnahmezustand in der Ortschaft im Steigerwald.

Das Linke Bündnis Hassberge ist sich bewusst, dass der Rechtsextremismus ein Problem aus der Mitte der Gesellschaft ist. Wir werden uns dafür einsetzen, ein zivilgesellschaftliches Bündnis gegen Rechtsextremismus im Landkreis in die Wege zu leiten. Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger auf rechte Provokationen vorbereitet sind. Ein Bündnis gegen Rechts soll den vielfältigen gesellschaftlichen Querschnitt im Landkreis Hassberge präsentieren.

Im Kreistag werden wir anregen, dass unter der Federführung des Jugendamtes und in Zusammenarbeit mit der Musikinitiative sowie dem Kreisjugendring und den offenen Jugendtreffs ein Musiksampler gegen Rechts aufgelegt wird. Dabei sollen junge Nachwuchsrockbands, Punkgruppen, DJ´s, Hip-Hop-Aktivisten und Rapper aus dem Landkreis Hassberge die Gelegenheit erhalten, ihre Musik einem breiten Publikum vorzustellen und sich gleichzeitig gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Der Landkreissampler gegen Rechts, soll in Zusammenarbeit mit den Verbandsjugendlichen des Kreisjugendrings, aber auch unter Mithilfe von Schüler- und Jugendvertretern an junge Leute verteilt werden.



Linke Vorschläge - Kurz gefasst:


HASSBERG KLINIKEN

● Krankenhäuser in Hassfurt, Ebern und Hofheim erhalten - Gegen eine Privatisierung der Hassberg-Kliniken
● Gerechte Löhne und vernünftige Arbeitsbedingungen für das Krankenhauspersonal - Löhne nach dem Flächentarifvertrag für die Krankenhausbeschäftigten - Die Hassberg-Kliniken müssen in den Kommunalen Arbeitgeberverband zurückkehren
● Zusätzliche Ausbildung von Pflegekräften an den Hassberg-Kliniken – Unbefristete Übernahme der Pfleger nach ihrer Ausbildung
● Offenlegung der Tantiemen der Aufsichtsratsmitglieder der Hassberg-Kliniken

ALG II und Hartz IV

● Anständige Behandlung von ALG II Beziehern durch die Behörden

● Gegen die Zwangsweise Unterbringung von ALG II Beziehern in 1 Euro Jobs
● Für eine offensive Informationspolitik der Behörden über die Rechte der Bürger bei einem Bezug von ALG II
● Sozialticket für den Landkreis Hassberge: Verbilligten Zugang zu Kursen der Volkshochschule und Veranstaltungen des UBIZ, Ermäßigungen bei Eintrittspreisen für Schwimmbäder oder Veranstaltungen im Schüttbau und reduzierte Preise beim öffentlichen Verkehr für ALG II Bezieher

SPARKASSE OSTUNTERFRANKEN


● Für die Mitgliedschaft der Personalvertretung im Verwaltungsrat der Sparkasse
● Für die Bewahrung des bestehenden Geschäftsstellennetzes
● Für die Erhaltung des Rechts auf ein eigenes Konto - auch für sozial Schwache
● Für den Erhalt eigenständiger Strukturen der Sparkasse
● Gegen Personalabbau bei der Sparkasse
● Offenlegung der Tantiemen von Mitgliedern des Verwaltungsrates der Sparkasse Ostunterfranken

KREISSTRASSEN-RADWEGE

● Kreisstrassen pflegen und erhalten – Keine Neubauten
● Neubau von Ortsumgehungen aufgrund von hoher Lärmbelästigung im Durchgangsverkehr – Naturschutzaspekte berücksichtigen
● Weiterentwicklung des Radwegenetzes im Landkreis Hassberge – Erstellung eine Ausbauplanes
● Neuauflage der Radwanderkarte für den Landkreis Hassberge
● Naturschutzverbände in die Baumassnahmen mit einbeziehen

FLUGPLATZ HASSFURT

● Keine weiteren Subventionen für den Betrieb des Flugplatzes durch den Landkreis
● Keine weiteren Experimente zur Steigerung der Flugbewegungen – Rückbau zum Sportflugplatz

ÖFFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR

● Für die Errichtung eines OVF Regionalbüros am Standort Hassfurt
● Gegen die Vergabe von Privatlizenzen auf Strecken des öffentlichen Verkehrs
● Beförderungssicherheit der Schüler verbessern - gegen überfüllte Schulbusse
● Für eine Verbundfahrkarte im Bereich der VGH – Auf einer Strecke nur einmal bezahlen
● Weiterbetrieb des Diskobusses
● Professioneller Internetauftritt der VGH und offensive Informationspolitik mit öffentlichen Verkehrsangeboten

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

● Gegen voreilige wirtschaftspolitische Maßnahmen zu Lasten der demokratischen Mitwirkungsrechte der Bürgerinnen und Bürger
● Kein weiteres Geld für zweifelhafte „Business- und Motivationsseminare“ im Rahmen der Pep-initiative des Landkreises
● Einbeziehung von Bürgergruppen in wirtschaftspolitische Entscheidungen
● Keine öffentlichen Aufträge durch den Landkreis an Unternehmen ohne Tarifbindung

METROPOLENREGION

● Ausbau und Förderung dezentraler Strukturen – Gegen den Beitritt des Landkreises zur Metropolenregion Nürnberg
● Kein Beitritt zu der Verkehrsgemeinschaft Nürnberg (VGN)

DEMOKRATIE – VERWALTUNG - BÜRGERRECHTE

● Mindestens vier Kreistagssitzungen pro Jahr zur Stärkung der demokratischen Kontrolle der Verwaltung
● Bürgerhaushalt – Vor Beschlussfassung des Haushaltplanes öffentliche Diskussion
● Errichtung eines Kreistagsauschusses für Bürgerbeschwerden. Dort haben Landkreisbürger Antrags- und Rederecht
● Für eine höfliche und freundliche Behandlung von Bürgern in den Ämtern
● Für zuverlässige Arbeitsbedingungen und eine tarifgerechte Entlohnung der Beschäftigten des Landkreises
● Für eine aktive Zusammenarbeit des Landrates mit den Beschäftigtenvertretern des Landkreises und der Gewerkschaft Ver.di

KINDERGÄRTEN

● Gemeindeübergreifendes Umlagekonzept zur Finanzierung der Gastkinderbeiträge in Landkreisregie
● Wahlfreiheit für Eltern zur Unterbringung und Betreuung ihrer Kinder unabhängig vom Erstwohnsitz und vom pädagogischen Konzept – Flexibilität nicht nur von Bürgern, auch staatliche Flexibilität ist gefragt
● Der Landkreis soll sich im bayerischen Landkreistag für kostenlose Kindergärten einsetzen, auch für die unter 3- jährigen

SCHULEN

● Intensivierung der Arbeit des „Arbeitskreises Schulentwicklung im Landkreis Hassberge“ unter Einbeziehung von Eltern und Schülern – Keine Expertenrunden ohne die Betroffenen
● Für ein flächendeckendes Angebot von Stützunterricht im Landkreis und weitere „Ganztagszüge“ an den Schulen im Landkreis
Bereitstellung ausreichender Gelder für bauliche Investitionen an den schulen

SCHULZENTRUM HASSFURT

● Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die Sofortmassnahmen zur Gefahrenabwehr wegen der akuten Mängel an der Bausubstanz am Schulzentrum einleitet
● Die Unterbringung der FOS-Hassberge muss an einem Standort außerhalb des Schulzentrums unter Berücksichtigung möglicher Alternativen im gesamten Landkreis erfolgen
● Die Fachräume sollen kurzfristig in einen ordentlichen Zustand versetzt werden

FACHOBERSCHULE – FOS HASSBERGE

● Für die Gründung einer Fachoberschule im Landkreis Hassberge
● Für die Ausstattung der FOS-Hassberge mit den Ausbildungsgängen: Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege, sowie EDV, sowie Sozialwesen

BERUFSOBERSCHULE – BOS HASSBERGE

● Für die Einrichtung einer Berufsoberschule, wobei bevorzugt Standorte in Hofheim oder Ebern zu prüfen sind.
● Für eine BOS mit den Fachrichtungen Agrarwirtschaft und Sozialwesen

VOLKSHOCHSCHULE

● Die Volkshochschule soll als weiteres Standbein "Bildung auf Bestellung" anbieten - Die VHS soll ihre Kompetenz Bildungs- und Fortbildungsinteressierten in Firmen- oder Inhouse Kursen anbieten
● Der Landkreis muss sich im Bayerischen Landkreistag gegen Mittelkürzungen durch die bayerische Staatsregierung wenden

FRAUEN

● Beibehaltung des Finanzbeitrages für das Schweinfurter Frauenhaus
● Weitere hauptamtliche Besetzung der Gleichstellungsstelle mit einer Stelle für Sekretariatsaufgaben
● Keine Benachteiligung von Ärzten an den Krankenhäusern, die bereit sind Schwangerschaftsunterbrechungen vorzunehmen

JUGEND

● Ausstattung der Jugendtreffs mit finanziellen Mitteln – Ausbau der offenen Jugendarbeit
● Zeitgemäße Fortentwicklung des Jugendhilfeplanes im Kreis
● Büroräume für den Kreisjugendring in der Stadt Hassfurt
● Auflage von neuen Landkreisprojekten zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit
● Für direkte Beteiligung Kinder und Jugendlicher an kommunalpolitischen Entscheidungen, die sie betreffen

LANDWIRTSCHAFT

● Gegen den Anbau von genveränderten Erzeugnissen in der Landwirtschaft
● Für den Beitritt des Landkreises in die Initiative „Gentechnikfreier Landkreis“
● Für die Förderung der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der Region – regionale Produkte auf die Speisepläne in die Hassberg-Kliniken

UMWELTPOLITIK

● Kein Nationalpark Steigerwald ohne Einbeziehung der Betroffenen
● Unterstützung von Streuobstprojekten der Obst- und Gartenbauvereine
● Förderung erneuerbarer Energie – Keine Vorbehalte gegen Windkraftanlagen und Solarparks
● Für ein Landkreisengagement in der solaren Energieerzeugung
● Für eine haushaltsbezogene Müllverwiegung
● Kostenlose Entsorgung von Babywindeln für junge Eltern – kostenloser Windelsack
● Gegen die Einführung des gelben Sacks – Für die Beibehaltung des Systems der Wertstoffhöfe

KREISKULTURBEAUFTRAGTER

● Förderung der Kultur im Landkreis durch Kreismittel
● Unterstützung von Jugendkultur und kritischer Kultur – Jungen Sprayern sollen öffentliche Flächen für ihre Kunst zur Verfügung gestellt werden statt sie zu kriminalisieren
● Weiterentwicklung des Projektes „Kunststück“ durch die Kreiskulturbeauftragte

SPORTFÖRDERUNG

● Breitensportförderung statt Förderung von Profisport
● Unterstützung der Vereine beim Erhalt und beim Ausbau von Sportstätten
● Bessere Zusammenarbeit von Schul- und Vereinssport
● Für den Erhalt der Hallenbäder im Landkreis
● Für eine unkomplizierte Abwicklung der Zuschüsse für die Übungsleiter – Keine Streichung des Übungsleiterzuschusses

FREMDENVERKEHR

● Ausbau der Infrastruktur für den umweltverträglichen Radtourismus
● Die Attraktivität der Standorte für Wohnmobile soll verbessert werden
● Neuauflage einer Radwanderkarte für den Landkreis
● Bessere Präsentation des LIFE-Naturprojektes im Internet - öffentlichkeitswirksame Kampagne für das Projekt

RECHTSEXTREMISMUS

● Für ein zivilgesellschaftliches Bündnis gegen Rechtsextremismus im Landkreis – Die Bürgerinnen und Bürger sollen auf rechte Provokationen vorbereitet sein
● Auflage eines Landkreissamplers gegen Rechtsextremismus in Zusammenarbeit mit jungen Musikern und Jugendverbänden sowie den Jugendzentren